Corona-Langzeitfolgen

Neue Corona-Studie: Frauen sind von „Long Covid“ stärker betroffen

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Nach rund zwei Jahren Corona-Pandemie gibt es immer mehr Erkenntnisse über „Long Covid“. Laut einer neuen Studie sind Frauen stärker von Langzeitfolgen betroffen.

Wer eine Corona-Infektion überstanden hat und als „genesen“ gilt, ist noch lange nicht zwingend wieder gesund. In den ersten Wochen nach der Erkrankung haben nach derzeitigen Expertenschätzungen etwa zehn Prozent der Covid-Patienten mit anhaltenden Beschwerden zu kämpfen, die direkt auf die Krankheit zurückgehen, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet. Nach beinahe zwei Jahren Corona-Pandemie gibt es nun immerhin immer mehr Erkenntnisse zum Thema Langzeitfolgen bei einer Corona-Infektion.

Das Gesamtbild der Erkrankung ist heute nicht mehr so nebulös, wie es zu Beginn der Pandemie war.

Mediziner Dominik Buckert vom Universitätsklinikum Ulm

Als „Long Covid“ definieren die deutschen Patientenleitlinien Beschwerden, die länger als vier Wochen nach der Infektion bestehen – als „Post Covid“, wenn die Beschwerden länger als 12 Wochen nach der Infektion den Alltag einschränken. Der Mediziner Dominik Buckert vom Universitätsklinikum Ulm sagt: „Das Gesamtbild der Erkrankung ist heute nicht mehr so nebulös, wie es zu Beginn der Pandemie war“.

Long Covid: Neue Erkenntnisse zu Langzeitfolgen dank neuer Studien

Die Beschwerden der Langzeitfolgen lassen sich generell grob in zwei Gruppen einteilen. Bei etwa 10 bis 20 Prozent der Betroffenen seien Schäden an Organen wie Herz oder Lunge nachweisbar. Deutlich mehr kämpften mit eher funktionellen Beeinträchtigungen wie einer geringeren Belastbarkeit, Müdigkeit, Konzentrationsstörungen oder anhaltenden Riech- und Schmeckstörungen.

Während bei einigen Patienten die Beschwerden eher moderat sind, haut es andere zumindest vorübergehend völlig aus dem Leben. Immerhin: Die Heilungsaussichten sind bei vielen Menschen – zumindest auf lange Sicht – gut. Wie echo24.de berichtete, stellt „Long Covid“ laut Experten allerdings vor allem für Kinder eine Gefahr dar.

Neue Corona-Studie: Frauen sind von „Long Covid“ stärker betroffen

Eine neue Untersuchung der Unimedizin Mainz ist außerdem zu einer weiteren spannenden Erkenntnis gekommen: Frauen sind von „Long Covid“ stärker betroffen als Männer, wie die Tagesschau berichtet. Insgesamt 10.250 Personen haben an der Corona-Studie der Unimedizin Mainz teilgenommen. 46 Prozent der weiblichen Probanden berichteten von langfristigen Beschwerden nach einer Covid-19-Infektion, dem gegenüber stehen 35 Prozent der Männer. Eine mögliche Erklärung dafür suchen die Forscher in den Hormon- sowie Stoffwechsel-Unterschieden zwischen Frauen und Männern.

Generell klagen knapp 30 Prozent aller Infizierten (unabhängig des Geschlechts), dass sie ihre ursprüngliche Leistungsfähigkeit nach der Erkrankung nicht wieder erreicht hätten. Rund 15 Prozent fühlten sich dauerhaft in ihrem Alltagsleben eingeschränkt, mehr als sechs Prozent auch in ihrem Arbeitsleben, berichtet die Tagesschau. Sechs Monate nach der Corona-Infektion berichten noch knapp 40 Prozent der Probanden von Symptomen wie Müdigkeit, Gedächtnisstörungen oder Kurzatmigkeit.

Long Covid: Studien zeigen Impfungen schützen gut vor Langzeitfolgen

Wer sich vor „Long Covid“-Folgen schützen möchte, sollte sich impfen lassen. „Impfen schützt grundsätzlich gut auch vor Long Covid“, sagt etwa Carmen Scheibenbogen von der Berliner Charité . Das liegt vor allem daran, dass Geimpfte, auch wenn sie sich anstecken, häufig keine oder nur leichte Symptome bekommen. „Bei einem milden Verlauf treten zumindest Organveränderungen seltener auf“, sagt der Ulmer Mediziner Buckert.

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Erste Studien zur Schutzwirkung der Impfungen deuten zumindest ein vermindertes Risiko für anhaltende Symptome an. In einer im Fachmagazin The Lancet Infectious Disease veröffentlichten Untersuchung hatten Forscher Daten aus einer App ausgewertet, über die Covid-Patienten Beschwerden melden konnten. Zweifach geimpfte Menschen klagten nach einer Durchbruchsinfektion deutlich seltener über anhaltende (mehr als 28 Tage nach Infektion) Symptome als ungeimpfte Menschen, häufig ging die Erkrankung ganz ohne Symptome vorbei.

Rubriklistenbild: © picture alliance / Westend61 | Eva Blanco

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