Siegen zieht mit Göttingen gleich

Frauen dürfen in Siegen jetzt „Oben ohne“ im Freibad schwimmen

Freibad
+
Siegen zieht nach: Nach Göttingen dürfen nun auch hier Frauen „oben ohne“ im Freibad schwimmen.
  • Sebastian Richter
    VonSebastian Richter
    schließen

Dürfen Frauen ohne Oberteil im Freibad schwimmen gehen? In Siegen (NRW) ist das jetzt möglich – auch, wenn es einige Bedenken gab.

Eine Frau, die in Göttingen ohne Oberteil schwimmen gehen wollte, löste bundesweit Diskussionen aus. Die Stadt beschloss daraufhin, dass auch Frauen „Oben ohne“ in Frei- und Hallenbädern schwimmen dürfen. Jetzt zieht die Stadt Siegen nach.

Ein Vorschlag der Volt-Fraktion brachte den Stein ins Rollen. Die zwei Parteimitglieder im Rat Siegen stellten den Antrag mit dem Betreff „Gleiche Brust für Alle!“ zur Diskussion, am Mittwoch (15. Juni) nahmen die Mitglieder den Vorschlag an. Konsequenz: Die Badeverordnung der Stadt wird erweitert, berichtet 24RHEIN.

„Oben ohne“ im Schwimmbad – in Siegen geht das jetzt

Konkret regelt ein zusätzlicher Satz, ob Frauen ohne Oberteil baden gehen dürfen. Die Verhaltensregeln werden mit einem klärenden Satz ergänzt. Bisher hieß es dort: „Der Aufenthalt im Nassbereich der Bäder ist grundsätzlich nur in üblicher Badekleidung aus geeignetem Material und mit Badeschuhen oder barfuß gestattet“. Neu kommt dazu: „Dabei muss die Badekleidung lediglich die primären Geschlechtsmerkmale vollständig bedecken“.

Nach dem Antrag von Volt sei die „juristische Beurteilung recht eindeutig“. In den Badeordnungen heiße es demnach in den meisten Städten, dass eine Badehose der „üblichen Badekleidung aus geeignetem Material“ entspreche. Das Geschlecht der betroffenen Person spiele keine Rolle. Deshalb werde im Antrag „lediglich auf die Bedeutung dieser zur Abstimmung stehenden Maßnahmen für die Gleichberechtigung“ eingegangen. Die breit geführte Diskussion zu „Oben ohne“ in Frei- und Hallenbädern zeige, dass sich ein „relevanter Teil der Gesellschaft eine Veränderung“ wünsche.

Siegen: Mehrheit stimmt „Oben ohne“ für Frauen in Schwimmbädern zu

Dass ein großer Anteil der Bevölkerung die „Gleiche Brust für Alle!“ unterstütze, glaubt auch eine Mehrheit des Siegener Rats. Von 70 Mitgliedern stimmten 50 für den Antrag. „Auch wenn einige Ratsmitglieder Bedenken ob der Sicherheit der Brustbesitzer*innen hatten, wurde der Antrag auf die Änderung der Bäderordnung nach kurzer, humoriger Debatte angenommen“, schreibt Volt Siegen-Wittgenstein auf Facebook. Unterstützt wurde der Antrag von Volt laut dem Post von den Ratsmitgliedern von Linke, SPD, FDP und den Grünen.

Diskussion zu „Oben ohne“ auch in Köln angekommen

Auch im Kölner Rat bemühen sich Volt und Grüne um „Oben ohne“ im Schwimmbad für Frauen. Der Ausschuss für die Gleichstellung von Frauen und Männern brachte eine Anfrage ein, das Rathaus hat inzwischen geantwortet: „Die KölnBäder wollen an der aktuellen Regelung festhalten, dass auf der Liegeweise ein Aufenthalt mit nacktem Oberkörper auch weiterhin möglich ist.“ Im Umkehrschluss bedeutet das, mit „angemessener Bekleidung“ zum Schwimmen bei Frauen ist ein Badeanzug oder Bikini – und das soll erstmal so bleiben. (spr)