Eine Million Packungen für 2022

Paxlovid an Deutschland geliefert – so bekommen Patienten das Corona-Medikament

Paxlovid The Oral Antiviral
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Paxlovid: Erste Lieferungen an Deutschland –so kommt man an das Corona-Medikament.
  • Dominik Jahn
    VonDominik Jahn
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Paxlovid wird geliefert: Nach Verhandlungsschwierigkeiten mit Hersteller Pfizer kommt das Medikament nach Deutschland.

Jetzt ging es ganz schnell mit Paxlovid. Noch vor wenigen Tagen gab es Meldungen über extrem komplizierte Verhandlungen zwischen Deutschland und dem US-Pharmakonzern Pfizer. Zwar gab es einen Vorvertrag, die Lieferungen blieben aber nach der bedingten Zulassung durch die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) weiter aus. Inzwischen gibt es positive Nachrichten zum Corona-Medikament.

Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) meldet, hat Pfizer am Mittwoch (23. Februar 2022) mit der Auslieferung des Covid-19-Medikaments Paxlovid in Deutschland begonnen. Dem Bericht nach gingen die ersten Tabletten vom Verteilzentrum in Karlsruhe an den Pharmagroßhandel. Damit ist das Corona-Medikament in Deutschland erhältlich.

Lieferung von Paxlovid an Deutschland sind gestartet

Wie eine Sprecherin des Unternehmens gegenüber der dpa erklärte, seien für Deutschland „eine Million Packungen für dieses Jahr vorgesehen, von denen etwa 35 Prozent im ersten Halbjahr ausgeliefert werden sollen“. Die weltweite Produktion von Paxlovid und die Verpackung der Tabletten finden nach Angaben des Herstellers Pfizer zudem in Freiburg statt.

Nach den Impfstoffen liegt derzeit der Fokus der Forschung immer stärker auf den unterschiedlichen Corona-Medikamenten. Neben Paxlovid ist für Deutschland noch besonders Molnupiravir interessant. Auch wenn das Medikament des US-amerikanischen Pharmaunternehmen Merck & Co. durchaus kritisch betrachtet wird, konnten gute Werte aus einer Omikron-Studie überzeugen.

Paxlovid: So kommen Patienten an das Corona-Medikament

Bei Molnupiravir ist die Verteilung nicht ganz leicht, wie echo24.de bereits berichtet hat. Apotheken haben das Corona-Medikament vorerst auch nicht auf Lager. Für Paxlovid soll es dagegen etwas leichter sein. Eine Sprecherin von Pfizer äußerte sich gegenüber der Deutschen Presse-Agentur zur möglichen Vorgehensweise: „Apotheken können das Arzneimittel dort bei Vorliegen einer ärztlichen Verschreibung bestellen und an Patientinnen und Patienten abgeben.“

Besonders bei Menschen mit Vorerkrankungen zeigte sich Paxlovid sehr effektiv. Bei ihnen, das ergaben Studien, konnte das Risiko von sehr schweren Krankheitsverläufen um 89 Prozent gesenkt werden. Nach Angaben des Unternehmens erklärt der medizinische Direktor bei Pfizer in Deutschland, Daniel Kalanovic: „Ärztinnen und Ärzte können das Medikament verschreiben und damit besonders Hochrisikopatienten vor schweren Covid-19-Verläufen schützen, zum Beispiel Menschen im hohen Alter, mit chronischen Erkrankungen oder Krebs.“

Zur Einnahme von Paxlovid schreibt die Pharmazeutische Zeitung, sei ganz entscheidend, dass es spätestens fünf Tage nach Beginn der Symptome eingenommen werden muss - und dann über fünf Tage lang.

Paxlovid: Gute Daten im Vergleich und weltweit gefragt

Auch ein direkter Vergleich zwischen Paxlovid und Molnupiravir hat bereits stattgefunden. Die Tests haben dabei gerade für das Corona-Medikament von Pfizer gute Werte aufgezeigt. Sicher auch ein Grund, warum es weltweit sehr gefragt ist. Die USA haben 20 Millionen Pillen geordert, die ersten zehn Millionen Einheiten sind demnach bis Ende Juni bei den Patienten.

An Italien gehen laut einem Bericht der Berliner Morgenpost rund 600.000 Einheiten. Japan wird rund 2 Millionen Einheiten einkaufen und auch Großbritannien möchte sich 2,7 Millionen Paxlovid-Einheiten von Pfizer sichern.

Neben Paxlovid und Molnupiravir: Experten warnen vor „falschem“ Corona-Medikament

Wer über Corona-Medikamente als Schutz für die Zukunft nachdenkt, der muss auch die weniger positiven Erfolge betrachten. So stand in der Vergangenheit immer wieder das Präparat Ivermectin im Blickpunkt harter Kritik. Eine erneute Studie macht jetzt deutlich, warum so viele Experten mit großer Sorge auf das „falsche“ Corona-Medikament schauen.

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