Impfstoff ab Ende Februar verfügbar

Novavax bald da: Experten raten davon ab, viele wollen Eines trotzdem tun

  • Julia Thielen
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Eine Corona-Impfung kann bald auch mit dem Vakzin von Novavax durchgeführt werden. Es scheint, als könnte das die Impfkampagne noch einmal deutlich bewegen.

Experten raten davon ab, auf ihn zu warten. Und doch scheint es aktuell so, als würden viele trotzdem genau das tun. Die Rede ist vom Corona-Impfstoff des Herstellers Novavax. Dieser soll ab Ende Februar in Deutschland für Corona-Impfungen zur Verfügung stehen und könnte die Impfkampagne zum ersten Mal seit Wochen noch einmal kräftiger anschubsen.

Gesundheitsminister Karl Lauterbach beispielsweise hatte bereits des Öfteren betont, dass es keinen Sinn mache, auf den Impfstoff von Novavax zu warten. Die bereits auf dem Markt existierenden mRNA-Impfstoffe seien millionenfach getestet und außerdem als wirksamer eingeschätzt.

HerstellerNovavax
ImpfstoffNuvaxovid
in Deutschland verfügbar ab21. Februar

Novavax: Experten raten davon ab, viele wollen Eines trotzdem tun

Auch andere Stimmen zielten in eine ähnliche Richtung: Es sei zwar besser, sich mit Nuvaxovid, so der Name des Impfstoffs, piksen zu lassen als gar nicht, aber bis dahin seien Ungeimpfte auch weniger geschützt, betonte beispielsweise auch Carsten Watzl, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie.

Selbst Valneva-Chef Thomas Lingelbach, dessen Konzern 2022 ebenfalls einen Corona-Impfstoff, einen tatsächlichen Totimpfstoff, auf den Markt bringen will, machte gegenüber dem Spiegel deutlich, dass er niemanden empfehlen könne, auf eines der neueren Vakzine zu warten. „Das wäre ethisch inakzeptabel.“

Novavax: Kein mRNA-Impfstoff – Argument für Impfskeptiker

Doch all die Argumente dürften Impfskeptiker nur wenig überzeugen. Vor allem dann, wenn nicht die Impfung an sich das Warten verursacht, sondern die Kritik an der Impfstoff-Art. Hier herrscht offenbar oft eine Abneigung gegen die neuartigen mRNA-Impfstoffe. Die Vakzine von Biontech und Moderna, mit denen ein Großteil der Weltbevölkerung immunisiert wurde, gehören zu dieser Art von Impfstoffen.

Novavax, dem durchaus eine gute Wirksamkeit zugeschrieben wird, ist anders. Das Vakzin ist ein sogenannter proteinbasierter Impfstoff-Kandidat. Entgegen der anfänglichen Behauptungen ist Novavax kein Totimpfstoff, allerdings nah dran an dieser klassischen Art von Vakzin, wie es beispielsweise bei Grippeimpfungen benutzt wird.

Novavax soll in Deutschland ab Ende Februar verimpft werden können.

Als solches scheint Novavax offensichtlich für viele Menschen vertrauensvoller. Auch, wenn natürlich auch hier Nebenwirkungen nach einer Corona-Impfung mit Novavax auftreten können.

Novavax: Neuer Anschub für Deutschlands Impfkampagne?

Dass die Impfkampagne nun mit dem neuen Impfstoff tatsächlich noch einmal einen Schubs bekommen könnte, darauf deuten Entwicklungen aus Rheinland-Pfalz hin. Seit dem 24. Januar können sich Menschen dort bereits für einen Termin zur Corona-Impfung mit Nuvaxovid anmelden.

Innerhalb von vier Tagen hatten sich über 9.000 Menschen dort registriert, wie tagesschau.de berichtete. „Insgesamt haben sich innerhalb dieser Woche in Rheinland-Pfalz so viele Menschen zu einer Erstimpfung angemeldet wie in den drei Monaten vorher insgesamt“, heißt es demnach. Ob das an dem neuen Impfstoff liege, sei aber unklar.

Abzuwarten bleibt, ob die Prozentzahl der Erstimpfungen ab Ende Februar, wenn Novavax zur Verfügung steht, tatsächlich ansteigt. Fest steht: Wer bis dahin warten will, spielt angesichts der aktuellen Corona-Lage unter Umständen mit dem Feuer.

Rubriklistenbild: © Tomislav Miletic/dpa

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