Drei Milliarden Impfdosen von Moderna

Corona-Impfung: Moderna will Impfstoff-Produktion mehr als verdoppeln

  • Lisa Klein
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Der US-Hersteller Moderna möchte seine Produktion des Corona-mRNA-Impfstoffes weiter ausbauen und die Zahl der lieferbaren Impfdosen sogar verdoppeln.

Deutschland könnte schon viel weiter sein mit dem Impfverfahren im Kampf gegen die Corona-Pandemie – wenn es nur genügend Impfstoff geben würde. Ab Juni sollen sogar die Betriebsärzte mit ins Boot geholt werden, um das Impfen zu beschleunigen. Was den fehlenden Impfstoff angeht, macht eine Nachricht des US-Impfstoffherstellers nun Hoffnung: Moderna möchte die Produktion seines Corona-Vakzins weiter ausbauen und hochfahren. Im kommenden Jahr will Moderna statt der bisher geplanten 1,4 Milliarden Dosen rund drei Milliarden Impfdosen liefern, wie das Handelsblatt berichtet. Zudem plant das Unternehmen zukunftsweisend, noch im vierten Quartal dieses Jahres eine Auffrischungsimpfung gegen das Coronavirus auf den Markt zu bringen.

Möglich soll die Verdoppelung der Impfstoff-Produktion durch den Ausbau der Kapazitäten beim Schweizer Auftragsfertiger Lonza werden. Die Lonza Group AG ist ein schweizerisches Chemie- und Pharmaunternehmen mit Hauptsitz in Basel. Im schweizerischen Visp sollen nun drei zusätzliche Produktionslinien aufgebaut werden, teilte der Auftragsfertiger mit. Da die Anlagen über dieselbe Kapazität wie die drei bereits bestehenden verfügen, sollte Lonza künftig in der Lage sein, an dem Standort in Visp pro Jahr 600 Millionen statt nur 300 Millionen Impfdosen herzustellen, schreibt die Neue Züricher Zeitung.

Impfstoffprognosen für Deutschland

Laut der Lieferprognosen der Bundesregierung sollen bis Ende Juni (KW 26) für das 2. Quartal des Jahres 2021 insgesamt etwa 50,3 Millionen Impfdosen von Biontech geliefert werden sowie etwas mehr als 6,4 Millionen Impfdosen von Moderna. Allerdings weist das Bundesgesundheitsministerium daraufhin, dass es sich dabei lediglich um Prognosen handelt und sich diese Werte jederzeit ändern können.

Hoffnung im Kampf gegen Corona: Moderna will Impfstoff-Produktion mehr als verdoppeln

Der Impfstoff von Moderna ist ebenso wie der von Biontech/Pfizer ein mRNA-Impfstoff. Laut Daten der US-Gesundheitsbehörde Centers of Disease Control and Prevention (CDC) senken mRNA-Impfstoffe das Risiko, bei einer Corona-Infektion ins Krankenhaus zu müssen, vor allem für ältere Menschen erheblich. Zwei Wochen nach Verabreichung der zweiten Impfdosis läge das Risiko einer Krankenhaus-Einweisung für Menschen ab 65 Jahren aufgrund einer Covid-19-Infektion um 94 Prozent niedriger als für gleichaltrige, nicht geimpfte Menschen, teilte die CDC mit. Die Daten stammen aus 24 Krankenhäusern in 14 US-Bundesstaaten.

Schon bald könnte es in Deutschland einen weiteren Impfstoff geben, der bereits zahlreiche Impfdosen in Aussicht stellt: Tübingens Oberbürgermeister Palmer fordert nun eine Notfallzulassung des Vakzins von CureVac. Zuletzt schrieb Moderna eine Negativschlagzeile in Deutschland: Eine 75-jährige Frau ist nach ihrer Corona-Impfung mit dem Impfstoff von Moderna noch auf dem Parkplatz des Impfzentrums in Augsburg zusammengebrochen und anschließend gestorben. Ob die Impfung mit dem Präparat von Moderna die Ursache für den Tod der Frau ist, wird derzeit noch untersucht.

Rubriklistenbild: © Federico Gambarini/dpa

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