Erster Omikron-Impfstoff

Omikron: Biontech startet mit der Produktion eines angepassten Impfstoffs

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Die in der EU zugelassenen Impfstoffe schützen nicht optimal vor einer Infektion mit Omikron. Biontech startet deshalb nun mit der Produktion eines angepassten Corona-Vakzins.

Weltweit breitet sich die Corona-Variante Omikron B.1.1.529 immer weiter aus. Die Sorge vor einer regelrechten Omikron-Welle in Deutschland, aber auch in anderen Ländern, ist groß. Die Stuttgarter Mathematikerin Tanja Stadler ist Vorsitzende der Schweizer Corona-Taskforce und rechnet sogar fest mit einer Omikron-Welle, die es in sich hat.

Das Problem: Die bislang in der EU zugelassenen Corona-Impfstoffe sollen nicht optimal vor einer Infektion mit der Omikron-Variante schützen. Zwar sei der Impfschutz vor einem schweren Verlauf auch bei einer Omikron-Infektion weiterhin hoch, nicht aber vor einer Ansteckung. Um einen optimalen Impfschutz zu gewährleisten, passen mehrere Hersteller ihre Vakzine an Omikron an. Biontech/Pfizer hat nun als erster Hersteller bereits mit der Produktion eines Omikron-Impfstoffes begonnen.

Omikron: Biontech/Pfizer startet mit der Produktion eines angepassten Impfstoffs

Das Mainzer Pharmaunternehmen Biontech und sein US-Partner Pfizer haben mit der Produktion eines an die Omikron-Variante angepassten Corona-Impfstoffs für eine spätere kommerzielle Nutzung begonnen. Das teilte Biontech-Chef Ugur Sahin am Dienstag (11. Januar 2022) auf einer Gesundheitskonferenz der US-Bank J.P. Morgan mit.

Ende Januar werde eine klinische Studie zu dem Impfstoff beginnen, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet. „Wir gehen davon aus, dass wir bis März für eine Belieferung des Marktes bereit sind, wenn die behördlichen Genehmigungen vorliegen“, sagte Sahin. Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) hat bislang noch nicht erklärt, ob sie einen an Omikron angepassten Impfstoff mit einer anderen Zusammensetzung als bei dem derzeit verwendeten Vakzin für notwendig hält.

Omikron-Impfstoff: Biontech produziert Millionen angepasste Impfdosen vor

Pfizer-Konzernchef Albert Bourla sagte dem US-Sender CNBC am Montag (Ortszeit) ebenfalls, das Unternehmen habe auf eigenes Risiko mit der Produktion des angepassten Impfstoffs begonnen. Er wisse nicht, ob das Mittel gebraucht werde oder wie es verwendet werde. „Aber wir werden bereit sein“, sagte Bourla.

Biontech beginnt mit der Produktion eines Corona-Impfstoffs, der an die Omikron-Variante angepasst wurde. (Symbolbild)

Ein Sprecher des Unternehmens erklärte am Dienstag, es sollen bis Ende März oder Anfang April etwa 50 Millionen bis 100 Millionen Dosen des neuen Omikron-Impfstoffs vorproduziert sein. Für das Jahr 2022 gehen Biontech und Pfizer von einer Produktionskapazität von bis zu vier Milliarden Impfstoff-Dosen weltweit aus. „Wir erwarten, dass auch im Jahr 2022 eine starke Nachfrage nach unserem Impfstoff besteht“, sagte Sahin in seinem Online-Auftritt.

Aktuell sei die Pandemie-Situation weiter unklar und daher nicht vorhersehbar, welche Virusvariante als nächste auftauche. „Es ist aber sehr wahrscheinlich, dass ein Omikron-Impfstoff auch die Immunreaktionen gegen alle existierenden Varianten verstärkt“, sagte Sahin. Erst kürzlich ist noch eine weitere neue Variante in Frankreich aufgetaucht: „B.1.640.2“.

Rubriklistenbild: © Lino Mirgeler/dpa

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