Ungeimpfte oft nicht zugelassen

Skiurlaub in Österreich: Knallhart-Regeln trotz Lockdown-Ende für Urlauber

  • Christina Rosenberger
    VonChristina Rosenberger
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  • Dominik Jahn
    Dominik Jahn
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Österreich ist endlich wieder raus aus dem Lockdown für alle. Dennoch müssen Skiurlauber Geduld haben. Wer auf die Piste will, muss dafür harte Regeln beachten.

Update vom 30. Dezember: Leichtes Aufatmen für Winterurlauber, die nach Österreich fahren wollen - der allgemeine, landesweite Lockdown wurde mittlerweile wieder beendet. Dennoch gelten, wie auch in Baden-Württemberg, weiterhin strenge Corona-Regeln. Besonders Ungeimpfte trifft das hart. Sie müssen sich an ganztägige Ausgangsbeschränkungen halten - und auch sonst sind die Maßnahmen gegen die Pandemie weiterhin streng. Hier ein Überblick:

Zunächst vorweg: Alles in Österreich ist auf die 2G-Regel ausgelegt - bedeutet, Hotels und Restaurants dürfen wieder Gäste empfangen, diese müssen aber geimpft oder genesen sein. Auch die Gondeln und Skilifte sind in Betrieb, setzen aber auf 2G. Für Kinder bis zum vollendeten 12. Lebensjahr gilt eine Ausnahme. Außerdem gibt es eine spezielle Regelung für Jugendliche zwischen 12 und 15 Jahren.

Skiurlaub in Österreich: Das ist unter Corona-Regeln möglich - alle Infos

Die Kids können den 2G-Nachweis nämlich auch über den sogenannten Holiday-Ninja-Pass erbringen, wie der ADAC berichtet. Dieser ist dazu da, mehrere aufeinanderfolgende Testungen zu dokumentieren und kann beim Österreichischen Tourismusministerium heruntergeladen werden.

So funktioniert der Holiday-Ninja-Pass

Die Voraussetzung für den Pass sind serielle Testungen. Das bedeutet, dass innerhalb von 5 Tagen mindestens 3 Tests durchgeführt werden müssen, davon zumindest 2 PCR-Tests. Sofern innerhalb dieser 5 Tage ein durchgängig gültiger Testnachweis mit PCR- und/oder Antigen-Test vorhanden ist und auch mitgeführt wird, bedeutet dies eine Gleichstellung mit jeglichem Nachweis einer geringen epidemiologischen Gefahr (Nachweis für 2G, 2G+ oder auch Booster+), auch für die Tage 6 und 7 ohne weitere Testnachweise. Damit ist der Aufenthalt in österreichischen Beherbergungsbetrieben, Restaurants, Freizeitbetrieben, die Nutzung von Seilbahnen und auch die Einreise möglich.

Die Gültigkeitsdauer beträgt 48 Stunden für Antigentests und 72 Stunden für PCR-Tests.
(Quelle: sichere-gastfreundschaft.at)

Auch der Mund-Nasen-Schutz spielt in Österreich weiterhin eine große Rolle. Es gilt eine FFP2-Maskenpflicht ab 15 Jahren in vielen Bereichen. Davon sind unter anderem Gondeln, Sessellifte mit Haube oder auch Wartehallen vor den Liftanlagen betroffen. Ausnahmen gibt es nur für kleinere Kinder. Bis zum vollendeten sechsten Lebensjahr sind sie vollständig von der Markenpflicht befreit, Kinder zwischen 7 und 14 Jahren können einen einfachen Mund-Nasen-Schutz tragen.

Skiurlaub in Österreich: Einreisebestimmungen immer noch streng - was für wen gilt

Besonders streng sind in Österreich die Einreisebestimmungen, zum 20. Dezember wurden sie extrem verschärft. Nun müssen Geimpfte und Genesene zusätzlich eine Booster-Impfung oder ein aktuelles negatives PCR-Test-Ergebnis vorweisen. Der Test darf maximal 72 Stunden alt sein. Wer diese Kriterien nicht erfüllt, muss direkt nach der Einreise für 10 Tage in Quarantäne und kann diese nur durch einen negativen PCR-Test wieder beenden.

Ungeimpfte können zwar nach Österreich einreisen, benötigen dafür allerdings Geduld. Sie müssen bei der Einreise ein Einreiseformular ausfüllen und dann 10 Tage in Quarantäne. Diese können sie erst nach frühestens 5 Tagen beenden, indem sie sich freitesten. Doch, wie bereits berichtet, bringt die Einreise besonders für Wintersport-Fans nicht viel. Sie können ohnehin die meisten Angebote nicht nutzen.

Da macht ein Skiausflug innerhalb Deutschlands oder in der Schweiz mehr Sinn. Die unterschiedlichen Regelungen für Skigebiete in Österreich, der Schweiz und Deutschland sind im eben verlinkten Artikel zusammengefasst.

Skifahren in Österreich: Hohe Corona-Infektionszahlen lösten sogar den Lockdown aus

Erstmeldung vom 17. November: Österreich hat seit dem 22. November den Lockdown für alle verhängt - Geimpfte, Genesene, Ungeimpfte, alle müssen sich Einschränken. Für Skiurlauber aus Deutschland stellt sich dabei die Frage, ob und wie sich die Reise ins Skigebiet stornieren lässt. Doch es gibt inzwischen wieder Hoffnung.

Der Lockdown soll in Österreich voraussichtlich bis 13. Dezember gehen. Während dieser Zeit gibt es ganztägige Ausgangsbeschränkungen, von denen das Skifahren - laut einer Meldung des Allgemeine Deutsche Automobil-Club (ADAC) - als sportliche Betätigung im Freien allerdings ausgenommen ist. Laut austria.info sind im Lockdown touristische Reisen aber natürlich nicht möglich.

Corona-Regeln in Österreich nach dem Lockdown: Alle Infos

Danach gilt die 2G-Regel. Außerdem wird es eine FFP2-Maskenpflicht in vielen Bereichen geben. Wie echo24.de vor Tagen in einer ersten Version berichtet hatte, haben sich die Skigebiete in Österreich bereits frühzeitig auf verschärfte Corona-Regelungen verständigt. Die Corona-Regeln für die Pisten in der aktualisierten Version im Überblick:

  • Auf den Skipisten wird die 2G-Regel gelten. Seilbahnbetreibende dürfen also nur gegen Covid-19 Geimpfte oder davon Genesene befördern.
  • Seilbahnen
    FFP2-Maske in geschlossenen Gondeln und Kabinen sowie im Seilbahnbereich.
  • Ab 22. November
    2G-Regel („geimpft, genesen“), sowie eine FFP2-Maske
    Wichtig: Tests (Antigen, PCR, Antikörper) nicht für Zugang ausreichend
  • Beherbergung:
    Für jegliche Art der Beherbergung ist 2G notwendig. Auch in der Ferienwohnung oder Hütte.
  • Après-Ski
    2G-Regel - geimpft oder genesen
    Tests (Antigen, PCR, Antikörper) nicht für Zugang ausreichend
  • Adventsmärkte
    2G-Regel - geimpft oder genesen
    Tests (Antigen, PCR, Antikörper) nicht für Zugang ausreichend
  • Eintrittsnachweise:
    Corona-Tests jeglicher Art (PCR-, Antigen- und Antikörper-Tests) sind nicht mehr als Eintrittsnachweise zulässig.
  • Impfzertifikat
    Gültigkeit der Impfzertifikate reduziert sich ab 6. Dezember auf neun Monate ab erfolgter Vollimmunisierung (bisher 12 Monate)
  • Besonderheit für Johnson&Johnson-Impfstoff
    Achtung! Eine Einmalimpfung mit Johnson & Johnson wird nur noch bis 3. Januar 2022 anerkannt, danach ist eine Auffrischung notwendig.

Skiurlaub in Österreich: Allgemeine Corona-Regeln für Einreise

Wie das Portal austria.info schreibt, ist die „Einreise aus Ländern mit ausreichend niedriger Inzidenz ohne Quarantäne möglich“. Laut Einreiseverordnung von Österreich ist die Voraussetzung, dass man sich in den letzten zehn Tagen vor der Reise ausschließlich in diesen Ländern oder Österreich aufgehalten habt. Weitere Bestimmungen im Überblick*:

  • Skiurlauber brauchen ein gültiges Zertifikat oder ärztliches Zeugnis über einen negativen Test auf COVID-19 (bis einschließlich 21. November 2021 ist ein Antigentest nicht älter als 48 Stunden zugelassen, ab 22. November 2021 werden nur noch PCR-Tests nicht älter als 72 Stunden ab Probenentnahme anerkannt)
  • Nachweis über eine vollständige Impfung
  • Für die Impfung gilt:
    - 21 Tage nach der Impfung mit einem Vakzin, für das nur eine Impfdosis erforderlich ist, wobei diese nicht länger als 270 Tage zurückliegen darf, oder
    - ab dem Tag der Zweitimpfung mit einem Vakzin, für das zwei Impfdosen erforderlich sind, wobei die Zweitimpfung nicht länger als 360 Tage zurückliegen darf, oder
    - Impfung bei Genesenen, sofern mindestens 21 Tage vor der Impfung ein positiver molekularbiologischer Test (z.B. PCR-Test) auf SARS-CoV-2 bzw. vor der Impfung ein Nachweis über neutralisierende Antikörper vorlag
  • Genesungsnachweis (Infektion in den vorangegangenen 180 Tagen)
  • Antikörpernachweis (maximal 90 Tage alt)
  • *laut Einreiseverordnung Österreich

Beim deutschen Auswärtigen Amt heißt es derweil zu Reisen nach Österreich (Stand 23. November): Vor nicht notwendigen, touristischen Reisen nach Österreich, mit Ausnahme der Gemeinden Mittelberg und Jungholz und dem Rißtal im Gemeindegebiet von Vomp und Eben am Achensee, wird derzeit gewarnt. Bei der Rückkehr nach Deutschland gilt für die Urlauber aber eine 10-tägige Quarantäne-Pflicht. Frühestens am fünften Tag kann man sich freitesten.

Corona-Maßnahmen: Skigebiete Schweiz und Deutschland

Neben Österreich, haben sich auch die Skigebiete in der Schweiz und die Top-Skigebiete in Baden-Württemberg für entsprechende Corona-Maßnahmen entschlossen. In Deutschland hat sich zum Beispiel das Skigebiet rund um den Feldberg schnell für harte Regelungen entschieden.

Ischgl nach Corona-Desaster 2020: Bessere Maßnahmen

Das Skigebiet Ischgl wurde zu Beginn der Pandemie als Corona-Hotspot zum Negativ-Beispiel. Für die anstehende Wintersportsaison möchten es die Verantwortlichen besser machen. Auf der Seite ischgl.com werben sie mit dem Satz: „Wir haben die Zeit genutzt, um noch besser zu werden“.

Corona-Maßnahmen greifen auch in den Skigebieten.

Ischgl macht ebenfalls aus 3G jetzt 2G. Nur noch geimpfte und genesene Personen haben Zutritt. Die Regelung gilt ab dem 16. Lebensjahr. Wichtig: „Bei nicht-österreichischen Kindern von 12-15 Jahren wird gerade mit dem Bundesministerium abgeklärt, ob hier ein PCR-Test möglich ist und dieser dann als 2G-Nachweis gilt“. Ansonsten werden alle für Österreich gültigen Regelungen umgesetzt.

Rubriklistenbild: © Stefanie Oberhauser/dpa

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