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Mythos Männergrippe – Wie sehr leiden Männer wirklich?

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Von: Michaela Ebert

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Männer erkranken schwerer und häufiger an Erkältungserregern als Frauen. Davon gingen viele in der Vergangenheit aus. Doch ist die Männergrippe nur ein Mythos? Eine Studie schafft Klarheit.

Hundeelend und Todsterbenskrank oder doch nur „mimimi“? Während die Männer tage- oder sogar wochenlang leiden, niesen Frauen dreimal und sind sofort wieder fit – so zumindest die landläufige Annahme, wenn von der sogenannten Männergrippe die Rede ist. Aktuell erwischt es auch einige Menschen, denn besonders viele der fiesen kleinen Krankheitserreger machen derzeit die Runde. RS-Viren, Influenza und Corona sorgen für Halskratzen, Kopfschmerzen und Fieber. Aber leiden Männer wirklich mehr darunter als Frauen?

Gerade wenn es die männlichen Mitglieder unserer Gesellschaft erwischt, ist schnell die Rede von der sogenannten „Männergrippe“. Gemeint ist natürliche eine übertrieben empfindliche Reaktion auf die Erkältungssymptome wie Schnupfen und Husten. Der Ausdruck wird daher oftmals scherzhaft gebraucht, um auf die dramatische Wehleidigkeit bei einer leichten Erkrankung aufmerksam zu machen.

Mythos Männergrippe? Erkältung wird vom Immunsystem beeinflusst

Aber Moment mal – den Männerschnupfen gibt es doch wirklich? Davon zumindest gingen in den vergangenen Jahren viele Menschen aus: Demnach würden Männer tatsächlich nicht nur stärker unter den Symptomen leiden, sondern dazu noch schneller erkranken als Frauen. Denn: Es wird angenommen, dass das männliche Immunsystem anders auf Krankheitserreger reagiert, als das weibliche.

Grund dafür sind die Sexualhormone Östrogen und Testosteron. Während das weibliche Östrogen die Vermehrung von Viren hemmt, sorgt das männliche Testosteron dafür, dass sich weniger Antikörper im Blut befinden. Die Viruslast im männlichen Blut sei demnach höher, als die im weiblichen. Forschende leiten daraus ab, dass das weibliche Immunsystem Erreger besser bekämpfen kann als das männliche.

Männergrippe: Leiden Männer wirklich mehr?

Aber leiden Männer deshalb wirklich mehr unter einer Erkältung als Frauen? Zumindest müssen sie jetzt schon mal ganz stark sein: Wissenschaftler aus Österreich haben nämlich mal genauer nachgeforscht und kommen zu einem erstaunlichen Ergebnis.

Nichts kann Männer umhauen - außer einer Erkältung: Schlägt die gefürchtete Männergrippe zu, ist guter Rat teuer. Foto: Christin Klose
Nichts kann Männer umhauen - außer einer Erkältung: Schlägt die gefürchtete Männergrippe zu, ist guter Rat teuer. Foto: Christin Klose © picture alliance/dpa | Christin Klose

Laut dem Fachblatt „Journal of Psychosomatic Research“ sollte „das Konzept des ‚Männerschnupfens‘ verworfen werden“. Bisherigen Studien zufolge konnte zwar nachgewiesen werden, dass Männer an einigen Infektionskrankheiten häufiger erkranken, dies ließe sich aber nicht gleich auf die rund 200 verschiedenen Erkältungsviren übertragen.

Studie zur Männergrippe schafft Klarheit

In der Studie untersuchten die Forschenden den Krankheitsverlauf von 113 Personen mit grippeähnlichen Symptomen innerhalb der ersten acht Tage nach einer Infektion. Und heraus kam dabei: Es gibt „keinen signifikanten geschlechtsspezifischen Unterschied“ zwischen Männern und Frauen in Bezug auf die offensichtlichen Symptome wie zum Beispiel eine verstopfte Nase, Kopfschmerzen, Schüttelfrost oder Schlafmangel.

Und trotzdem: Einen kleinen, aber feinen Unterschied zwischen den Geschlechtern gibt es wohl dennoch. Laut der Studie werden Frauen zumindest im Vergleich zu ihren männlichen Leidensgenossen schneller wieder gesund. Doch egal, wie lang es auch dauern mag, bis er oder sie wieder fit ist: Die richtige Ernährung, viel Trinken und liebevolle Pflege helfen bei jeder schlimmen Erkältung. Und natürlich ganz viel Ruhe, wie 24vita.de berichtet.

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