Behörden rekonstruieren Hamburg-Messerattacke

Er wollte Toast kaufen - doch dann riss er ein Messer aus der Verpackung und stach zu

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Hier kam es zu der Messerattacke.

Sehr detailliert konnten die Behörden den Ablauf der Messerattacke von Hamburg beschreiben. Demnach kam der Attentäter eigentlich wegen Toastbrots in den Edeka.

Ein 26-Jähriger hat den Ermittlungen zufolge am Freitag im Hamburger Stadtteil Barmbek unvermittelt auf Menschen eingestochen. Ein 50-Jähriger starb, laut Polizei wurden sechs Menschen verletzt, nach Angaben von Hamburgs Innensenator Andy Grote (SPD) waren es sieben. Den Ermittlern zufolge gibt es keine Hinweise auf Hintermänner oder ein Unterstützer-Netzwerk. 

Der Mann handelte möglicherweise spontan. Die Behörden schilderten, wie die Tat ablief. Das Messer hatte er demnach aus dem Edeka. Er sei in den Markt gegangen, um Toast zu kaufen. „Der Täter kam wegen Toastbrot in den Edeka – ob er dieses auch gekauft hat, ist derzeit nicht klar“, wird LKA-Vize-Chefin Kathrin Hennings von der Bild zitiert. Dann habe er die Filiale verlassen, sei in einen Bus gestiegen, habe diesen sofort wieder verlassen. „Wieder im Edeka riss er ein 20 Zentimeter langes Messer aus einer Verpackung und griff ohne Vorwarnung einen 50 Jahre alten Mann an.“

Der Mann habe in dem Markt drei Menschen schwer verletzt, von denen einer später gestorben sei, sagte Hennings vom Landeskriminalamt. In der nahen Umgebung des Markts verletzte er vier weitere Menschen, bevor er von Passanten verfolgt und schließlich festgenommen wurde. Ein Amateurvideo, das im Netz kursiert und das mit hoher Wahrscheinlichkeit echt ist, zeigt diese Szenen.

Der Attentäter ist offenbar nicht vorbestraft. Ein Diebstahlverfahren wurde den Angaben zufolge wegen Geringfügigkeit eingestellt.

Mit Blick auf die möglichen Hintergründe der Tat sagte Innenminister Thomas de Maizière (CDU): „Wir müssen damit rechnen, dass die dschihadistische Ideologie als Begründung oder Rechtfertigung für Taten herangezogen wird, die vielleicht aufgrund ganz anderer Motive begangen werden.“ Das lehre die leidvolle Erfahrung.

Bilder aus Hamburg: Mann greift Passanten mit Messer an

„Die Motive können in der Persönlichkeit des Täters liegen“

„Die eigentlichen Motive können dann auch in der Persönlichkeit des Täters liegen.“ Es sei nun Aufgabe der Hamburger Behörden, diese zu ermitteln. „Es ist wichtig, die Hintergründe der Tat so schnell wie möglich zu analysieren, um aufzuklären, wie es zu der Tat kommen konnte“, betonte der CDU-Politiker.

Die Motive des Messer-Angreifers in einem Hamburger Supermarkt sind auch einen Tag nach der blutigen Attacke unklar. Bei dem Mann gebe es einerseits Hinweise auf religiöse Beweggründe und islamistische Motive, aber auch auf eine „psychische Labilität“, sagte Innensenator Andy Grote (SPD) am Samstag. Mitbewohner beschreiben ihn als Außenseiter.

Die Hamburger Messerattacke - eine Bluttat innerhalb weniger Minuten

Ein Protokoll der Bluttat von Freitag - nach Angaben der stellvertretenden Leiterin des Landeskriminalamtes, Kathrin Hennings:

- Kurz vor 15.00 Uhr: Der 26-Jährige betritt den Edeka-Markt an der Fuhlsbüttler Straße, um einzukaufen, verlässt den Laden kurz darauf.

- 15.08 Uhr: Der Mann steigt in der Nähe des Supermarktes in einen Bus, steigt aber sofort wieder aus.

- 15.10 Uhr: betritt Edeka-Markt wieder, geht zielgerichtet auf ein Verkaufsregal zu, nimmt ein Küchenmesser mit einer 20 Zentimeter langen Klinge aus der Auslage und attackiert einen 50-Jährigen. Er verletzt in dem Markt zwei weitere Menschen.

- Täter flieht aus dem Markt und läuft die Fuhlsbüttler Straße entlang. Dort verletzt er noch mehr Menschen. Verfolger versuchen ihn aufzuhalten.

- 15.11 Uhr: Notruf geht bei der Polizei ein

- 15.13 Uhr: Polizei ist vor Ort. Beamte sehen „ein Gewusel von Täter und Personen mit Gegenständen bewaffnet“ und geben Warnschüsse ab. Die Fahnder nehmen den 26-Jährigen in der Hellbrokstraße fest.

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lin mit dpa/AFP

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