Immer mehr aggressive Mutationen

Schon wieder Virus-Mutation: Kalifornische Variante laut Experten aggressiver

  • Violetta Sadri
    vonVioletta Sadri
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Forscher finden immer mehr neue Coronavirus-Mutationen. Jetzt warnen Experten vor der kalifornischen Variante.

Ist denn nun gar kein Ende der Corona-Pandemie in Sicht? Seit November leben die Deutschen im Lockdown. Immer wieder wurde dieser verlängert. Zuletzt aus Sorge vor den Coronavirus-Mutationen aus Großbritannien und Südafrika, die nachgewiesen zu einer schnelleren Verbreitung führen und noch aggressiver sein sollen.

Beim nächsten Corona-Gipfel am 3. März wollen Bund und Länder erneut über das weitere Vorgehen in der Pandemie beraten. Bundeskanzlerin Angela Merkel arbeitet derzeit an einem 4-Stufen-Plan, der auch Lockerungen beinhaltet. Gleichzeitig warnt sie jedoch vor der dritten Welle.

Also was nun - Lockerung, oder nicht? Was uns die nächsten Wochen erwartet, wird sich schließlich am 3. März zeigen. Doch die Virus-Mutationen breiten sich nicht nur weiter und schneller aus, es kommen auch neue dazu. Wie stuttgarter-nachrichten.de berichtet, soll eine kalifornische Mutation im Umlauf sein. Diese soll ebenfalls ansteckender und aggressiver sein. Die nächste Sorge: Es besteht die Gefahr das die Impfung gegen die südafrikanische Mutation nicht die Wirkung haben könnte, die nötig ist. Das soll Merkel in einer CDU/CSU-Fraktion gesagt haben.

Neue Virus-Mutation entdeckt: Kalifornische Variante auch ansteckender und aggressiver

Dass Viren mutieren, ist völlig normal, aber könnte zum nächsten Problem in der Pandemie werden. Im US-Bundesstaat Kalifornien ist nun eine neue Mutation aufgetaucht. Sie soll ähnlich wie die Variante aus Großbritannien und Südafrika sein und die Pandemie verschlimmern können. Denn sobald zu viele Menschen auf einmal mit dem Virus erkranken, droht die Gefahr, dass das Gesundheitssystem zusammenbricht. Das will die Regierung von Anfang an unbedingt verhindern und die Verbreitung deshalb verlangsamen.

Die Mutation aus Großbritannien B 1.1.7 ist in Deutschland und Europa bereits auf dem Vormarsch. Bei der Variante aus Kalifornien soll es sich um zwei leicht unterschiedliche Untertypen handeln namens B 1.427 und B 1.429. Der Infektiologe und Sequenzierungsexperte Charles Chiu von der University of California in San Francisco sagte gegenüber dem Magazin „Science“: „Diese Variante ist besorgniserregend, weil unsere Daten zeigen, dass sie ansteckender ist, wahrscheinlicher mit schwerer Krankheit verbunden und zumindest teilweise resistent gegen neutralisierende Antikörper.“ Er und seine Kollegen wollen die Befunde in einem Preprint veröffentlichen.

Kalifornische Virus-Mutation: Das haben Forscher herausgefunden

Bei der Analyse wurden Daten von 324 Covid-19 Patienten benutzt, die in Kliniken oder dem medizinischen Zentrum der Universität betreut wurden. Patienten, die an diesem Virustyp erkrankt waren, hatten ein nahezu fünfmal höheres Risiko auf die Intensivstation zu kommen, als Patienten mit dem bisherigen Virustyp. Das Sterberisiko war elfmal so hoch. Außerdem sollen die Betroffenen doppelt so viele Viren in der Nase getragen haben. Daraus resultierten die Forscher, dass die Variante auch deshalb leichter übertragen werden könnte.

In Kalifornien breitet sich die neue Corona-Mutation B.1.427/B.1.429 aus.

Aus den Forschungen ging zudem heraus, dass die Mutation aus Kalifornien auf die Immunität bereits genesener Menschen Auswirkungen haben könnte. Auch im Zusammenhang mit der Impfwirksamkeit könnte es Probleme geben. Die Antikörper würden nach der Impfung nur halb so gut wirken. Antikörper, die sich nach einer Infektion gebildet haben sollen in ihrer Wirksamkeit noch schwächer sein. Andere Experten meinen aber, das bisher noch zu wenig Daten existieren, um daraus schlussfolgern zu können. Von den Untersuchten kamen immerhin nur zehn auf die Intensivstation. Auch die Anzahl der Todesfälle lag unter zehn.

Rubriklistenbild: © Sebastian Gollnow/dpa

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