Neuer Wochenbericht

Omikron-Subtypen: RKI weist neue „besorgniserregende“ Corona-Varianten nach

  • Marc Dimitriu
    VonMarc Dimitriu
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Von der Corona-Variante Omikron gibt es zahlreiche Subtypen. Mehrere wurden schon in Deutschland nachgewiesen. Das RKI ordnet die neuen Daten ein.

Bei den zahlreichen Corona-Varianten den Überblick zu behalten, ist nicht einfach. Bei Omikron kommen nun auch noch gleich mehrere Subvarianten hinzu. Mittlerweile dominiert in Deutschland der Subtyp BA.2. In einer Stichprobe gibt das Robert-Koch-Institut (RKI) den Anteil für vorletzte Woche mit über 95 Prozent an. BA.2 verdrängte, dank besserer Übertragbarkeit, die zuvor vorherrschende BA.1-Variante. Doch es gibt noch mehr neue Omikron-Subtypen und Mischvarianten.

Corona: Neue Omikron-Subtypen noch selten in Deutschland

Diese sind nach Daten des Robert Koch-Instituts bisher aber relativ selten oder gar nicht in Deutschland gefunden worden. Von der Linie BA.5 seien mit Stand 18. April insgesamt 25 Proben nachgewiesen, heißt es im RKI-Wochenbericht von Donnerstagabend. Der Anteil in der Stichprobe betrug demnach vorletzte Woche 0,2 Prozent. Aktuellere Werte gibt es noch nicht. BA.4 sei bislang nicht nachgewiesen worden. In Deutschland wird jedoch nur bei einem kleinen Anteil der positiven Proben das Erbgut entschlüsselt.

BA.4 und BA.5 sind erst kürzlich bekannt geworden und werden von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als Teil von Omikron als besorgniserregend einstuft. Nach WHO-Angaben gab es Nachweise aus Südafrika und einigen Ländern Europas. Beide Sublinien wiesen teils andere Charakteristika als andere Omikron-Varianten auf, hieß es - aber Details sind zunächst noch offen, wie Merkur.de berichtet.

Corona in Deutschland: Mehrere Mischvarianten laut RKI im Umlauf

Daneben berichtet das RKI von Nachweisen mehrerer Mischvarianten (sogenannten Rekombinanten), die beobachtet würden. Sie können entstehen, wenn eine Wirtszelle gleichzeitig mit zwei verschiedenen Erregern infiziert ist. Das RKI hält folgende Nachweise fest: je einen von XD (Spike-Protein von Omikron, Rest Delta) und von XE sowie drei von XG. Die beiden letztgenannten seien Mischungen aus BA.1 und BA.2.

Es tauchen immer mehr Subtypen der Omikron-Variante auf – das RKI hat weitere „besorgniserregende“ Corona-Mutationen nachgewiesen. (Symbolbild)

„Die am häufigsten (90-mal) nachgewiesene XM-Linie ist eine Rekombinante aus den Omikron-Sublinien BA.1.1 und BA.2“, schreibt das RKI. Diese sei Mitte Februar zum ersten Mal identifiziert und seitdem in mehreren europäischen Ländern nachgewiesen worden, darunter in Dänemark, den Niederlanden und Großbritannien. Der Nachweis sei teils auch durch gezielte Suche nach bestimmten charakteristischen Mutationen erfolgt, hieß es. Das RKI weist zudem darauf hin, dass die Klassifizierung derzeit noch fehleranfällig sein könne. Insgesamt nimmt aber die allgemeine Dynamik in der Corona-Pandemie, Feiertagsnachmeldungen ausgenommen, weiter ab.

Bislang lägen bei den Rekombinanten keine epidemiologischen Hinweise auf veränderte Übertragbarkeit, Krankheitsschwere und/oder veränderte Immunantwort im Vergleich zu den Ausgangsvarianten vor. Wie es hieß, ist XE im Vergleich zu BA.2 gegebenenfalls etwas leichter übertragbar.

Neue Omikron-Variante in den USA: Lauterbach warnt

In den USA ist nun eine weitere Variante aufgetaucht: BA.2.12.1. Wie das New Yorker Gesundheitsamt berichtet, soll die Virus-Variante einen deutlichen Wachstumsvorteil gegenüber der bisher bekannten Form BA.2 haben. Gesundheitsminister Karl Lauterbach warnte bereits auf Twitter vor der neuen Variante. Er schreibt dazu: „Niemand hört das gerne, aber es ist so: Das Coronavirus bleibt unberechenbar. Durch Überwachung neuer Varianten und Anpassungen der Impfstoffe sind wir aber gut vorbereitet“. (md mit dpa)

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