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Am 8. Dezember klingeln alle Handys gleichzeitig: Bund testet neues Warnsystem

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Von: Lisa Klein

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„Cell Broadcast“ soll künftig rechtzeitig über Katastrophen informieren. Alle Handybesitzer erhalten daher dieselbe Info-SMS. Am 8. Dezember gibt es einen Probealarm.

Update: Bei einigen dürfte die SMS bereits eingetrudelt sein. Nein, das ist kein Spam – sondern wichtig. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BKK) informiert per SMS über ein neues Warnsystem in Deutschland. Via „Cell Broadcast“ soll in Deutschland künftig vor „drohenden oder sich ausbreitenden Notfällen und Katastrophen“ gewarnt werden, heißt es in der SMS.

Am 08. Dezember 2022 wird es ab 11 Uhr bundesweit einen Probealarm. An diesem Tag soll das neue Warnsystem aktiv getestet werden. Damit sich keiner durch den Probealarm erschreckt, gibt es vorab die Informations-SMS vom BKK.

Alle erhalten dieselbe SMS: Deutschland testet ein neues Warnsystem – so funktioniert‘s 

Erstmeldung: Ist das wichtig oder kann das weg? Nein, das ist kein Spam! Alle Besitzer eines Mobiltelefons in Deutschland bekommen in den nächsten Tagen dieselbe SMS: Damit soll über das neue Katastrophen-Warnsystem „Cell Broadcast“ informiert werden. Das teilten die Mobilfunkanbieter Vodafone, Deutsche Telekom und Telefónica (O2) am Donnerstag (10. November) mit.

Die Benachrichtigung über das neue Warnsystem findet anlässlich des bundesweiten Warntags am 8. Dezember 2022 statt. An diesem Tag soll dann „Cell Broadcast“ gegen 11 Uhr erstmals in allen 294 Landkreisen und 107 kreisfreien Städten in ganz Deutschland getestet werden.

„Cell Broadcast“: Deutschland testet im Dezember ein neues Warnsystem für Katastrophen

Bei dem Warnsystem werden Nachrichten wie Rundfunksignale an alle kompatiblen Geräte geschickt, die in einer Zelle eingebucht sind – daher der Name „Cell Broadcast“, erklärt die Deutsche Presse-Agentur (dpa). Im Gegensatz zu anderen Warnsystemen wie Nina oder Katwarn muss keine App installiert werden, um alarmiert zu werden. Es muss auch keine Mitteilungs-App für das Lesen von SMS geöffnet werden, da der Warntext ohne Zusatz-Anwendung auf dem Bildschirm erscheint. Mit dem Eintreffen des Warntextes ertönt auch ein lautes Tonsignal.

„Cell Broadcast“ soll künftig rechtzeitig warnen – Flutkatastrophe im Sommer 2021 als Anstoß

Anlass für die Einführung von Cell Broadcast in Deutschland waren die heftigen Unwetter in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz im Juli 2021, bei denen es über hundert Tote gab. DRK-Helfer aus Heilbronn waren damals zur Unterstützung vor Ort mit im Einsatz. Wie echo24.de berichtete, spendeten Lidl und Kaufland zehn Millionen Euro Soforthilfe an die Hochwasser-Region. Auch Heilbronner Winzer starteten eine Mega-Aktion für Weinbauern im Flutgebiet.

Doch so stark der Zusammenhalt nach der Flutkatastrophe auch war, hätten womöglich durch ein besseres Warnsystem Menschenleben gerettet werden können. Die Katastrophe hatte gezeigt, dass die Warn-Apps und klassischen Sirenen nicht ausgereicht haben, um die Bevölkerung flächendeckend vor der Gefahr zu warnen. In anderen EU-Staaten ist Cell Broadcast bereits im Einsatz.

Nach dem Unglück im Ahrtal und anderen betroffenen Gegenden entzündete sich eine Diskussion, warum die Einführung von Cell Broadcast so viel Zeit in Anspruch nimmt. Allerdings hatte der Gesetzgeber den beteiligten Providern und Smartphone-Herstellern eine Frist bis zum Februar 2023 eingeräumt, um das Warnsystem technisch umzusetzen.

Ein junger Mann tippt auf einem Smartphone.
Deutschland testet ein neues Warnsystem für Katastrophen – „Cell Broadcast“. Alle Mobiltelefonbesitzer erhalten in den nächsten Tagen eine Info-SMS. So funktioniert‘s. © picture alliance/dpa | Karl-Josef Hildenbrand

Katastrophenwarnung mit „Cell Broadcast“ in Deutschland: So funktioniert‘s 

Damit die Menschen in Deutschland die Warnhinweise empfangen können, muss ein Handy oder Smartphone, das mit Cell Broadcast kompatibel ist, eingeschaltet und empfangsbereit sein. Bei den Smartphones von Apple wird das Warnsystem mit allen Geräten ab dem iPhone 6s aufwärts funktionieren, sofern ihr Betriebssystem auf dem jeweils neuesten Stand ist (derzeit iOS 16.1 oder 15.7.1 und 15.6.1). Geräte mit dem Google-Betriebssystem Android sind von der Android-Version 11 an aufwärts kompatibel. Schätzungsweise ein Drittel aller Android-Smartphones läuft allerdings mit einer älteren Version, die kein Cell Broadcast empfangen kann.

Bei manchen Geräten muss der Cell-Broadcast-Empfang noch manuell aktiviert werden. Beim iPhone finden Nutzer die Einstellungen über den Menüpunkt „Mitteilungen“ ganz unten in der Rubrik „Cell Broadcast Alerts“. Auf Android-Geräten ist die Einstellungen in der Regel über ein Untermenü wie „Sicherheit und Notfall“ im Einstellungen-Menü zu finden. Die Rubrik zum Ein- und Ausschalten der Nachricht heißt dann je nach Hersteller „Drahtlose Notfallwarnungen“ oder „Notfallbenachrichtigungen für Mobilgeräte“.

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