Schutz vor Omikron nicht ausreichend

Omikron-Studie: Corona-Dämpfer – vierte Impfung schützt nicht ausreichend

  • Lisa Klein
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Eine vierte Corona-Impfung soll laut einer aktuellen Studie aus Israel keinen ausreichenden Schutz vor der Virusvariante Omikron bieten. Wie geht es weiter?

Eine Studie aus Israel hat bereits ergeben, dass die Immunantwort nach einer vierten Impfung gegen das Coronavirus nicht ausreicht. Die Zahl der Antikörper, welche sich nach einer vierten Impfung beziehungsweise einem zweiten Booster mit Biontech bilden, sei den Studienergebnissen zufolge nicht hoch genug, um einen längerfristigen Schutz vor dem Coronavirus zu bieten. Eine fünfte Impfung sei früher oder später nötig. Nun gibt es den nächsten Dämpfer: Eine weitere Studie aus Israel zeigt, dass eine vierte Impfung keinen ausreichenden Schutz vor der Virusvariante Omikron bietet.

Eine vierte Corona-Impfung schützt laut einer israelischen Studie nicht ausreichend vor einer Infektion mit der Omikron-Variante. Es werden auch bei vierfach Geimpften Ansteckungen beobachtet, sagte die Studienleiterin Professor Gili Regev vom Schiba-Krankenhaus bei Tel Aviv am Montag (17. Januar 2022).

Corona-Studie aus Israel: Vierte Impfung schützt nicht ausreichend vor Omikron

Zwei Wochen nach einer vierten Dosis des Präparats von Biontech/Pfizer sei zwar ein „schöner Anstieg“ der Antikörper zu beobachten, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet. Deren Zahl liege sogar etwas über dem Wert nach der dritten Impfung. „Aber für Omikron ist dieser schöne Wert nicht genug.“ Regev betonte, es handele sich um Zwischenergebnisse der Studie, sie wollte daher auch keine genaueren Zahlen nennen.

In einer weiteren Studie soll untersucht werden, ob eine Kreuzimpfung womöglich einen besseren Schutz bietet. Rund 150 Teilnehmer der Studie hatten vor zwei Wochen eine vierte Dosis des Vakzins von Biontech-Pfizer erhalten. Vor einer Woche erhielten dann 120 weitere Teilnehmer nach drei Dosen Biontech/Pfizer eine vierte Impfung mit Moderna.

Omikron-Studie: Wirksamkeit einer vierten Corona-Impfung reicht nicht aus

Doch das Ergebnis ist laut Regev bislang nicht vielversprechend: Die Ergebnisse beider Gruppen nach einer Woche seien sehr ähnlich. „Wir sehen keinen erheblichen Unterschied.“ Die Zahl der Studienteilnehmenden ist allerdings zu gering für eine repräsentative Studie und nicht ausreichend, um eine darauf basierende allgemeine Empfehlung abgeben zu können.

„Die Entscheidung, Immungeschwächten die vierte Dosis zu geben, könnte zwar einen kleinen Vorteil verleihen“, sagte Regev. „Aber vermutlich nicht genug, um sie der ganzen Bevölkerung zu geben.“ Die Studienleiterin sprach angesichts der vorläufigen Ergebnisse von einem „Dilemma“: „Wenn jemand eine persönliche Gefährdung hat, dann sollte man besser jetzt impfen, wenn nicht, dann vielleicht besser abwarten.“

Corona-Dämpfer: Vierte Impfung schützt nicht ausreichend – und jetzt?

In Deutschland sind wir bislang noch etwas weiter entfernt von dem Thema vierte Corona-Impfung. Denn primär hat die Ständige Impfkommission (Stiko) nun erstmal eine Empfehlung für eine dritte Impfung drei Monate nach der Grundimmunisierung ausgesprochen. Zum Thema vierte Impfung hat sich die Stiko bislang noch nicht geäußert.

Zumindest was den Schutz vor Omikron angeht, könnte es eventuell schon bald eine Lösung geben. Denn Biontech hat bereits mit der Produktion eines Omikron-Impfstoffes begonnen, welcher an die Virusvariante angepasst wurde. Auch andere Studien rund um das Thema Booster-Impfung und Schutz vor Omikron wurden bereits durchgeführt und geben immerhin teilweise etwas Aufschluss.

Eine vierte Impfung gegen das Coronavirus soll aktuellen Studienergebnissen aus Israel zufolge nicht ausreichend vor Omikron schützen. (Symbolbild)

Dabei hat sich herausgestellt, dass ein Impfstoff als Booster beinahe wirkungslos ist und gänzlich ungeeignet. Hingegen hat sich bereits bei einer Studie aus Großbritannien gezeigt, dass eine Impfstoff-Kombi wohl den besseren Omikron bietet*. Bislang sind Forscher allerdings noch zu keinem klaren Ergebnis gekommen, wie mit der Impfstoffkampagne vor allem mit Blick auf Omikron am besten umgegangen werden sollte.

Erste Studienergebnisse zeigen generell, dass eine Booster-Impfung mit Biontech oder Moderna zwar bislang keinen optimalen Schutz bietet, aber dennoch immerhin gut vor schweren Verläufen schützt. Ein ähnliches Ergebnis zeichnet sich auch bei den Vektorimpfstoffen ab: Ein Booster mit Johnson & Johnson soll einen guten Schutz vor Omikron bieten und auch der Impfstoff von AstraZeneca zeigt einen hohen Schutz vor Omikron. Wie künftig eine höhere Immunantwort erzielt werden soll und in welchen Abständen künftig geimpft werden sollte, bleibt vorerst offen.

Rubriklistenbild: © Mirko Hannemann/dpa

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