„Muss mich vollständig lösen“

Nächster Berater zieht die Reißleine: Trump verliert Kirchenführer

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Donald Trump muss sich vom nächsten Berater verabschieden.

Immer mehr Menschen wenden sich von US-Präsident Donald Trump ab. Nun hat der erste Kirchenführer Trumps evangelikalen Beirat verlassen.

Washington - Die Austrittswelle von Beratern von US-Präsident Donald Trump aufgrund seiner relativierenden Äußerungen zur rechtsextremen Gewalt hält an: Nach zahlreichen Unternehmens- und Wirtschaftsführern verließ am Freitag der erste Kirchenführer den evangelikalen Beirat des Präsidenten. Der US-Präsident habe mit seinen Äußerungen eine Grenze überschritten, sagte der Vorsitzende des Christian Cultural Center, A.R. Bernard, zur Begründung dem Sender CNN.

Trumps schwankende Haltung und sein Mangel an Führungsstärke habe ihn zu der Erkenntnis gebracht, "dass ich mich vollständig lösen muss", sagte Bernard weiter. Der Mangel des Präsidenten an Beständigkeit habe ihm gezeigt, wie sehr dieser von den "Meinungen seiner Umgebung" abhänge. "Und damit habe ich ein Problem", fügte der Afroamerikaner hinzu. Sein Christian Cultural Center mit Sitz in Brooklyn zählt mit nach eigenen Angaben 37.000 Mitgliedern zu den größten nicht konfessionsgebundenen Kirchen der USA.

"Ich wäre gerne in erster Linie Christ“

"Ich wäre gerne in erster Linie Christ. Doch Amerika hat ein Umfeld geschaffen, das mich zwingt, in erster Linie ein Schwarzer zu sein, der in Amerika lebt", fuhr er fort. Das sei seine "Realität", "und das ist nicht dieselbe Realität, die viele der weißen evangelikalen Anführer erleben".

Am Rande des Aufmarschs hunderter weißer Rassisten und Rechtsextremisten am Samstag vergangener Woche in Charlottesville war ein 20-jähriger Neonazi offenbar bewusst in eine Gruppe von Gegendemonstranten gefahren, eine 32-jährige Frau wurde getötet, zahlreiche weitere Menschen wurden verletzt. Trump machte anschließend beide Seiten für die Gewalt verantwortlich und stellte damit die Gegendemonstranten auf eine Stufe mit den Rechtsextremisten.

Aus Protest gegen seine Äußerungen verließen immer mehr Wirtschaftsführer Trumps Beratergremien, bis er zwei von ihnen komplett auflöste. Am Freitag dann löste sich der Ausschuss für die Künste und Geisteswissenschaften selbst auf.

afp

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