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Omikron-Varianten: Angepasste Impfstoffe - die wichtigsten Hersteller

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Von: Dominik Jahn

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Biontech Herstellung des Corona-Impfstoffes
Omikron-Varianten: Diese Hersteller haben ihren Impfstoff angepasst. © dpa/ Boris Roessler

Omikron ist mit den Subtypen BA.4 und BA.5 auf dem Vormarsch: Impfstoff-Hersteller reagieren und testen ihren Booster-Schutz gegen Corona-Varianten.

Wie echo24.de bereits berichtet hat, ist Omikron-BA.5 weiter auf dem Vormarsch und es stellt sich die Frage, wer jetzt noch geschützt ist. Die Corona-Variante bringt immer neue Subtypen mit sich. Nicht nur Baden-Württemberg steht vor neuen Problemen mit dem Virus. Da passt es gut, dass zahlreiche Hersteller ihre Corona-Impfstoffe angepasst haben -oder daran arbeiten.

Noch im März diesen Jahres gab es aber durchaus auch kritische Töne zu den speziellen Impfstoffen von einigen Experten. Forscher sahen zum damaligen Zeitpunkt in einer extra abgestimmten Booster-Impfung keine Lösung. Jetzt also die Wende in der allgemeinen Wahrnehmung. Doch welche Unternehmen kommen überhaupt in Frage für angepasste Impfstoffe? Wer ist wie weit?

Angepasste Impfstoffe gegen Omikron: Hersteller mit zahlreichen Tests

Wie der Verband Forschender Arzneimittelhersteller (vfa) in einem kürzlich veröffentlichen Beitrag schreibt, geht es bei einigen Herstellern nur noch darum, „schon zugelassene Impfstoffe anzupassen“. Viele hätten geprüft, „wie gut eine Boosterung mit ihren vorhandenen Impfstoffen schützt“.

Verband Forschender Arzneimittelhersteller (vfa)

Laut eigener Definition vertritt der vfa die Interessen von 48 weltweit führenden forschenden Pharma-Unternehmen und über 100 Tochter- und Schwesterfirmen in der Gesundheits-, Forschungs- und Wirtschaftspolitik. Es sind mehr als 19.000 Mitarbeiter in Deutschland für die Erforschung und Entwicklung von Arzneimitteln tätig.

Andere Unternehmen, deren Corona-Impfstoffe derzeit noch nicht von der Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) zugelassen sind, haben ebenfalls auf die immer neuen Omikron-Varianten reagiert.

Omikron-Varianten: Hersteller mit zugelassenen Impfstoffen und angepasstem Vakzin

Wie echo24.de berichtet hat, produziert Biontech bereits seit Januar 2022 einen angepassten Impfstoff. Der vfa berichtet, dass das Biotechunternehmen die Entwicklung bereits seit November 2021 vorangetrieben hatte. Dazu heißt es: „Die vergleichende klinische Studie zur Prüfung von Wirksamkeit und Verträglichkeit dieser Impfstoffe begann im Januar 2022. Ergebnisse stehen noch aus“.

Auch der Hersteller Moderna hat demnach bereits die Entwicklung eines speziellen Omikron-Impfstoffes begonnen. Eine klinische Studie dazu gab es auch schon - im Februar. Zu den Ergebnissen erklärte Stéphane Bancel, Chief Executive Officer von Moderna auf der Inetrnetseite des Unternehmens: „Wir prüfen auch, ob wir diesen Omicron-spezifischen Kandidaten in unser multivalentes Auffrischimpfungsprogramm aufnehmen. Wir werden weiterhin Daten mit den Gesundheitsbehörden teilen, um ihnen zu helfen, evidenzbasierte Entscheidungen über die besten Auffrischungsstrategien gegen SARS-CoV-2 zu treffen.“

Laut den genannten Daten der Studie zum Omikron-Impfstoff von Moderna heißt es: „Sieben Monate nach der zweiten Dosis und vor der dritten Auffrischimpfung wurde eine Omicron-Neutralisation nur bei 55 % der Teilnehmer festgestellt“. Das Ärzteblatt berichtet zuletzt dazu, dass der Impfstoff „in einer Phase-2/3-Studie als Booster eine gute neutralisierende Wirkung erzielt“.

Auch Novavax mit angepassten Omikron-Impfstoff

Bei Novavax war im Jahr 2021 zunächst eine heftige Debatte entbrannt, ob es sich bei dem Vakzin nun um einen Totimpfstoff handelt oder nicht. Inzwischen ist das Produkt des US-Pharmaunternehmen als proteinbasierter Impfstoff auf dem deutschen Markt angekommen. Auch Vergleiche mit Biontech über den besseren Schutz liegen bereits hinter dem Vakzin.

Totimpfstoff und mRNA-Impfstoff

Als Totimpfstoff werden inaktivierte Impfstoffe bezeichnet, die nur abgetötete Krankheitserreger oder deren Bestandteile enthalten. Diese können sich nicht mehr vermehren. Die abgetöteten Krankheitserreger werden vom Körper als fremd erkannt. So wird das körpereigene Abwehrsystem angeregt und bildet Antikörper. Die Krankheit selbst bricht nicht aus.
Die mRNA-Impfstoffe enthalten den Bauplan für einen bestimmten Bestandteil des Virus. Dieser Bauplan wird künstlich hergestellt und besteht aus mRNA. Die Körperzellen nehmen die mRNA auf, lesen den Bauplan ab und produzieren das Spike-Protein. Das Immunsystem wird aktiviert und es werden Antikörper gebildet.

Jetzt geht das US-Unternehmen mit einem angepassten Impfstoff für Omikron den nächsten Schritt. Wie derVerband Forschender Arzneimittelhersteller schreibt hat man allerdings noch nicht „das Stadium der Studienerprobung erreicht“. Eine entsprechende Wirkung soll sich aber bereits andeuten.

Omikron-Varianten: Hersteller ohne zugelassenen Impfstoffen und angepasstem Vakzin

Aus der Liste des vfa für Unternehmen, die an einem angepassten Omikron-Impfstoff arbeiten, sind auch Hersteller zu finden, deren ursprüngliches Vakzin noch keine Zulassung durch die EMA erhalten hat. Einer davon ist Valneva.

Das französische Biotechnologieunternehmen lieferte bereits im Dezember 2021 in einer Booster-Studie zur Wirksamkeit gegen Omikron erstaunliche Ergebnisse. Auch wenn Valneva-Chef Thomas Lingelbach die Bezeichnung als klassischer Totimpfstoff eher kritisch gesehen hat, steht sein Impfstoff in der Öffentlichkeit genau als solcher da. Die Zulassung für Europa hängt laut vfa-Bericht weiter im Rolling-Review-Verfahren der EMA fest.

Weitere Hersteller die angepasste Impfstoffe entwickeln

Weitere Entwickler, die mit noch nicht zugelassenen Impfstoffen an einer Anpassung an die Omikron-Varianten des Coronavirus arbeiten*:

Wie der Verband Forschender Arzneimittelhersteller in seinem Bericht abschließend schreibt, soll laut Bundesregierung ab Herbst 2022 „die Möglichkeit für erneute Boosterimpfungen/ 4. Impfung“ geschaffen werden. Zur Verfügung stehen demnach dann „die bisherigen Impfstoffe (gegen den Wuhan-Stamm) und ein Mono-Omikron-Impfstoff von BioNTech sowie ein bivalenter Impfstoff (Wuhan + Omikron) von Moderna zur Verfügung“.

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