Vom Aussterben bedroht

Luchs, Wisent oder Wolf: Hier leben Deutschlands seltenste Wildtiere

Wisente
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Wisente: Sie kommen in Deutschland in freier Wildbahn vor. (Symbolbild)
  • Christina Rosenberger
    VonChristina Rosenberger
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Wer in Deutschen Wäldern wandern geht, kann manchmal auf Tiere stoßen, die er nicht in freier Wildbahn vermutet hätte...

In den vergangenen Jahren haben sich hierzulande verschiedene Tierarten wieder angesiedelt, die in Deutschland lange als ausgestorben galten. Darunter einige Raubtiere! In seltenen Fällen gab es sogar schon Begegnungen mit dem Menschen. Doch welche seltenen Wildtiere kann man überhaupt in Deutschland treffen, und in welchen Regionen leben sie?

Mittlerweile recht häufig kommt es in deutschen Wäldern zum Zusammentreffen zwischen Mensch und Wolf. Die gefürchteten Raubtiere leben seit dem Jahr 2000 wieder frei in Deutschland. Aus Osteuropa fanden sie den Weg zurück. Laut der Dokumentations- und Beratungsstelle DBBW ist ihr Bestand heute auf 113 Rudel, ein Paar und neun territoriale Einzeltiere angewachsen - vor allem halten sie sich in den östlichen Bundesländern auf, in Baden-Württemberg sind laut Aufzeichnungen lediglich drei Einzelwölfe heimisch.

Seltene Tiere in Deutschland: In diesen Regionen leben wilde Luchse

Auch Luchse sind in einigen Teilen der Bundesrepublik wieder zu Hause. Die anmutigen Raubkatzen sind sehr scheu und werden recht selten gesichtet - was wohl auch daran liegt, dass ihre Streifgebiete bis zu 400 Quadratkilometer groß sein können. Wie viele Luchse in Deutschland leben, lässt sich aufgrund dieser Tatsache nur schwer schätzen. Doch sollte man beim Wandern mal einem Luchs begegnen, dann befindet man sich vermutlich im Harz oder im Bayerischen Wald.

Ein majestätisches Tier, das man am Himmel über Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern oder Brandenburg beobachten kann, ist der Seeadler. Er ist der größte europäische Greifvogel und erreicht eine Flügelspannweite von bis zu 2,60 Metern. Laut deutschland.de brüten mittlerweile wieder 600 Seeadler-Paare in Deutschland.

Seltene Wildtiere in Deutschland: Auch invasive Arten mittlerweile heimisch

Sehr selten verirren sich auch Elche wieder nach Deutschland. Laut weather.com waren die Großhirsche, die bis zu 800 kg schwer werden können, eigentlich seit dem Zweiten Weltkrieg in der Bundesrepublik ausgestorben - doch heute gibt es immer wieder vereinzelt Tiere, die aus Polen, Schweden oder dem Baltikum nach Deutschland zurückkommen. Wenn sie hierzulande gesichtet werden, dann geschieht das meist in Mecklenburg-Vorpommern oder Brandenburg. Experten räumen den Großhirschen eine gute Chance ein, sich in den kommenden Jahren wieder in Deutschland anzusiedeln.

Auch invasive Arten wie der Waschbär sind mittlerweile in Deutschland heimisch. (Symbolbild)

Auch einige invasive Arten kommen mittlerweile in kleinen Zahlen in Deutschland vor. So kamen Tiere wie der Waschbär in den letzten Jahrzehnten aus den USA in die Bundesrepublik und breiten sich zunehmend aus. Laut tagesspiegel.de treten Waschbären in Sachsen-Anhalt und Brandenburg schon in rund 90 Prozent aller Jagdreviere auf.

Viel seltener ist da schon das Vergnügen, einen Wisent in wilder Natur zu erleben - aber es ist nicht unmöglich. Denn 2013 wurde eine Gruppe der fast schon ausgestorbenen Flachlandwisente im hessischen Rothaargebirge ausgewildert. Und das Projekt scheint sich auszuzahlen - seit der Auswilderung wurden schon mehrere Tiere geboren und der Bestand ist auf etwa 20 angewachsen.

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