Erste Testergebnisse

Medikament gegen Corona: Ausgerechnet dieser Hersteller ist Hoffnungsträger

  • Lisa Klein
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Ausgerechnet AstraZeneca hat in einer Studie einen entscheidenden Durchbruch mit einem Medikament erzielt, welches vor schweren Corona-Verläufen schützen soll.

Bald ist es ein Jahr her, dass der erste Corona-Impfstoff durch die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) zugelassen wurde. Inzwischen hat sich gezeigt, dass die Impfstoffe effektiv vor schweren Krankheitsverläufen oder Tod durch eine Corona-Infektion schützen. Auf den Intensivstationen in Baden-Württemberg liegen überwiegend ungeimpfte Patienten. Doch Medikamente, welche während einer Corona-Infektion verabreicht werden können und den Krankheitsverlauf akut mildern, gibt es bislang noch nicht. Aber: Das könnte sich schon zeitnah ändern. Nun ist es einem Pharmakonzern gelungen, mit einer Testreihe den ersten entscheidenden Durchbruch zu erzielen.

Ausgerechnet das britische Unternehmen AstraZeneca ist es, das mit ersten Testergebnissen Hoffnung auf ein Medikament macht, welches schwere Verläufe und Todesfälle durch eine Covid-19-Infektion verhindern soll. Der Corona-Impfstoff von AstraZeneca stand zuletzt dauerhaft in der Kritik aufgrund von heftigen Nebenwirkungen wie Hirnvenenthrombosen.

Heilmittel gegen Corona? Medikament „AZD7442“ verringert Risiko auf tödlichen Verlauf

Das Pharmaunternehmen AstraZeneca spricht in einer aktuellen Pressemitteilung (11. Oktober) von einem „positiven Ergebnis der Phase-III-Studie TACKLE zur Behandlung von COVID-19“ mit dem Medikament „AZD7442“. Die Teilnehmer der Studie stammten zu 90 Prozent aus Bevölkerungsgruppen mit hohem Risiko für ein schweren Krankheitsverlauf.

Ein erstes offizielles Fazit der Studie lautet: „Eine Dosis von 600 mg AZD7442, verabreicht durch intramuskuläre (IM) Injektion, verringerte das Risiko, eine schwere COVID-19 zu entwickeln oder zu sterben (unabhängig von der Ursache), um 50 Prozent im Vergleich zu Placebo bei ambulanten Patienten, die seit sieben Tagen oder weniger symptomatisch waren.“

Im Rahmen der Studie hat es 37 Todesfälle unter den 415 Placebo-Teilnehmern gegeben, welche das Medikament von AstraZeneca nicht erhalten haben. Unter den 407 Teilnehmer, die das Medikament AZD7442 erhalten haben, hat es hingegen „nur“ 18 Todesfälle gegeben.

Medikament gegen schweren Corona-Verlauf: AstraZeneca erzielt Durchbruch

In einer Analyse der Teilnehmer, die innerhalb von fünf Tagen nach Auftreten der Symptome behandelt wurden, verringerte das AstraZeneca-Medikament AZD7442 das Risiko, schwer an COVID-19 zu erkranken oder zu sterben, im Vergleich zur Placebo-Gruppe um 67 Prozent. 27 von 251 Teilnehmern, die das Medikament nicht erhalten haben, hatten einen schweren Verlauf – dem gegenüber stehen neun Patienten mit schwerem Verlauf, die in der AZD7442-Gruppe mit 253 Teilnehmern waren.

Diese positiven Ergebnisse zeigen, dass eine praktische intramuskuläre Dosis von AZD7442 eine wichtige Rolle bei der Bekämpfung dieser verheerenden Pandemie spielen könnte.

Hugh Montgomery, Professor für Intensivmedizin am University College London und leitender Prüfarzt des Corona-Medikaments AZD7442

„AZD7442 ist das erste LAAB mit Phase-III-Daten, das einen Nutzen sowohl bei der Prophylaxe als auch bei der Behandlung von COVID-19 zeigt und einfach per IM-Injektion verabreicht werden kann“, heißt es in der Pressemitteilung von AstraZeneca.

Heilmittel gegen Corona: AstraZeneca als unerwarteter Hoffnungsträger

Und wie geht es nun weiter? „AstraZeneca wird die Daten mit den Gesundheitsbehörden erörtern“, heißt es vonseiten des Pharmakonzerns. Am 5. Oktober 2021 gab AstraZeneca bereits bekannt, dass es bei der US-Gesundheitsbehörde FDA einen Antrag auf eine Notfallzulassung für AZD7442 zur Prophylaxe von COVID-19 gestellt hat.

AstraZeneca

AstraZeneca ist ein globales biopharmazeutisches Unternehmen, das sich auf die Entdeckung, Entwicklung und Vermarktung von verschreibungspflichtigen Medikamenten in den Bereichen Onkologie, seltene Krankheiten und Biopharmazeutika, einschließlich Herz-Kreislauf, Nieren und Stoffwechsel sowie Atemwege und Immunologie, konzentriert. AstraZeneca hat seinen Sitz in Cambridge (Großbritannien) und ist in über 100 Ländern tätig.

Zudem werden die vollständigen Ergebnisse von TACKLE zur Veröffentlichung in einer von Experten begutachteten medizinischen Fachzeitschrift eingereicht und auf einem bevorstehenden medizinischen Kongress vorgestellt.

Rubriklistenbild: © Danny Lawson/dpa

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