1. echo24
  2. Welt

Nato startet Manöver an der Grenze zu Russland: Schweden und Finnland bereits dabei

Erstellt:

Von: Daniel Dillmann

Kommentare

Die Nato simuliert einen Angriff aus Russland auf Estland. An der gigantischen Übung beteiligen sich auch Schweden und Finnland.

Tallinn – Mitten im Ukraine-Krieg lässt die Nato ihre Muskeln spielen. Und das ausgerechnet im Baltischen Meer, wo das Verteidigungsbündnis eine gemeinsame Grenze mit Russland hat. Laut der britischen Daily Mail soll das Manöver unter dem Titel „Hedgehog“ (Stachelschwein) einen russischen Angriff auf das Nato-Mitglied Estland simulieren.

An dem Manöver beteiligen sich laut Informationen der Nato rund 15.000 Soldaten aus zehn verschiedenen Ländern. Stattfinden wird die Übung nur 64 Kilometer von der nächsten russischen Militärbasis entfernt. Es wird eine der größten Übungen werden, die das Militärbündnis seit Ende des Kalten Krieges im Jahr 1991 durchgeführt hat.

Nato startet Militärübung an Grenze zu Russland: Schweden und Finnland sind Teil davon

Ebenfalls an der Übung beteiligt sind Schweden und Finnland. Beide Staaten wollen der Nato beitreten und bereiten einen Antrag auf die Mitgliedschaft vor. Laut der Daily Mail reagierte die Regierung von Wladimir Putin auf die Beitrittswünsche der Nachbarstaaten mit Drohungen in Richtung Brüssel. Sollten Schweden und vor allem Finnland, mit dem Russland eine mehr als 1000 Kilometer lange Grenze hat, der Nato beitreten, sollte Moskau damit beginnen, Atomwaffen in die Region zu verlagern. Das zumindest fordern russische Staatsmedien.

Schon seit 2015 laufen Militärübungen der Naton in Estland. Daran beteilgen sich auch Panzer der US-Armee.
Schon seit 2015 laufen Militärübungen der Naton in Estland. Daran beteilgen sich auch Panzer der US-Armee. (Archivfoto) © Imago Images

Laut Angaben der Nato ist das Manöver „Hedgehog“ an der Grenze zu Russland aber nicht wegen des zum Krieg mutierten Ukraine-Konflikts gestartet worden. Vielmehr sei die Übung schon seit langem geplant gewesen. „Wir haben die internationale Staatengemeinschaft längst über die Übung informiert“, sagte Generalmajor Veiko-Vello Palm, stellvertretender Kommandeur der estnischen Streitkräfte, gegenüber dem US-Nachrichtenportal Newsweek. „Russische Beobachter hätten wir aber ohnehin nicht zugelassen.“

Auch Georgien und Ukraine beteiligen sich Nato-Übung

Der größte Teil der Nato-Übung wird in Estland stattfinden. Insgesamt wird das Manöver aber in neun verschiedenen Ländern durchgeführt. Neben den Nicht-Nato-Staaten Schweden und Finnland beteiligt sich auch ein kleiner Teil Truppen aus Georgien und der Ukraine an der Übung. Laut Palm handele sich aber nur „um ein paar Leute“. Ins Detail wollte der Major bei der Frage der Nato-Zusammenarbeit mit der Ukraine und Georgien aber nicht gehen. „Diese beiden Länder nehmen seit Jahren teil, insbesondere an dieser Übung“, so Palm. (dil)

Auch interessant

Kommentare