Proteinbasierter Impfstoff aus Amerika gegen Corona

Novavax: Studie, Wirksamkeit, Hersteller - der Impfstoff gegen Corona

Novavax, a new coronavirus vaccine
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Novavax: Hersteller, Studie, Wirksamkeit - der Impfstoff gegen Corona
  • Dominik Jahn
    VonDominik Jahn
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Novavax: US-Hersteller entwickelt Impfstoff gegen Corona. Er gehört zur Gruppe der proteinbasierten Impfstoffe und hat besonders bei der Lagerung Vorteile.

In Deutschland kommen im Kampf gegen den Coronavirus zunächst drei wesentliche Impfstoffe zum Einsatz: Biontech, Moderna und AstraZeneca. Seit November 2021 ist aber klar, es kommt noch ein weiterer hinzu. Der US-Hersteller Novavax hat einen Totimpfstoff entwickelt.

Novavax: US-Hersteller ist auf Entwicklung von Impfstoffen spezialisiert

Das US-Pharmaunternehmen Novavax hat sich auf die Entwicklung von Impfstoffen spezialisiert. Hauptsitz ist in Gaithersburg in Maryland. Neben dem Impfstoff gegen Corona, hat man sich unter anderem auf die Forschung für Stoffe gegen Grippe, Ebola, das RSV-Virus, das Atemwegssyndrom im Nahen Osten (MERS) und das schwere akute respiratorische Syndrom (SARS) konzentriert.

Bereits im Januar 2020 gab Novavax bekannt, sich mit der Entwicklung eines Impfstoffes - dem NVX-CoV2373 - gegen das Coronavirus zu beschäftigen. Laut Unternehmensseite hat der Novavax-Entwicklungsplan die Phase-1-/Phase-2-Ansatz kombiniert, „um während der aktuellen Coronavirus-Pandemie einen schnellen Fortschritt zu ermöglichen“.

  • Phase 1 ist eine placebo-kontrollierte Studie mit etwa 130 gesunden Erwachsenen. Beurteilt wurde die Dosismenge und der Anzahl der Impfungen. Start der Studie im Mai 2020.

Im Juni 2020 hat das Unternehmen vom US-Verteidigungsministerium einen Auftrag zur Herstellung des Novavax-Impfstoffes erhalten. Zur Unterstützung gab es 70 Millionen Dollar von der US-Regierung. Außerdem gab es einen weiteren Zuschuss über 348 Millionen US Dollar von der Coalition for Epidemic Preparedness Innovations (CEPI).

Außerdem wurde Novavax laut eigenen Angaben im Juli 2020 auch für die Teilnahme an Operation Warp Speed ​​(OWS) ausgewählt. Damit verbunden war eine finanzielle Unterstützung in Höhe von 1,6 Milliarden US-Dollar.

Der Wirkstoff Novavax: Der proteinbasierter Impfstoff

Anders als die mRNA-Impfstoffe von Biontech, Moderna, Astrazeneca und Johnson & Johnson zählt Novavax zur Gruppe der proteinbasierten Impfstoffe. Er besteht somit laut Angaben des Paul Ehrlich-Instituts (PEI) aus virusähnlichen Partikeln, die das Spike-Protein von Covid-19 enthalten und nennt sich „Totimpfstoff“.

gesundheitsinformation.de

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) wurde, laut eigener Angaben, „im Zuge der Gesundheitsreform des Jahres 2004 gegründet. Das Institut ist eine fachlich unabhängige wissenschaftliche Einrichtung der privaten und gemeinnützigen Stiftung für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen. Die Stiftung verfolgt das Ziel, evidenzbasierte Entscheidungen in Gesundheitsfragen zu unterstützen“.

Diese Art von Impfstoffen enthalten nur abgetötete Krankheitserreger oder deren Bestandteile. Diese können sich nicht mehr vermehren. Die abgetöteten Krankheitserreger werden vom Körper als fremd erkannt. So wird das körpereigene Abwehrsystem angeregt und bildet Antikörper. Die Krankheit selbst bricht nicht aus. Laut gesundheitsinformation.de enthält Novavax keine Erbinformation wie mRNA oder DNA.

Die Wirksamkeit von Novavax: Studie belegt wichtige Werte

In der letzten Studien-Phase konnte das US-Unternehmen wichtige Zahlen präsentieren. Mit den Ergebnissen konnte Novavax mit seiner Wirksamkeit überzeugen. Gerade im Bereich der schweren Corona-Verläufe gab es wichtige Erkenntnisse, wie echo24.de berichtet hat. Es wurde untersucht, wie gut die Impfung eine durch das Virus ausgelöste Covid-19-Erkrankung verhindern konnte. Neben einem positiven PCR-Test mussten bestimmte Anzeichen wie beispielsweise Fieber, Husten oder Atemnot vorliegen.

Insgesamt sinkt das Risiko, an Corona zu erkranken, mit einer Novavax-Impfung um rund 90-Prozent. Im Vergleich dazu nennt das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen die 60-Prozent Wirksamkeit bei einer Grippe-Impfung. Bei Menschen mit Vorerkrankungen war Novavax ebenso wirksam.

Die Nebenwirkungen von Novavax: Studie nennt Symptome

Bei den erfreulichen Ergebnissen der Studie zu Novavax wurde natürlich auch auf die Art und Häufigkeit von Nebenwirkungen geschaut. Unter den Teilnehmern gab es tatsächlich ein paar Signale nach der Impfung mit dem neuen Vakzin.

Das IQWiG benennt die aufgetretenen Nebenwirkungen als „leicht“. Von größeren Impfkomplikationen war in der Studie keine Rede.

Wer war für die Studie mit dem Impfstoff Novavax zugelassen?

Insgesamt wurden knapp 30.000 Teilnehmer in einer Studie mit dem Novavax-Impfstoff getestet. Die letzten Zahlen stammen aus dem April 2021. Laut dem Studien-Bericht waren Teilnehmer im Alter zwischen 18 und 95 Jahre beteiligt. In der Gruppe waren neben gesunden Menschen auch Menschen mit leichteren Erkrankungen oder chronischen Krankheiten dabei.

Es gab eine Gruppe von Personen, die den Impfstoff Novavax bekam, eine andere Gruppe bekam ein Placebo verabreicht. Das sogenannte Scheinmedikament wurde in Form von Kochsalzlösung verabreicht.

Wie unter anderem das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen schreibt, wurden aber auch einige Personengruppen nicht zur Studie zugelassen. So wurden Menschen mit sehr schweren akuten oder chronischen Erkrankungen, einer Immunschwäche oder anderen speziellen Risiken ausgeschlossen. Auch Schwangere und stillende Mütter nahmen nicht teil.

Der Impfstoff-Vergleich zwischen Novavax und Biontech

Gerade der Impfstoff von Biontech liegt bei der deutschen Bevölkerung sehr hoch im Kurs. Das Vertrauen in die Wirksamkeit ist enorm. In einer Gegenüberstellung, hat echo24.de Novavax in einigen wichtigen Punkten mit Biontech verglichen.

Novavax im Vergleich mit Biontech: Welcher Impfstoff besser ist

Besonders wenn es um das Thema der Lagerung geht, konnte sich Novavax deutlich gegenüber Biontech behaupten. Und auch im Bereich der Wirksamkeit punktete das Vakzin des US-Herstellers. Bei beiden Stoffen müssen es insgesamt zwei Impfungen sein, um einen vollständigen Impfschutz zu erlangen.

Novavax: Die Dauer des Impfschutzes gegen Corona

Für die mRNA-Impfstoffe Biontech, Moderna und AstraZeneca ist die Regelung inzwischen klar. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt eine Auffrischung - das Boostern. Für den proteinbasierten Impfstoff von Novavax fehlen aktuell noch die ausreichenden Zahlen. Daher schreibt auch das IQWiG dazu: „In den ersten Monaten nach der Impfung ist der Impfschutz stabil. Wie bei anderen Impfstoffen ist es aber auch bei Nuvaxovid möglich, dass der Impfschutz mit der Zeit nachlässt.“

Novavax wartet auf die Zulassung in Europa

Bis zum Jahreswechsel musste der US-Hersteller Novavax auf die Zulassung seines Impfstoffes in Europa warten. Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) hatte über die Freigabe entschieden. Doch angesichts der letzten Studienergebnisse war es dann nur noch eine reine Formalie.

Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA)

Die Europäische Arzneimittel-Agentur ist innerhalb der Europäischen Union, für die Beurteilung und Überwachung von Arzneimitteln zuständig. Ihr Hauptsitz befindet sich in Amsterdam. Laut eigner Angaben beantragen Unternehmen dort eine einzige Genehmigung für das Inverkehrbringen, die von der Europäischen Kommission ausgestellt wird. Wird die Genehmigung erteilt, kann das Arzneimittel in der gesamten EU und im EWR vertrieben werden.

Zudem ist bekannt, dass mit dem Pharmaunternehmen Novavax bereits seit August ein Vertrag besteht. Dieser ermöglicht es den europäischen Mitgliedstaaten, bis zu 100 Millionen Dosen des Impfstoffs anzukaufen. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen erklärte damals: „Da sich neue Coronavirus-Varianten in Europa und weltweit ausbreiten, ist dieser neue Vertrag mit einem Unternehmen, das seinen Impfstoff bereits erfolgreich an diesen Varianten testet, eine weitere Absicherung zum Schutz unserer Bevölkerung.“ Das Lieferdatum setzte dann Gesundheitsminister Karl Lauterbach auf Ende Februar 2022 fest.

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