Hildesheimer Pfleger rebelliert

Pflege-Azubi attackierte Angela Merkel - jetzt hat er eine krasse Botschaft

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Der Hildesheimer Pflege-Azubi Alexander Jorde (l.) 2017 im TV-Duell bei der ARD-Wahlarena mit Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Ein Pflege-Azubi aus Hildesheim attackierte Angela Merkel vor zwei Jahren live im TV. Jetzt meldet er sich erneut zu Wort - mit einer dringenden Botschaft.

  • Alexander Jorde macht eine Ausbildung als Pfleger in Hildesheim
  • Vor zwei Jahren kritisierte der 23-Jährige aus Niedersachsen Bundeskanzlerin Angela Merkel live im TV
  • Jetzt meldet sich der Pflege-Azubi aus Hildesheim erneut - mit einer dringenden Botschaft

Hildesheim - Vor zwei Jahren brachte ein junger Pflege-Azubi aus Hildesheim in Niedersachsen Angela Merkel vor laufender Kamera ins Schwitzen: Damals hatte Alexander Jorde die Bundeskanzlerin live in einer TV-Show mit kritischen Fragen bombardiert und auf die Missstände in der Pflege aufmerksam gemacht. Jetzt meldet sich der heute 23-Jährige aus Hildesheim erneut zu Wort - mit einer dringenden Botschaft, wie nordbuzz.de* berichtet.

Hildesheim: Pflege-Azubi Alexander Jorde wird nach Kritik an Angela Merkel zum Medienstar

Nach seinem Abitur begann Alexander Jorde aus Niedersachsen, der selbst Sohn einer Krankenpflegerin ist, eine Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger in seiner Heimatstadt Hildesheim. 2017 wurde der Azubi deutschlandweit bekannt, als er in der ARD-Wahlarena Bundeskanzlerin Angela Merkel vor laufenden Kameras gehörig die Leviten las, wie merkur.de* berichtet. 

Bei seinem TV-Auftritt zitierte Alexander Jorde aus Niedersachsen zunächst den ersten Artikel des Grundgesetzes, um dann zu erklären, dass er in seinem Alltag als Pflege-Azubi in Hildesheim erlebe, "dass die Würde tagtäglich in Deutschland tausendfach verletzt wird". Weil ein akuter Mangel an Pflegepersonal herrsche, seien die vorhandenen Kräfte völlig überfordert, oft blieben Alte und Kranke sich selbst überlassen. Von Angela Merkel forderte Pflege-Azubi Alexander Jorde Antworten, warum die Bundeskanzlerin in der Sache nichts unternehme.

Sein kritischer TV-Auftritt über Angela Merkel verschaffte dem jungen Pfleger aus Hildesheim jede Menge Medienaufmerksamkeit, das Netz feierte Alexander Jorde in den sozialen Netzwerken. Nur wenig später grillte Alexander Jorde auch FDP-Chef Christian Lindner wegen dessen Pläne zur Privatisierung von Krankenhäusern im ZDF-Jahresrückblick "Menschen 2017".

Hildesheim: Alexander Jorde veröffentlicht ein Buch über den Pflege-Notstand

Im Februar 2019 veröffentlichte der junge Hildesheimer dann unter dem Titel "Kranke Pflege. Gemeinsam aus dem Notstand" sein erstes Buch, das ebenfalls bei Kritikern sehr gut wegkam. Wie der Weser Kurier schreibt, tritt Alexander Jorde, der Angela Merkel vor zwei Jahren richtig ins Schwitzen gebracht hatte, jetzt seinen Dienst auf der internistischen Intensivstation in einem Krankenhaus in Hannover in Niedersachsen an. Im Juli hat der 23-Jährige seine Ausbildung zum Pfleger beendet. 

Doch bevor der Alexander Jorde aus Hildesheim seinen neuen Job antreten konnte, musste er erst einmal selbst ins Krankenhaus in Niedersachsen - die Mandeln mussten raus. Eine Woche lang war Alexander Jorde selbst als Patient in einer Klinik. Eine Erfahrung, die sein Bild über den Zustand von Alten- und Krankenpflege in Deutschland nur bestätigte. "Selbst auf Hilfe angewiesen zu sein, davor habe ich in diesem Land richtig Angst", gesteht Alexander Jorde, der Angela Merkel vor zwei Jahren mit den Missständen konfrontierte, im Gespräch mit dem Weser Kurier. Dagegen besiegelte Carsten Maschmeyer in "Die Höhle der Löwen" erfolgreiche Deals mit einem Handschlag, doch nach der Vox-Gründershow ließ er viele Start-ups fallen.

Pfleger Alexander Jorde aus Hildesheim ruft deutsches Pflegepersonal zum Streik auf

Deshalb richtet der Pfleger aus Hildesheim jetzt einen Appell an die Kollegen seines Berufsstandes. "Wenn die Pfleger einfach aufhören würden, so viele Überstunden zu machen, würde das System sofort zusammenbrechen", findet Alexander Jorde laut Weser Kurier. "Vielleicht brauchen wir diesen Schockmoment, um zu verstehen, dass sich etwas ändern muss. Wir müssen aufbegehren." Unterdessen hat sich Volkswagen einen Fauxpas erlaubt - dieses Foto macht "Fridays for Future"-Aktivistin Greta Thunberg wütend.

In Finnland hat das übrigens bereits funktioniert: Hier hatten Tausende Pflegekräfte mit einer gleichzeitigen Kündigung gedroht - mit Erfolg. Die finnischen Pfleger forderten 20 Prozent mehr Gehalt - und bekamen dies auch. Der Hildesheimer Alexander Jorde träumt für die deutschen Pflegekräfte von einem ähnlichen Ergebnis. Dafür müsste dann auch Bundeskanzlerin Angela Merkel sorgen. Unterdessen sorgt auch Dieter Bohlen für Wirbel. Der DSDS-Juror zeigte auf Instagram, was Dieter Bohlen von Klima-Aktivistin Greta Thunberg hält. Dagegen ist dieser Mega-Star auf Instagram ein Fan von "The Voice of Germany"-Talent Oxa.

SJ

*nordbuzz.de und merkur.de sind Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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