„Der Zug ist noch nicht abgefahren“

Omikron auf dem Vormarsch: Lauterbach „sehr, sehr in Sorge um die Ungeimpften“

Prof. Dr. Karl Lauterbach, Bundesminister fuer Gesundheit, SPD
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Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) auf einer Pressekonferenz in Berlin.

Omikron verbreitet sich rasend schnell. Die Corona-Fälle steigen seit Tagen. Lauterbach wendet sich mit deutlichen Worten an alle Ungeimpfte.

Berlin - Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) ist wegen der Omikron-Welle in der Corona*-Pandemie „sehr, sehr in Sorge um die Ungeimpften, die jetzt in die Omikron-Welle laufen“. Er appellierte in der Bild am Sonntag noch einmal an die Menschen, sich gegen Corona impfen zu lassen. „Viele Ungeimpfte haben das Gefühl, dass der Zug für sie eh abgefahren sei. Das stimmt nicht!“ Die erste Impfung senke das Sterberisiko bereits nach 14 Tage drastisch.

„Mit der Steigerung der Erstimpfungen können wir in der Omikron-Welle die Zahl der Corona-Toten wirksam senken“, sagte Lauterbach. Studien zeigten, dass sich Omikron wesentlich schneller verbreite als die Delta-Variante des Virus, aber dass Omikron auch etwas weniger schwere Fälle verursache.

„Das ist aber keine Entwarnung für ältere Ungeimpfte“, sagte der 58-Jährige. Auch der Berliner Virologe Christian Drosten warnte vor der wachsenden Gefahr für Ungeimpfte in Deutschland. „Wir haben zu viele ungeimpfte Leute in Deutschland, gerade auch über 60. Und die sind natürlich richtig in Gefahr“, sagt Virologe Drosten im Deutschlandfunk.

Omikron: Große Impflücke in Deutschland

In Deutschland ist die Corona-Inzidenz erneut gestiegen. Das RKI meldet am Sonntag (2. Januar 2022) einen Wert von 222,7. Ein Problem: Noch gar nicht geimpft sind 21,5 Millionen Menschen (25,8 Prozent) - darunter auch rund vier Millionen Kinder, die vier Jahre oder jünger sind und für die bisher noch gar kein Impfstoff zugelassen ist. Deutschland hat eine große Impflücke im Vergleich zu anderen Ländern in Europa. In Dänemark und Großbritannien ist die Impfquote viel höher.

Lauterbach pocht auf Tragen der Masken besonders in Schulen

Der Minister rief auch noch einmal zum Tragen von Masken auf. „Die Viruslast der Infizierten ist bei Omikron niedriger, deshalb wirken Masken besser. Wir sollten unbedingt bei Begegnungen mit anderen Menschen Maske tragen.“ Dies gelte insbesondere für den Unterricht. Lauterbach betont: „Das konsequente Tragen der Masken in den Schulen ist ein absolutes Muss für alle Klassen.“

Lauterbach hofft auf eine baldige Notfallzulassung* von Paxlovid. Die Anti-Corona-Pille von Pfizer ist bereits in den USA zugelassen. In Deutschland soll es jetzt auch ganz schnell gehen.(ml/dpa) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA