Bekennerschreiben wird ausgewertet

Verurteilter unschuldig? 40 Jahre nach Mordfall noch immer Ermittlungen

Im Entführungsfall Ursula Herrmann wird noch ermittelt.
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Im Entführungsfall Ursula Herrmann wird noch ermittelt.
  • Anna-Maureen Bremer
    VonAnna-Maureen Bremer
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Ein Mädchen (10) verschwindet 1981. Es wird tot in einer Kiste gefunden. Ein Täter wird verurteilt – und beteuert bis heute seine Unschuld. Ermittler werten ein angebliches Bekennerschreiben aus.

40 Jahre nach dem Verbrechen an der Schülerin Ursula Herrmann in Oberbayern beschäftigt der Fall immer noch die Augsburger Staatsanwaltschaft. Die Behörde prüft seit Ende 2020 ein angebliches Bekennerschreiben. Das Dokument werde weiterhin ausgewertet und auf Spuren untersucht, erklärte Oberstaatsanwalt Andreas Dobler. „Diese spurentechnischen Untersuchungen dauern teilweise länger.“ Die Ermittler gehen aber nicht davon aus, dass das Schreiben wirklich von dem Kidnapper stammt.

Mordfall nicht hundertprozentig geklärt – Verurteilter beteuert immer noch Unschuld

Ein wesentlich jüngeres Vorkommnis wird ebenfalls neu aufgerollt: Der Fall der vermissten Scarlett S. Wurde die junge Frau, die spurlos verschwand, womöglich doch ermordet? Leider schnwadt schon nach kurzer Zeit die Hoffnung, Scarlett S. noch lebend auffinden zu können. Und das, obwohl auch die Bergwacht mit allen Mitteln nach der Vermissten suchte. Die junge Frau - so die Theorie der Polizei bis dato - könnte beim Wandern abgestützt sein.

An diesem Mittwoch jährt sich die Entführung des zehnjährigen Mädchens. Am 15. September 1981 war das Kind in Eching am Ammersee auf dem Heimweg verschleppt und in einer vergrabenen Kiste eingesperrt worden - das Mädchen erstickte. Die Ermittlungen der Kripo wurden damals von Pannen überschattet, ein Täter wurde zunächst nicht gefasst.

40 Jahre nach Verschwinden am Ammersee: Ist der Verurteile nicht der Kidnapper der 10-Jährigen gewesen?

Erst nach 27 Jahren wurde ein Beschuldigter festgenommen und dann zu lebenslanger Haft verurteilt. Der 71-Jährige bestreitet nach wie vor, der Täter zu sein. Bis heute gibt es Zweifel, ob der Richtige verurteilt wurde.

Doch bei der Untersuchung der Staatsanwaltschaft geht es weniger darum, den Kriminalfall noch einmal komplett aufzurollen. Denn das Urteil gegen den Angeklagten ist rechtskräftig, zudem wäre der Fall verjährt. Das Kidnapping von Ursula wird als erpresserischer Menschenraub mit Todesfolge gewertet - nicht als Mordfall, für den es keine Verjährungsfrist gibt. Der Staatsanwaltschaft geht es darum, den Autor des Schreibens zu finden, weil dieser wohl unrichtig eine andere Person des Verbrechens beschuldigt hat.

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