In England seit November verabreicht

Molnupiravir: Corona-Medikament wird bereits verabreicht - ohne EMA-Zulassung

  • Dominik Jahn
    VonDominik Jahn
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Molnupiravir soll als Corona-Medikament nur für einen speziellen Patienten-Kreis eingesetzt werden.

Mit Paxlovid wartet derzeit ein Medikament gegen Corona auf die Zulassung durch die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA). Im Gegensatz dazu sind die Kapseln vom US-amerikanisches Pharmaunternehmen Merck Sharp & Dohme bereits erhältlich. Aus namensrechtlichen Gründen wird das Unternehmen in den USA und Kanada nur Merck & Co. genannt. Molnupiravir ist allerdings von der EMA noch nicht zugelassen.

Wie unter anderem das Ärzteblatt schreibt, kann in den Praxen seit Anfang Januar 2022 das Corona-Medikament Molnupiravir (Handelsname Lagevrio) verordnet werden. Möglich macht die Freigabe für Deutschland eine Entscheidung des Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) und eine Notfallzulassung der EMA aus dem November 2021.

Molnupiravir: Corona-Medikament wird bereits verabreicht

In der offiziellen Mitteilung des Bundesinstituts heißt es dazu: „Das BfArM hat in Abstimmung mit dem Bundesministerium für Gesundheit wichtige Informationen zum Anti-COVID-19 Arzneimittel Lagevrio (Molnupiravir) zusammengestellt, welches vom Bundesministerium für Gesundheit beschafft und aufgrund dessen nach § 2, 3 MedBVSV ohne Zulassung in Verkehr gebracht werden darf.“

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM)

Laut eigener Definition ist das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) Europas größte Arzneimittelzulassungsbehörde. Expertinnen und Experten des Bundesinstituts bringen ihr Wissen unter anderem in die wissenschaftlichen Gremien der Europäischen Arzneimittel-Agentur ein. EU-weit und International leistet das BfArM einen wesentlichen Beitrag für die Versorgung mit sicheren und wirksamen Arzneimitteln. 

Bundesinstitut gibt Molnupiravir vorzeitig frei

Bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur hat man das Vorgehen unterstützt. Hier heißt es in einer Empfehlung zum Corona-Medikament laut BfArM: „Zu Lagevrio (Molnupiravir) hat der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP, Committee for Medicinal Products for Human Use) der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) im Rahmen eines Verfahrens gemäß Art. 5 (3) der Verordnung (EG) Nr. 726/2004 eine Empfehlung herausgegeben, um die nationalen Behörden bei einer Entscheidung über eine mögliche frühzeitige Anwendung des Arzneimittels ohne Zulassung, z. B. in Notfallsituationen, zu unterstützen.“

In England war Molnupiravir laut Ärzteblatt-Bericht im November 2021 „als erstem Land weltweit zugelassen worden“. Die Bundesregierung hat von dem Medikament des Herstellers Merck Sharp & Dohme zunächst 80.000 Dosen beschafft. Auch in Italien wurde das Medikament inzwischen erlaubt.

Molnupiravir: So wird das Corona-Medikament eingesetzt

Molnupiravir wird zur Behandlung von nicht hospitalisierten Corona-Pa­tienten eingesetzt. Die Betroffenen sind dabei ohne zusätzlichen Bedarf an Sauerstoff, weisen aber dennoch ein stark erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf auf. Wie das Ärzteblatt schreibt, hat die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) explizit auf diesen Umstand hingewiesen.

Die Deutsche-Apotheker-Zeitung fasst das Wirkungsfeld des Medikaments auf Grundlage der entsprechenden Studien des Herstellers zusammen und schreibt dazu: „Die Patient:innen sollten Molnupiravir so früh wie möglich nach Diagnose – innerhalb von fünf Tagen nach Symptombeginn – erhalten. Die Gabe erfolgt als orale Kapsel, welche die Patient:innen zweimal täglich für fünf Tage einnehmen“.

Gute Verträglichkeit von Molnupiravir nachgewiesen

Wie die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) und der Ständige Arbeitskreis der Kompetenz- und Behandlungszentren für Krankheiten durch hoch-pathogene Erreger (STAKOB)in einer Mitteilung zu den Studien-Ergebnissen für das Corona-Medikament Molnupiravir schreiben, gilt das Produkt des US-Herstellers als „als gut verträglich“.

Rubriklistenbild: © dpa/ Jakub Porzycki

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