Noch kein Ende der Fahnenstange in Sicht

Kosten für den VW-Diesel-Skandal springen über unglaubliche Marke

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So hoch, oder noch höher? Herbert Diess, Vorstandsvorsitzender der Volkswagen AG, spricht bei der Jahrespressekonferenz der Volkswagen AG.

Es ist eine Zahl, für die man schon mal einen Vergleich anstellen muss: Über 30 Milliarden hat VW mittlerweile durch den Abgasskandal verblasen - rund ein Zehntel der Steuereinnahmen Deutschlands in diesem Jahr.

München - Die Kosten für den Dieselskandal haben beim Volkswagen-Konzern die Marke von 30 Milliarden Euro erreicht. Im ersten Quartal verbuchte der Konzern eine weitere Milliarde Euro an Belastung für Rechtsrisiken in dem Zusammenhang mit der Manipulation von Diesel-Abgaswerten, wie aus dem Zwischenbericht der Wolfsburger vom Donnerstag hervorging.

Weitere Kosten sind nicht ausgeschlossen

Darin seien Kosten für Rechtsanwälte, Vergleiche und für noch ausstehende Verfahren enthalten, sagte Volkswagen-Finanzvorstand Frank Witter am Donnerstag in einer Telefonkonferenz. Damit seien die derzeit absehbaren Kosten abgedeckt. Weitere seien aber auch nicht ausgeschlossen, sagte Witter. Den Großteil des für den Skandal aufgewendeten Geldes hat VW bis dato für Vergleiche in Nordamerika verbucht.

Derzeit laufen in Deutschland mehr als 60.000 Einzelverfahren gegen Volkswagen oder Konzerngesellschaften, die meisten davon sind auf Schadenersatz oder Rückabwicklung gerichtet. Zudem klagen Aktionäre vor dem Oberlandesgericht Braunschweig, weil sie sich vom Konzern zu spät über das finanzielle Ausmaß der Dieselaffäre informiert fühlen.

Der Diesel-Streit schwelt weiter in der Politik. Besonders Bundesminister Andreas Scheuer (CSU) steht in der Kritik.

dpa

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