Kampf gegen Halbleitermangel

Neue Halbleiter-Hoffnung? Infineon macht wichtigen Schritt

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Infineon rüstet im Kampf gegen den Halbleitermangel auf.
  • Simon Mones
    VonSimon Mones
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Weltweit sind Halbleiter knapp. Infineon rüstete deswegen jetzt auf.

Die Folgen der globalen Halbleiter-Krise werden immer spürbarer. Insbesondere die Automobilindustrie hat schwer mit den Lieferengpässen zu kämpfen. Entsprechend mussten sowohl Audi als auch Daimler bereits mehrfach Kurzarbeit anmelden und ihre Produktion anpassen. Auch Sixt führt die Halbleiter-Krise als Grund an, warum aktuell ein Mercedes-Mangel bei den Mietwagen herrscht. Doch es ist Besserung in Sicht.

Mitten in der weltweiten Chipkrise eröffnet der Halbleiterkonzern Infineon am Freitag sein neuestes Werk im österreichischen Villach. Wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet, soll die Produktion in der 1,6 Milliarden Euro teuren Fabrik am frühen Nachmittag offiziell beginnen.

Infineon eröffnet neues Werk in Österreich - drei Monate früher als geplant

Die Fertigung der wichtigen Chips wurde jedoch bereits im August aufgenommen. Ursprünglich sollte die Fabrik erst drei Monate später fertiggestellt werden. Als Reaktion auf den weltweiten Chipmangel und die hohe Nachfrage hatte Infineon die Beschleunigung vor Kurzem angekündigt.

In Villach stellt Infineon somit Leistungshalbleiter her. Die Fertigung ist voll automatisiert. Trotzdem sollen an dem neuen Standort rund 400 neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Zur Eröffnung werden unter anderem EU-Kommissar Thierry Breton und auch der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz erwartet.

Neue Infineon-Fabrik in Österreich: Tropfen auf den heißen Stein

Dennoch dürfte auch die neue Fabrik in Österreich wohl nur ein Tropfen auf den heißen Stein sein. Daimler-Boss Ola Källenius rechnet erst 2023 mit einer deutlichen Entspannung auf dem Halbleitermarkt, wie er kürzlich erklärte. Etwas optimistischer zeigt man sich derweil bei Audi.

Dort gehen die Verantwortlichen davon aus, „dass sich der Engpass bis mindestens Mitte des kommenden Jahres ziehen kann“, wie Michael Müller, Head of Supply Chain Management, dem Online-Portal Ingolstadt Today erklärte. Der jüngste Produktionsausfall bei Infineon und Bosch nach dem Stromausfall in Dresden dürfte die Lage indes nicht verbessern.

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