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Krankenhäuser am Limit: RS-Virus sorgt für überfüllte Kinderkliniken

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Von: Juliane Reyle

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Das RS-Virus breitet sich aus. Besonders Kinder sind sogar lebensbedrohlich von der Krankheit betroffen: Kindekrankenhäuser sind überfüllt und haben kaum noch Betten für Intensivpatienten.

Der Respiratorische Synzytial-Virus, auch kurz RS-Virus und RSV genannt, breitet sich aktuell immer weiter aus. Besonders Kleinkinder sind von dem Virus, das die unteren Atemwege befallen kann, betroffen. Viele Kinderkliniken sind mit der aktuellen Situation überfordert. Eine Impfung gegen die Krankheit gibt es, wie echo24.de bereits berichtet hat, derzeit noch nicht. Kinderärzte sind schon mit der „Erkältungs-Welle“ überfordert und jetzt kommt auch noch das RS-Virus ins Spiel. Wie sieht die aktuelle Situation aus?

Kinderkrankenhäuser überfüllt: Täglich mehr als 200 Kinder – kaum noch Betten auf Intensivstationen frei

Der Leiter des Kinderkrankenhauses in Ludwigsburg schlägt bereits Alarm, wie „Ludwigsburg24“ berichtet. Es seien kaum noch Betten frei und auf der Intensivstation würde die Geräte knapp und es fehle an Personal. Die Situation in der Ludwigsburger Kinderklinik sei dramatisch. Am vergangenen Wochenende wurden täglich mehr als 200 Kinder aufgrund von Atemwegsinfektionen in die Klinik gebracht. Doch nicht nur in Ludwigsburg spitzt sich die Lage zu. Auch andere Kinderkrankenhäuser sind aufgrund der wachsenden Zahl an Patienten überfüllt.

Betten nur eingeschränkt verfügbar: SLK Heilbronn hat noch keine Patienten abweisen müssen

Betten seien nur sehr eingeschränkt verfügbar, so heißt es von der Kinderklinik der Universität Ulm gegenüber dem „SWR“.  Jedes gerade frei gewordene Bett soll sofort wieder belegt sein. Auch die Kinderklinik des Klinikums Mittelbaden in Baden-Baden ist derzeit voll belegt, so Chefarzt Markus Kratz. Teils müsse man erkrankte Kinder bis nach Freiburg oder Heidelberg verlegen. Grenzwertig sei die Lage zwar auch bei den SLK-Kliniken in Heilbronn, doch hier wurden bisher noch keine Patienten abgewiesen, sondern Kinder aus umliegenden Kliniken aufgenommen.

RSV oder Influenza: Nicht alle Kinder getestet – doch eine Vielzahl der Patienten bleibt stationär

„Es werden nicht alle Kinder getestet, aber die meisten von ihnen dürften RSV oder Influenza gehabt haben“, sagt Jochen Meyburg, der seit 31 Jahren Kinderarzt ist und seit 2020 die Klinik für Kinder- und Jugendmedizin in Ludwigsburg leitet, gegenüber „Ludwigsburg24“. Eine Vielzahl der erkrankten Patienten muss stationär aufgenommen werden, deshalb sind in den Kliniken kaum noch Betten frei. Ein Stuttgarter Arzt klärte bereits über die Risiken der RS-Virus Erkrankung für Kinder auf.

Von einfacher Atemwegsinfektion bis zu schwerer beatmungspflichtigen Erkrankung

Eine Infektion mit dem RSV-Virus kann laut „Robert-Koch-Institut“ von einer einfachen Atemwegsinfektion bis hin zu einer schweren beatmungspflichtigen Erkrankung der unteren Atemwege führen oder asymptomatisch verlaufen.

Doch eine Primärinfektion, also die erste Infektion in einer Kette von aufeinanderfolgenden Infektionen mit verschiedenen Erregern, verläuft meist mit deutlichen klinischen Symptomen. Die Erkrankung kann dann auf die oberen Atemwege beschränkt sein, doch insbesondere bei Säuglingen in den ersten Lebensmonaten zu einer Bronchitis oder Lungenentzündung führen, wie das „Robert-Koch-Institut“ erklärt.

Bei etwa 5% der Fälle mit Beteiligung der unteren Atemwege kommt es zu einem keuchhustenähnlichen Krankheitsbild. Fieber ist bei einer Infektion mit dem RS-Virus häufig, doch von seiner Höhe und Dauer ist nicht die Krankheitsschwere ableitbar.

Zu Beginn Schnupfen, Husten und Rachenentzündung: Nach ein bis drei Tagen Erkrankung unterer Atemwege

Zu Beginn der Erkrankung sollen laut „Robert-Koch-Institut“ die oberen Atemwege befallen sein und Schnupfen, Husten und Rachenentzündungen, also Halsschmerzen, auftreten. Die Symptome sollen dann nach ein bis drei Tagen zu einer unteren Atemwegserkrankung fortschreiten können.

Reinfektionen mit dem RS-Virus können in jedem Lebensalter vorkommen, doch bei Kindern kommt es laut „Robert-Koch-Institut“ besonders häufig zu einer Erkrankung der unteren Atemwege und deshalb zu schwereren Krankheitsverläufen. Die Krankheit dauert dann meist drei bis 12 Tage an, doch Symptome wie Husten können auch länger als vier Wochen anhalten.

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