Nach Ausschreitungen

Merkel plant Besuch in Chemnitz im November

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Bundeskanzlerin Angela Merkel im Bundestag

Nach den Ausschreitungen in Chemnitz resultierend aus der Ermordung eines 35-jährigen Deutschen durch zwei Asylbewerber im August hat Angela Merkel einen Besuch in Chemnitz angekündigt.

Chemnitz - Nach den rechten Ausschreitungen in Chemnitz plant Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) einen Besuch in der drittgrößten sächsischen Stadt. Merkel wird dort am 16. November mit den Lesern der „Freien Presse“ diskutieren. „Wir wissen, dass der Gesprächsbedarf groß ist“, erklärte Chefredakteur Torsten Kleditzsch in dem Blatt (Donnerstag). Dies wurde einen Tag nach der Wahl von Ralph Brinkhaus zum Unionsfraktionsvorsitzenden verkündet.

„Mit der Veranstaltung wollen wir einen weiteren Beitrag leisten, um auch in schwierigen Zeiten im Gespräch zu bleiben.“ Die Leser können Merkel demnach direkt Fragen stellen. Nach Angaben der Zeitung wird sie voraussichtlich mehrere Termine in der sächsischen Stadt wahrnehmen. Details sind noch unklar. Regierungssprecher Steffen Seibert bestätigte am Mittwoch den Termin in Berlin.

Am 26. August waren am Rande des Chemnitzer Stadtfestes ein 35 Jahre alter Deutscher niedergestochen und zwei weitere Männer durch Messerstiche zum Teil schwer verletzt worden. Als dringend tatverdächtig gilt neben einem Syrer ein 22-jähriger Iraker, der per Haftbefehl gesucht wird. Der gewaltsame Tod hatte zu einer Reihe ausländerfeindlicher Proteste und Demonstrationen rechter Gruppierungen geführt.

Merkel hatte nach den Übergriffen gesagt, sie wolle Chemnitz besuchen. Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig (SPD) lud sie zu einem Bürgerforum ein. Das Stadtoberhaupt zeigte sich am Mittwoch überrascht. Sie habe den Termin noch nicht gekannt, sagte Ludwig. „Das ist nicht das Format eines Bürgergesprächs, zu dem ich Bundeskanzlerin Angela Merkel Anfang September nach Chemnitz eingeladen hatte“, sagte die Rathauschefin auf dpa-Anfrage. Eine verbindliche Antwort auf ihre Einladung liege ihr nicht vor.

dpa

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