Amtsinhaber aus dem Rathaus gejagt

Wut-Wahl in Kleinstadt: Bürgermeister erleidet kuriose Niederlage

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In der baden-württembergischen Kleinstadt Widdern lief die Bürgermeister-Wahl äußerst kurios ab.

Die kuriose Wahl ist derzeit DAS Thema in Widdern. Hier spielte sich Seltsames ab.

Update vom 3. Juni 2019:

Das Wahl-Chaos in Widdern in Baden-Württemberg hat ein Ende! Und was vor vier Wochen noch völlig unglaublich gewesen ist, wird plötzlich real: Nach acht Jahren ist Bürgermeister Jürgen Olma nach einer regelrechten Schlammschlacht aus dem Amt gejagt. Und Kevin Kopf, der vor vier Wochen noch in Kupferzell zur Bürgermeisterwahl angetreten ist, verloren hat und - nach eigener Aussage - nirgendwo anders kandidieren wollte, ist nun neuer Rathauschef in Widdern.

Im ersten Wahlgang am 5. Mai ging Amtsinhaber Olma als Alleinkandidat kläglich unter. Der 32-jährige Kopf, bislang Kämmerer in Kupferzell, "widderte" daraufhin seine Chance und siegte gestern mit 63,1 Prozent gegen Olma, für den sich nur 35,4 Prozent aussprachen. Die Beteiligung bei der Bürgermeisterwahl in Widdern lag am gestrigen Sonntag bei 62,5 Prozent, wie die Heilbronner Stimme berichtet.

Mit der Abwahl Olmas haben nun auch die unappetitlichen Aktionen ein Ende: Ein strangulierter Buga-Karl, auf den Olmas Namen geschmiert war und überklebte NPD-Plakate mit dem Gesicht des Bürgermeisters im Vorfeld der Wahl taten Kund, dass es zumindest einige in der 1.800-Einwohner-Stadt Widdern gibt, die einen erheblichen Groll gegen den Amtsinhaber hegen.

Nach der Wahl von Kevin Kopf zeigte sich Olma desillusioniert, dass sich öffentlich zu wenige von den gegen ihn gerichteten Aktionen distanziert haben. Laut SWR fühlte sich Olma bis zuletzt getäuscht, auch von falschen Freunden. Laut Heilbronner Stimme hat die Bürgermeisterwahl in Widdern für ihn aber auch was Gutes: "Ich bin enttäuscht, aber das heißt auch: Die Täuschung ist weg. Ich gehe ohne Groll." Pläne für die Zukunft habe Olma nicht.

Peinlich-Wahl in Kleinstadt: Einziger Kandidat wird nicht Bürgermeister, dafür bekommen 76 andere Stimmen 

Widdern - Es ist kurios, was sich am vergangenen Sonntag in einer Kleinstadt in Baden-Württemberg abgespielt hat: Für das Amt des Bürgermeisters gab es eigentlich nur einen einzigen Kandidaten - den amtierenden Amtsinhaber - doch offenbar hatten viele was dagegen. Denn statt einer Mehrheit für ihn, sahen sich die Auswerter plötzlich mit ganz anderen Namen konfrontiert.

Wie echo24.de* berichtet, hatte es bei abgegebenen 777 Stimmen 79 ungültige gegeben - und etliche mit anderen Kandidaten. Zahlreiche Bürger machten demnach von ihrem Recht Gebrauch, in ein Freifeld Alternativen einzutragen. Insgesamt 76 Namen kamen so zu Stande - keiner von ihnen will Bürgermeister werden.

Peinlich Wahl in Baden-Württemberg: Kuriose Szenen in Kleinstadt

Jürgen Olma, der einzig echte Kandidat auf das Amt, erlebte als amtierender Bürgermeister dagegen eine derbe Klatsche. Mit nur 46,4 Prozent aller Stimmen reichte es nicht zum Wahl-Sieg.

Grund dafür könnte unter anderem ein Streich vom 1. Mai sein. Unbekannte hatten mit Flyern und Plakaten für einen Bürger von Widdern geworben. Ohne Rücksicht darauf, dass dieser weder die Aktion noch seine vermeintliche Aufstellung als Kandidat befürwortet hatte.

Warum der echte Kandidat partout nicht mehr Bürgermeister werden soll, ist nicht ganz klar. Vielen scheint er zu unnahbar. Bis morgen, 8. Mai, 18 Uhr, könnten sich theoretisch noch weitere Kandidaten zum zweiten Wahlgang am 2. Juni aufstellen lassen. Ein Lichtblick für Olma: Eine zweite Peinlich-Wahl in diesem Ausmaß wird ihm in jedem Fall erspart bleiben - dann würde ihm die relative Mehrheit reichen.

*echo24.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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