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Corona-Medikament von Pfizer: „Paxlovid“ soll Todesfälle enorm verringern

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Von: Lisa Klein

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Das Corona-Medikament von Pfizer gilt als Hoffnungsträger: „Paxlovid“ soll die Zahl der Todesfälle durch eine Covid-19-Infektion erheblich verringern.

Die Infektionszahlen in Deutschland steigen und auch die Zahl der Todesfälle in Zusammenhang mit einer Corona-Infektion schießen weiter in die Höhe. Insgesamt 104.047 Corona-Tote verzeichnet Deutschland bereits (Stand: 8. Dezember 2021). Die Regierung setzt in erster Linie weiterhin auf eine hohe Impfquote, deshalb möchte der neu gewählte Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) eine Impfpflicht einführen*, wie *echo24.de berichtete.

Doch neben Corona-Impfungen gibt es noch einen anderen Hoffnungsträger im Kampf gegen die Pandemie: Corona-Medikamente. Weltweit wird nach Angaben des US-Biotech-Branchenverbands Bio an mehr als 600 Medikamenten gegen Covid-19 geforscht. Dem US-Pharmakonzern Pfizer ist bereits ein Durchbruch gelungen – das Corona-Medikament des US-Herstellers heißt „Paxovid“ und soll einen tödlichen Verlauf bei einer Covid-Infektion verhindern.

Paxlovid: Corona-Medikament von Pfizer als Hoffnungsträger in der Pandemie

Schon im Januar 2021 haben Wissenschaftler einen ersten Durchbruch in der Corona-Forschung* erzielt und ein Enzym entdeckt, welches die Ausbreitung des Coronavirus im Körper verhindert. Im Oktober 2021 ist in Sachen Corona-Medikament ausgerechnet der Hersteller AstraZeneca ein Hoffnungsträger*. Erste Testergebnisse zeigen: Das von AstraZeneca entwickelte Medikament „AZD7442“ verhindert bei einer Injektion schwere Verläufe und Todesfälle durch eine Covid-19-Infektion bis zu einem gewissen Grad. Doch die Studie zu dem Medikament läuft noch.

Viel weiter ist inzwischen der US-Hersteller Pfizer: Bereits Mitte November hat Pfizer in den USA eine Notfallzulassung für sein neues Corona-Medikament „Paxlovid“ beantragt. Zugelassen ist das Medikament bislang noch nicht. Laut Angaben von Pfizer könne das Risiko für Krankenhauseinweisungen und Todesfälle bei einer Covid-19-Infektion durch das Medikament um 89 Prozent reduziert werden.

Paxlovid soll innerhalb von drei bis fünf Tagen nach Auftreten der ersten Corona-Symptome* eingenommen werden. Das Corona-Medikament ist ein „Proteasehemmer“ und blockiert ein Enzym, welches die Ausbreitung des Coronavirus im menschlichen Organismus verhindert. Somit wird der Krankheitsverlauf abgeschwächt.

Corona-Medikament von Pfizer: Wann wird es Paxlovid in Deutschland geben?

Albert Bourla, Vorsitzender des amerikanischen Pharmakonzerns Pfizer sagt zum Corona-Medikament, es habe das Potenzial, „das Leben von Patienten zu retten, den Schweregrad von COVID-19-Infektionen zu verringern und bis zu neun von zehn Krankenhausaufenthalten zu vermeiden“. 

Die europäische Arzneimittelbehörde EMA hat bereits mit einer Untersuchung des Covid-19-Medikaments „Paxlovid“ begonnen, um Ländern einen frühzeitigen Einsatz noch vor einer Marktzulassung zu ermöglichen, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet. Dazu würden bereits vorhandene Daten von Tests mit „Paxlovid“ bei Erkrankten mit dem Risiko eines schweren Verlaufs ausgewertet.

Zugelassene Corona-Medikamente in der EU: Diese Nebenwirkungen sind möglich

Zurzeit sind drei Medikamente zur Behandlung von Covid-Patienten in der EU zugelassen. Für vier weitere wurden Zulassungsanträge gestellt. Bis vor Kurzem war das einzige in der EU zugelassene Medikament das antivirale Mittel „Remdesivir“ des US-Konzerns Gilead (Handelsnamen Veklury). „Remdesivir“ wird bei Corona-Patienten mit Lungenentzündung, die zusätzlich Sauerstoff (aber noch keine invasive Beatmung) brauchen, eingesetzt.

Kürzlich gab die EU außerdem für zwei Antikörper-Medikamente grünes Licht: „Ronapreve“ des Schweizer Pharmaunternehmens Roche und „Regkirona“ des Herstellers Celltrion aus Südkorea binden bei Infizierten das Spike-Protein von Sars-CoV-2 an sich, sodass der Erreger nicht in die Körperzellen eindringen kann. Damit soll dessen Ausbreitung verhindert und die Viruslast möglichst niedrig gehalten werden. Beide Mittel müssen als Infusion verabreicht werden.

Paxlovid
Ein Corona-Medikament von Pfizer soll das Risiko für Krankenhauseinweisungen und Todesfälle bei einer Covid-19-Infektion um 89 Prozent reduzieren. (Symbolbild) © Uncredited/Pfizer/dpa

Über die Antikörper-Mittel sagt Thorsten Lehr, Pharmazie-Professor von der Universität des Saarlandes laut dpa.: „Die Substanzen sind relativ sicher.“ Es könne zwar Irritation an der Einstichstelle der Infusion geben, aber nennenswerte Nebenwirkungen seien bisher nicht bekannt. Aber: „Ein Medikament, das keine Nebenwirkungen hat, gibt es nicht – und das wirkt auch nicht.“

Corona-Medikamente als Hoffnungsträger im Kampf gegen die Pandemie

Eine weitere vielversprechende antivirale Corona-Pille namens „Molnupiravir“ wurde von dem US-Pharmakonzern Merck & Co. entwickelt. Vor kurzem hat die britische Arzneimittelbehörde „Molnupiravir“ zur Behandlung von leicht bis mittelschwer erkrankten Covid-Patienten in Großbritannien zugelassen, wie die Tagesschau berichtet. In Europa ist die Arzneimittelbehörde EMA noch dabei, die Zulassung des Präparats zu prüfen. Molnupiravir soll laut ersten Studienergebnissen die Zahl von Covid-Patienten, die ins Krankenhaus eingeliefert werden müssen, halbieren.

„Die Medikamente sind eine Säule in der Coronavirus-Bekämpfung“, sagt Pharmazie-Professor Thorsten Lehr. „Es ist gut, dass wir endlich diese Mittel haben.“ Doch eine Kehrtwende für die Pandemie sieht der Wissenschaftler aus Saarbrücken in ihnen noch nicht. „Die Impfung ist der billigere und definitiv viel bessere und effizientere Weg.“ *echo24.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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