Zulassung von Molnupiravir in den USA stand auf der Kippe

Omikron und Corona-Medikamente: Was hilft gegen die neue Variante?

  • Julia Cuprakowa
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Das Coronavirus breitet sich immer weiter aus. Viele setzten deshalb auf die Impfung – und auf die neu entwickelten Medikamente. Wirken diese aber auch gegen Omikron?

Seitdem vor knapp zwei Jahren die ersten Corona-Patienten Deutschlands behandelt wurden, ist das Virus mutiert. Die neue Variante Omikron verbreitet sich besonders schnell, wie echo24.de im aktuellen Corona-Ticker für Baden-Württemberg berichtet. Sie ist so verändert, dass sich Geimpfte und Genesene häufiger anstecken als bei der Delta-Variante. Zudem versagen bei Omikron bestimmte, aufwendig entwickelte Medikamente. Doch einige neuere Präparate machen durchaus Hoffnung.

Nach einer im Fachmagazin „Cell“ veröffentlichten Studie, an der deutsche Teams aus Göttingen, Hannover, Braunschweig und Erlangen beteiligt waren, scheinen mehrere Präparate bei Omikron ihre Wirksamkeit einzubüßen. Dabei geht es laut Mitteilung der Uni Erlangen um die meisten der zugelassenen und gegen frühere Varianten wirksamen Medikamente auf Antikörper-Basis.

Omikron und Corona-Medikamente: Laut Studie – Antikörper-Präparate weisen reduzierte Wirksamkeit auf

Aber was ist der Grund für die schlechte Wirksamkeit der Präparate? Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet, habe sich das Omikron-Virus gegenüber früheren Varianten deutlich verändert, daher können Antikörper – also körpereigene oder als Medikament hergestellte – die Infektion nicht mehr so gut bekämpfen.

Darunter sind zum Beispiel Antikörper-Präparate wie Casirivimab und Imdevimab, Etesevimab und Bamlanivimab. Auf diesen Medikamenten ruhte zunächst die ganze Hoffnung – denn bei früher Gabe sollten sie schwere Corona-Verläufe verhindern können. Bei Omikron gilt die Wirkung nun als reduziert. Studien zufolge hemmt aber das neue Antikörper-Präparat Sotrovimab Omikron. Dieses empfiehlt auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO).

Corona-Medikamente: Paxlovid und Molnupiravir schützen vor schweren Omikron-Verläufen

Während die Antikörper-Gabe nur in einer frühen Phase der Krankheit hilft, bleibt das entzündungshemmende Dexamethason später bei schwerem Verlauf die Standard-Behandlung. Weiter verabreicht werden auch Interleukin-6-Antagonisten, die auch die Entzündungsreaktion blockieren und die ursprünglich für rheumatische Erkrankungen entwickelt wurden, und sogenannte Januskinase-Inhibitoren wie Baricitinib, wie die dpa weiter berichtet.

Hoffnungen ruhen außerdem auf neuen antiviralen Arzneimitteln wie Paxlovid und Molnupiravir – die ersten Pillen gegen Corona, die in wenigen Wochen auf Rezept in den Apotheken erhältlich sein sollen. Der Pandemie-Beauftragte des Klinikums rechts der Isar der TU München, Christoph Spinner, sieht gute Chancen in den neuen Medikamenten. Molnupiravir werde „als Kapsel zweimal täglich über fünf Tage eingenommen und wirkt auch gegen die Omikron-Variante.“

Allerdings kommt Molnupiravir nicht ohne einige gravierende Nebenwirkungen aus, wie echo24.de berichtet. In Kürze werde Paxlovid als weitere orale Therapie-Option hinzukommen. Es schützt laut Spinner ebenfalls vor Omikron – und bis zu 90 Prozent vor schweren Verläufen.

Rubriklistenbild: © dpa/ Klaus-Dieter Esser

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