Kaufland will sich Real-Filialen schnappen

Real droht nach Verkauf die Zerschlagung - Welche Rolle spielt Kaufland?

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Real steht vor der Zerschlagung - und Kaufland will sich Filialen schnappen.

Der Verkauf von Real an den russischen Finanzinvestor ist durch. Jetzt könnte eine Zerschlagung drohen - doch welche Rolle spielt Kaufland?

  • Metro hat Real an den russischen Finanzinvestor SCP verkauft.
  • Einige Real-Märkt werden bis 2021 geschlossen.
  • Kaufland will sich Real-Filialen sichern.

Nach Real-Verkauf: Zerschlägt SCP jetzt die Warenhaus-Kette?

Nach einem langen Hin und Her, einigte sich Metro mit dem russischen Finanzinvestor SCP und X-Brick über den Verkauf der angeschlagenen Supermarktkette Real, sowie den Onlineshop real.de. Jetzt droht die Zerschlagung.

Das Investorenkonsortium übernimmt zwar alle 276 Real-Märkte. Wie echo24.de* berichtet, soll mit 50 Filialen nur ein Bruchteil für zwei Jahre unter dem Namen Real weiterführen.

Real: Schlägt Kaufland aus Neckarsulm zu?

Die übrigen Filialen und der Onlineshop real.de sollen verkauft werden. Wie der Business Insider berichtet, haben sich bereits die ersten Interessenten in Stellung gebracht. Den Löwenanteil der Real-Märkte möchte sich Kaufland  sichern. Das Unternehmen aus Neckarsulm hat Interesse an 100 Filialen des Konkurrenten. Aber auch Globus und Edeka haben laut ntv.de ein Auge auf die Real-Märkte geworfen.

Für sieben Filialen* ist aber bereits geklärt, wie es weiter geht: Sie machen dicht. Bis zum Jahresende werden laut Business Insider die Filialen in Bamberg, Deggendorf, Papenburg und Bad Sobernheim geschlossen. Bis Ende Juni 2021 folgen dann die Geschäfte in Augsburg und Wildau bei Berlin (beide Ende März) sowie der Real-Markt in Rheine folgen. Insgesamt sollen 30 Real-Filialen geschlossen werden.

Real: Kampf auch um Onlineshop - Schwarz Gruppe interessiert

Für real.de gibt es ebenfalls mehrere Interessenten. Zum einen wäre da erneut die Schwarz Gruppe, die den Onlineshop von Kaufland stärken möchte. Zum anderen hat der chinesische Amazon-Konkurrent Alibaba Interesse an real.de.

Die Chinesen bauen derzeit ein Logistikzentrum in Lüttich und möchten vom Knowhow der Mitarbeiter  profitieren. Mit AliExpress will man jetzt auch den europäischen Markt erobern, in Deutschland soll real.de den Markteinstieg erleichtern.

Real: Scharfe Kritik von den Gewerkschaften

Die bevorstehende Zerschlagung von Real ruft zudem die Gewerkschaften auf den Plan. "Das ist ein bitterer Tag für die Beschäftigten bei Real, und es sind wohl leider nicht die letzten schlechten Nachrichten nach diesem desaströs geführten Verkaufsprozess", erklärt Verdi-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger gegenüber ntv.de. "Es geht um 34.000 Menschen mit ihren Familien, die nicht wissen, ob sie in einem Jahr noch Arbeit haben."

Für die Düsseldorferin ist nun die Bundesregierung gefragt- eine entsprechende Forderung alle Parteien an einen Tisch zu holen hatte Nutzenberger bereits an Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier gerichtet. Bei Verdi sieht man 10.000 Jobs im Zuge der Übernahme in Gefahr, und das nicht nur in den 30 Real-Märkten, die geschlossen werden sollen.

Real: Gewerkschaft setzt sich für Sozialtarifverträge ein

Die Chefin der SCP Group Marjorie Barbet-Friel hatte nach Abschluss des Kaufvertrages zwar angekündigt, dass man versuchen werde "Schließungen und Entlassungen so weit wie möglich zu vermeiden". Doch das würde auch von dem Engagement aller Beteiligten abhängen.

Der Verdi Bundesfachgruppenleiter sieht noch ein anderes Problem: "Niemand ist in der Lage, ein Unternehmen mit lediglich 50 Warenhäusern auf Dauer wirtschaftlich zu betreiben." Zudem sei es alles andere als sicher, dass die Mitarbeiter in den verkauften Filialen ihre Jobs behalten.

Denn oftmals seien lange Umbauzeiten nötigt. Damit die Angestellten nicht ihren Anspruch auf angesammelte Sozialleistungen verlieren, setzt sich Verdi für Sozialtarifverträge mit SCP und den potenziellen Käufern ein.

*echo24.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerk

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