Keine schweren Verläufe mit dem neuen Impfstoff

Novavax-Impfstoff: Wie gut wirkt das Vakzin wirklich gegen Covid-19?

  • Dominik Jahn
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Novavax: Noch keine Zulassung für den Impfstoff in Europa. Die EU schließt trotzdem Vertrag mit Hersteller über 100 Millionen Dosen.

In Deutschland rollt die Booster-Welle an. Ausreichend Impfstoff muss her. Die aktuellen Zahlen im Coronavirus-Ticker von echo24.de zeigen die kritische Entwicklung. Auch für Erst-Impfungen. Jetzt könnte mit Novavax ein neuartiger Impfstoff bald in Europa zugelassen werden. Gerade auch für Impfskeptiker kann dieser Fortschritt zum Umdenken führen. Doch wie gut ist Novavax? Wie gut schützt er vor Corona?

Ein Vorteil von Novavax ist die Lagerung. Als Protein-Impfstoff lässt er sich bei Kühlschrank-Temperaturen lagern und transportieren. Eine Zulassung für den US-Hersteller in der EU ist beantragt - mit einer Entscheidung der  Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) wird laut Wirtschaftswoche in einigen Wochen gerechnet.

Novavax-Impfstoff vor Zulassung: Vertrag mit EU seit August

Laut einer älteren Mitteilung der EMA besteht mit dem Pharmaunternehmen Novavax bereits seit August ein Vertrag, der es den europäischen Mitgliedstaaten ermöglicht, bis zu 100 Millionen Dosen des Impfstoffs anzukaufen. Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen erklärte damals: „Da sich neue Coronavirus-Varianten in Europa und weltweit ausbreiten, ist dieser neue Vertrag mit einem Unternehmen, das seinen Impfstoff bereits erfolgreich an diesen Varianten testet, eine weitere Absicherung zum Schutz unserer Bevölkerung. Er stärkt zusätzlich unser breites Impfstoffportfolio zum Nutzen der Menschen in Europa und unserer Partner weltweit.“

Novovax: Wie gut schützt der Impfstopf vor Corona?

Noch ist der Impfstoff nicht zugelassen. Doch wie die Pharmazeutische Zeitung schreibt, hat das Unternehmen die finalen Studiendaten der „ Phase-III-Studie PREVENT-19“ veröffentlicht. Demnach seien in der Studie nur 14 Geimpfte leicht und keiner moderat oder schwer an Covid-19 erkrankt. Damit scheint der Weg nach Europa nur noch eine reine Formsache zu sein.

Erste Erfolge zeichneten sich bereits Mitte Juni ab. Laut der damaligen Studie lag die Wirksamkeit des Impfstoffs bei 90,4 Prozent. Damit sind bei Personen, die mit dem Zweimal-Impfstoff geimpft wurden rund 90 Prozent weniger Corona-Erkrankungen aufgetreten, als bei den Teilnehmern der Kontrollgruppe.

An dieser Studie der dritten Phase hatten 30.000 Erwachsene in den USA und Mexico teilgenommen. Bei der Auswahl der Probanden wurde zudem laut der Pharmazeutische Zeitung auf verschiedene Ethnien sowie von Personen mit hohem Risiko für schwere Covid-19-Verläufe geachtet.

Hintergründe zur Studie für den Novavax-Impfstoff

Dem Artikel zur Folge bekamen „zwei Drittel der Teilnehmer zwei Impfstoffdosen im Abstand von 21 Tagen, ein Drittel erhielt nach dem gleichen Impfschema Placeboinjektionen. Insgesamt traten 77 symptomatische Coronainfektionen auf, 14 unter den Geimpften und 63 in der Placebogruppe; die meisten waren ausgelöst durch die Alpha-Variante (B.1.1.7). Das entspricht einer Wirksamkeit von 90,4 Prozent“.

Der Schutz vor mittelschweren und schweren Erkrankungsverläufen lag am Ende sogar bei 100 Prozent. Mit dem neuen Impfstoff kommt bei vielen Menschen aber auch immer die Furcht vor Nebenwirkungen zurück. Wie echo24.de berichtete, gab es bei den Tests mit dem Nuvaxovid bei vereinzelten Teilnehmern Auswirkungen.

Novavax auch mit Impfschutz vor Corona-Varianten

Bei einer weiteren Studie der Phase-III mit rund 15.000 Teilnehmern in England, konnte der Impfstoff von Novavax zudem gegen die die damals neuen Varianten des Coronavirus Alpha und Beta bewähren. Laut dem New England Journal of Medicine zeigte der Impfstoff „eine Wirksamkeit von 89,7 Prozent Schutz vor einer SARS-CoV-2-Infektion und zeigte eine hohe Wirksamkeit gegen die B.1.1.7-Variante“.

Novavax-Impfstoff in mehreren Ländern zugelassen

Während man für Europa noch auf eine Zulassung warten muss, ist das US-Unternehmen Novavax in anderen Ländern bereits auf dem Markt und wird verimpft. Anfang November war es Indonesien als erstes Land, ehe Mitte November die Philippinen folgten. Wie unteranderem br.de schreibt, hatte der Hersteller Ende Oktober auch schon eine Zulassung für Großbritannien beantragt.

Für den amerikanischen Markt hat das Unternehmen, dem Bericht nach, den Antrag bisher verschoben. Ende des Jahres 2021 soll es dann aber auch bei der Zulassungsbehörde FDA so weit sein.

Rubriklistenbild: © Frank Hoermann/SVEN SIMON/dpa

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