Impfung mit erstem Totimpfstoff

Novavax: Nebenwirkungen des neuen Impfstoffs – das sagt der Beipackzettel

  • Christina Rosenberger
    VonChristina Rosenberger
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Nuvaxovid - Ein neuartiger Impfstoff soll bald in Europa zugelassen werden. Wie hoch seine Wirksamkeit eingeschätzt wird, und welche Nebenwirkungen bekannt sind – ein Überblick:

Die Corona-Pandemie spitzt sich wieder einmal zu. Nicht nur in Baden-Württemberg schießen die Zahlen in die Höhe. Heute verzeichnet das Robert Koch-Institut erstmals den traurigen Rekord von über 65.000 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden (Stand 18. November) und die Intensivstationen füllen sich wieder. Doch was tun, um das Virus endlich wieder aus der Gesellschaft zu verbannen?

Auf Platz Eins der Corona-Maßnahmen, die die Bundesregierung forcieren, steht nach wie vor die Impfkampagne. Sogar eine Impfpflicht für bestimmte Berufe haben Politiker wie Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) bereits gefordert. Doch viele Deutsche zögern noch, sich gegen Corona impfen zu lassen. Dabei könnte auch teilweise das fehlende Vertrauen in die bisherigen Impfstoffe eine große Rolle spielen.

Corona-Impfstoff von Novavax: Diese Nebenwirkungen des Totimpfstoffs sind bisher bekannt

Deshalb setzen Experten nun erneut Hoffnung in einen neuen Impfstoff. Die Firma Novavax hat ein Vakzin mit dem Namen „Nuvaxovid“ oder „NVX-CoV2373“ auf den Weg gebracht. Dieser funktioniert ganz anders als die bisherigen. Denn Novavax ist weder ein mRNA-, noch ein Vektor-Impfstoff. Nuvaxovid ist laut Angaben des Paul Ehrlich-Instituts (PEI) ein proteinbasierter Impfstoff. Er besteht aus virusähnlichen Partikeln, die das Spike-Protein von Covid-19 enthalten und nennt sich „Totimpfstoff“.

Totimpfstoff

Als Totimpfstoff werden inaktivierte Impfstoffe bezeichnet, die nur abgetötete Krankheitserreger oder deren Bestandteile enthalten. Diese können sich nicht mehr vermehren. Die abgetöteten Krankheitserreger werden vom Körper als fremd erkannt. So wird das körpereigene Abwehrsystem angeregt und bildet Antikörper. Die Krankheit selbst bricht nicht aus.

Doch noch bevor das neuartige Vakzin überhaupt auf den Markt kommt, fragen sich natürlich bereits viele: Welche Nebenwirkungen sind bisher bekannt? Immerhin beschäftigte besonders der Vektorimpfstoff von AstraZeneca die ganze Welt wegen seiner seltenen, aber heftigen Nebenwirkungen, die Hirnvenenthrombosen bei Geimpften verursachten. In wenigen Fällen führten die Nachwirkungen der Corona-Impfung sogar zum Tod.

Corona-Impfstoff Nuvaxovid: Wie wirksam ist der Totimpfstoff laut Hersteller Novavax?

Für Nuvaxovid sind bisher selbstverständlich noch keine allzu ausführlichen Daten zu Nebenwirkungen bekannt. Im Juni hatte der Hersteller Novavax laut der Allgäuer Zeitung erklärt, das Vakzin habe in seiner Testphase eher milde „unerwünschte Nebenwirkungen“ gezeigt. Die Rede ist konkret von Druckschmerz an der Einstichstelle, Kopfschmerzen und Müdigkeit. Jedoch wurden auch erst etwa 30.000 Menschen im Rahmen der Studienphase von Nuvaxovid mit dem Totimpfstoff geimpft.

Die Teilnehmer aus den USA und Mexiko wiesen im Nachhinein laut Novavax eine etwa 90-prozentige Immunität gegen symptomatische Covid-19-Erkrankungen auf. Der Schutz vor mittelschweren und schweren Erkrankungsverläufen lag demnach sogar bei 100 Prozent. Der Totimpfstoff Nuvaxovid des US-Pharmaunternehmens Novavax wird zwei Mal gespritzt.

Corona-Impfstoff Nuvaxovid: Wann kann der Totimpfstoff nach Deutschland kommen?

Wann Novavax seinen Impfstoff auch hier in Deutschland anbieten kann, ist bisher noch nicht klar. Immerhin hat der US-Impfstoffhersteller aber im November einen Antrag auf Zulassung bei der EU-Arzneimittelbehörde EMA gestellt. Dort werden die gelieferten Daten nun zunächst ausgewertet und geprüft. Die Qualität des Impfstoffs, seine Wirksamkeit und Sicherheit stehen im Fokus der Prüfungen.

In den nächsten Wochen rechnet Novavax laut Medienberichten nun mit der Zulassung in Europa. Dann sollte der Totimpfstoff tatsächlich auch in Deutschland der fünfte zugelassene Impfstoff sein - und Immunisierungen mit diesem neuartigen Vakzin als Alternative zu Biontech, Moderna, AstraZeneca und Johnson & Johnson möglich. Die EU sicherte sich bereits im August bis zu 200 Millionen Dosen Nuvaxovid.

Rubriklistenbild: © Alastair Grant/AP/dpa

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