Corona-Impfstoff von Novavax

Novavax ist zugelassen: So funktioniert der proteinbasierte Corona-Impfstoff

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Der Corona-Impfstoff „Nuvaxovid“ des US-Herstellers Novavax ist in der EU zugelassen. Doch wie funktioniert der Protein-Impfstoff?

Der Corona-Impfstoff „NVX-CoV2373“ des US-Herstellers Novavax ist seit Montag (20. Dezember 2021) offiziell in der EU zugelassen. Nach einer entsprechenden Empfehlung der EU-Arzneimittelbehörde EMA erteilte die EU-Kommission dem Impfstoff am Montag die bedingte Marktzulassung. Damit ist der Novavax-Impfstoff das fünfte Corona-Vakzin mit EU-Zulassung – allerdings der erste in der EU zugelassene Corona-Impfstoff seiner Art.

Der Impfstoff von Novavax ist vor allem für Impfskeptiker eine gute Alternative zu den bereits zugelassenen Corona-Vakzinen. Aufgrund der „neuartigen“ Technologie von mRNA-Impfstoffen stehen einige den Corona-Impfstoffen skeptisch gegenüber. Das Novavax-Präparat ist weder ein mRNA-Impfstoff wie die Präparate von Biontech und Moderna noch ein Vektor-Impfstoff wie die von Astrazeneca und Johnson & Johnson.

Novavax in der EU zugelassen: So funktioniert der neue Corona-Impfstoff

Doch was ist „Nuvaxovid“ eigentlich für ein Impfstoff und wie funktioniert das Vakzin? Der Corona-Impfstoff von Novavax ist proteinbasiert. Zwischenzeitlich wurde Novavax häufig als Totimpfstoff bezeichnet, das sei laut Experten allerdings nicht ganz korrekt. Auf Twitter klärt Florian Krammer, Professor für Impfstoffkunde, auf: Novavax ist „ein rekombinanter Proteinimpfstoff. Dafür wird das Spike Protein mithilfe von Baculoviren in Mottenzellen hergestellt und dann mit Matrix-M Adjuvant (ein Saponin) formuliert.“

Den Streit um die Bezeichnung von „Nuvaxovid“ als Totimpfstoff sieht Gesundheitsminister Karl Lauterbach pragmatisch. Er twittert auf die Äußerung des Impfstoff-Experten Krammer: „Stimmt zwar. Aber weil so viele Ungeimpfte nur Totimpfstoff wollen, warum auch immer, wird bald erhältliches Novavax als solcher bezeichnet.“

„NVX-CoV2373“ enthält laut dem Paul Ehrlich-Institut (PEI) winzige virusähnliche Partikel – eine im Labor hergestellte Version des Spike-Proteins von Sars-CoV-2. Die Proteine werden vom Körper als fremd erkannt und das Immunsystem wird hochgefahren. Die Partikel des Spike-Proteins sollen dafür sorgen, dass der Körper selbst die Produktion von Antikörpern und T-Zellen gegen das Virus ankurbelt.

Novavax ist in der EU zugelassen: Funktion, Wirksamkeit, Nebenwirkungen

Laut ersten Studienergebnissen hat der Proteinimpfstoff Novavax eine hohe Wirksamkeit, der Infektionsschutz liegt bei etwa 90 Prozent. Bislang hat es in den Studien nur Fälle von milden Nebenwirkungen gegeben. Der Novavax-Impfstoff (Nuvaxovid) wird in zwei Dosen gespritzt im Abstand von etwa drei Wochen.

Mit der Zeit lässt allerdings auch bei dem proteinbasierten Impfstoff der Schutz vor dem Coronavirus nach – daher wird auch bei Novavax eine Booster-Impfung nach sechs Monaten empfohlen. echo24.de berichtete bereits über mögliche Nebenwirkungen von Novavax.

Beim Vergleich von Biontech und Novavax scheint der proteinbasierte Impfstoff tatsächlich besser abzuschneiden. Beim Vergleich von Novavax und Valneva erkennt ein Experte bei einem Vakzin einen klaren Vorteil. Die Zulassung des Totimpfstoffs steht noch aus, Valneva befindet sich aktuell noch im Rolling-Review-Verfahren.

Novavax-Impfstoff ist in der EU zugelassen: Wann gibt es das Vakzin in Deutschland?

Wie stark der Impfstoff von Novavax bei der hoch ansteckenden Omikron-Variante B.1.1.529 wirkt, ist noch unklar und wird aktuell geprüft. Möglicherweise wird das Vakzin des US-Herstellers künftig noch an die Virusmutante angepasst, so wie andere Corona-Impfstoffe auch. Ein neues langwieriges Zulassungsverfahren soll es laut Klaus Cichutek, Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts, für angepasste Impfstoffe allerdings nicht geben.

Der proteinbasierte Corona-Impfstoff von Novavax ist in der EU zugelassen. (Symbolbild)

Die EU-Kommission hat bereits im August einen Vertrag über bis zu 200 Millionen Dosen abgeschlossen. Darin enthalten ist eine Option auf 100 Millionen Dosen für die Jahre 2022 und 2023. Die ersten Dosen werden nach Angaben der Brüsseler Behörde voraussichtlich in den ersten Monaten 2022 in den Mitgliedstaaten eintreffen. Für die ersten drei Monate haben die EU-Staaten demnach rund 27 Millionen Dosen bestellt.

Rubriklistenbild: © Tomislav Miletic/dpa

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