Steigende Preise und Mangelware

Lieferengpässe vor Weihnachten: Diese Bereiche sind besonders betroffen

  • Lisa Klein
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  • Dominik Jahn
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Lieferengpässe sind seit Beginn der Corona-Pandemie ein Problem: Für Weihnachten wird‘s laut Handel aber besonders problematisch - alle Infos.

Weihnachten kommt mit großen Schritten immer näher. Die Suche nach den passenden Geschenken gehört bereits im November zu den Kernfragen des Alltags. Doch in diesem Jahr könnte es richtig problematisch werden. Der Handel kämpft mit dramatischen Lieferengpässen. Last Minute-Weihnachtsgeschenke fallen damit eher aus.

Lieferengpässe im Weihnachtsgeschäft: Elektronik besonders betroffen

Eine Umfrage des Münchner ifo-Instituts hat kürzlich ergeben, dass 74 Prozent der deutschen Einzelhändler Probleme mit Lieferengpässen haben. Ein Heilbronner Fahrrad-Händler hat bereits im Juni über drastische Engpässe und enorm steigende Preise geklagt. Einzelne Kunden müssen seit über einem Jahr auf ihre Fahrräder warten, es fehlen Ersatzteile für Reparaturen – 20 Prozent der Ware fehlt.

Ein echtes Geschenke-Krisengebiet sind in diesem Jahr die elektronische Präsente unter dem Weihnachtsbaum. „Verschiedene Hersteller haben signalisiert, dass es beim Nachliefern in den kommenden Monaten zu Engpässen kommen könnte“, sagte der Geschäftsführer des Handelsverbandes Technik (BVT), Steffen Kahnt, der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

Wo gibt es Lieferengpässe vor Weihnachten? Der Überblick

Neben der Elektronik ist für Weihnachten für Verbraucher auch der Bereich Mode, Haushaltswaren, Deko oder auch Bücher in Gefahr. Geschenke müssen hier extrem früh gesichert werden. Das Fachmagazin Chip hat die wichtigsten Bereich zusammengefasst - der Überblick:

  • Smartphones wie etwas das neue iPhone 13
  • Beliebte Spielekonsolen:  PlayStation 5 oder Xbox. Es muss mit Wartezeiten von mehreren Wochen gerechnet werden.
  • Spielwaren aus Holz (Wartezeiten bis weit in den Dezember möglich)
  • Plüschtiere (Wartezeiten bis weit in den Dezember möglich)
  • Sneakers (Wartezeiten bis weit in den Dezember möglich)

Laut dem Bericht können die Verkäufer noch keine „feste Prognose darüber geben, ob zum Fest ausreichend Ware verfügbar sein wird“.

Hintergrund der Lieferengpässe fürs Weihnachtsgeschäft

Hintergrund sind coronabedingte Lieferschwierigkeiten bei Produzenten, insbesondere aus dem asiatischen Raum, sowie große Probleme in den Logistikketten, die immer mehr auf den deutschen Handel durchschlagen. Jochen Cramer, Einkaufsleiter der Verbundgruppe ElectronicPartner, betonte, bei fast allen Sortiments- und Warengruppen gebe es seit dem letzten Jahr Lieferprobleme.

Die Situation wird auch noch unbestimmte Zeit andauern und sich somit aufs Weihnachtsgeschäft auswirken.

 Jochen Cramer

Aus diesem Grund sollten Weihnachtsgeschenke in diesem Jahr am besten besonders früh gekauft werden, wenn es etwas ganz Bestimmtes sein soll. „Es kann zurzeit passieren, dass der Hersteller zugesagte und bestätigte Produkte kurzfristig absagt, da ein Vorlieferant dringend benötige Teile nicht liefern konnte“, beschreibt Cramer die aktuellen Schwierigkeiten der Händler.

Teure Weihnachtsgeschenke: Lieferengpässe sorgen für steigende Preise

Deutschlands größte Elektronikhändler Media Markt und Saturn betonten zwar: „Derzeit haben wir keine Engpässe. In unseren Märkten und Lagern ist ausreichend Ware vorhanden.“ Doch auch dem Großkunden haben einige Lieferanten bereits signalisiert, dass es in den kommenden Monaten zu Engpässen bei der Verfügbarkeit „von einzelnen Produkten in einigen wenigen Produktgruppen“ kommen könnte.

In vielen Bereichen könnten die Weihnachtsgeschenke durch die Lieferengpässe deutlich teurer werden als gedacht. Wie Chip schreibt rechnen Frachtexperten als „logische Konsequenz“ mit einer deutlichen Preissteigerung. Dazu heißt es: „Ist Ware nämlich begrenzt verfügbar und die Nachfrage groß, sind Händler nicht auf Aktions- und Lockangebote angewiesen. Vielmehr geht es um Gewinnmaximierung mit der bestehenden Liefermenge“. Zudem werden angemietete Lagerflächen teurer.

Aldi und Lidl: Auch bei den Discountern Lieferengpässe bei Non-Food-Artikeln

Nicht nur im klassischen Handel für Elektronik, Mode und Deko-Artikeln wird es eng. Auch bei Discountern sind Lieferengpässe inzwischen spürbar geworden. Wie echo24.de bereits Ende Oktober berichtet hatte, kommt es bei den Supermarkt-Riesen Aldi und Lidl immer wieder zu Ausfällen.

Lieferengpässe betreffen weitere große Industriebereiche

Vor allem auch die Autoindustrie leidet seit Beginn der Corona-Pandemie durch den weltweiten Halbleiter-Mangel – aber auch zahlreiche andere Hersteller haben mit Lieferengpässen in allen möglichen Bereichen zu kämpfen. Die Computer-Chips beispielsweise werden ja nicht nur in Autos eingebaut – auch Hersteller wie Sony und Microsoft können die Nachfrage für Spielekonsolen aktuell nicht decken. Fernseher, Drucker, Computer und Smartphones benötigen ebenfalls Chips.

Die Halbleiter-Krise hat sich zudem auf die Haushaltsgeräte-Branche ausgewirkt: Sie fehlen für die Fertigstellung von Waschmaschinen, Trockner. Geschirrspüler, Staubsauger, Kühlschränke und Rasenmäher, wie echo24.de bereits berichtete. Durch die weltweite Knappheit an Holz als Rohstoff gibt es bei Ikea leere Regale, der Mangel wird kurz vor Weihnachten den Handel und die Kunden weiter schwer beschäftigen. Der Handel rät in jedem Fall dazu, die Weihnachtsgeschenken frühzeitig zu besorgen.

Rubriklistenbild: © picture alliance / Panther Media | Mariusz Blach

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