Corona-Variante - was Experten empfehlen

Deutsche trotz Booster mit Omikron infiziert: Was das für Impfung bedeutet

  • Christina Rosenberger
    VonChristina Rosenberger
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In Südafrika haben sich junge Deutsche mit der Corona-Variante Omikron infiziert, obwohl sie dreimal geimpft waren. Wie schwer war der Verlauf?

Es heißt immer noch: Durchhalten! Viele Deutsche können die Corona-Maßnahmen, die ständigen Impf-Appelle und die Hinweise auf Abstand und Hygienemaßnahmen nicht mehr sehen. Doch es hilft alles nichts, die Pandemie ist noch immer nicht vorbei. Im Gegenteil lauert wohl schon die nächste Gefahr. Experten fanden vor Kurzem die sogenannte Omikron-Variante*, die von der WHO bereits als besorgniserregend eingestuft wurde. Jetzt berichtet echo24.de* sogar über erste Impfdurchbrüche nach der Booster-Impfung.

Omikron: Impfdurchbrüche trotz Booster - wirken die Impfstoffe noch?

Konkret geht es um gleich sieben Deutsche, die sich nach einer Untersuchung in Südafrika trotz ihrer Drittimpfung mit der Corona-Variante Omikron infiziert haben. Ist das nun ein Grund zur Sorge für alle Geimpften? Immerhin erklärte Wolfgang Preiser, Mitglied der Forschergruppe, die Omikron entdeckt hat, im Tagesspiegel: „Durchbruchsinfektionen gibt es sehr viele. Was wir nicht wussten ist, dass auch eine Booster-Impfung mit Biontech/Pfizer das nicht verhindert.“

Durchbruchsinfektionen gibt es sehr viele. Was wir nicht wussten ist, dass auch eine Booster-Impfung mit Biontech/Pfizer das nicht verhindert.

Prof. Dr. Wolfgang Preiser, Forscher an der University of Stellenbosch in Südafrika

Dennoch gibt Preiser auch gleich wieder eine kleine Entwarnung. Die Impfung helfe immer noch, versichert der Experte. Die Impfdurchbrüche bei den Geboosterten zeige nur, „dass auch die bestmögliche Impfung offensichtlich nicht ausreicht, um eine Infektion zu verhindern – was wir ja schon geahnt haben.“

Coronavirus: Impfdurchbrüche bei Omikron trotz Booster - trotzdem impfen?

Immerhin machen auch die sieben Infizierten Hoffnung. Wie die Deutsche Presse-Agentur mittelt, hatten die Deutschen im Alter von 25 bis 39 Jahren allesamt nicht mit einem schweren Verlauf der Infektion zu kämpfen. Deshalb zieht auch Preiser vorerst ein halbwegs positives Fazit: „Man kann jetzt natürlich sagen: Das sind doch ohnehin junge Leute. Aber man kann schon davon ausgehen, dass zumindest ein schwerer Verlauf verhindert wird.“

Das bedeutet im Klartext: Preiser und sein Forscherteam von der Stellenbosch University in der Nähe von Kapstadt gehen davon aus, dass die Booster-Impfungen auch mit den bisherigen Impfstoffen gegen die Omikron-Variante sinnvoll sind. Es sei zwar immer noch notwendig, die Vakzine anzupassen, doch der Schutz vor schweren Erkrankungen sei nach einer Booster-Impfung wahrscheinlich weiterhin intakt.

Omikron: Können weiterentwickelte Impfstoffe die Lösung sein?

Und die Forschung an der Weiterentwicklung der bisherigen Impfstoffe läuft bereits auf Hochtouren. Moderna und Novavax gaben kürzlich bekannt, an einer Anpassung ihrer Impfstoffe zu arbeiten* und auch Biontech und Pfizer wollen ihren mRNA-Impfstoff auf die Omikron-Variante abstimmen*.

Preiser nimmt aber auch hier direkt wieder eine realistische Haltung ein. Die Hoffnung, mit einem angepassten Impfstoff vollständig immun gegen eine Corona-Infektion zu sein, erstickt der Virusforscher im Keim. „Man muss sich bewusst sein, dass auch die eine Infektion nicht zu 100 Prozent verhindert. Sprich: Man muss die Vorsichtsmaßnahmen weiterhin einhalten“, erklärte der Wissenschaftler weiter im Tagesspiegel.

Derweil setzen auch die Gesundheitsexperten in Deutschland weiterhin auf Booster-Impfungen gegen die Omikron-Variante. Der Berliner Virologe Christian Drosten beispielsweise sieht Omikron als Knackpunkt in der Frage, wie lange die Pandemie noch andauern wird* - und appelliert in dem Zug an die Bevölkerung, endlich die Impflücken zu schließen. *echo24.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © dpa

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