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„Systeme brechen zusammen“: Experten warnen vor Infektwelle bei Kindern

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Von: Melissa Sperber

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Eine Infektwelle, zu der auch das RS-Virus zählt, sorgt für einen Notstand in der Kinder- und Jugendmedizin. Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte kritisiert die deutsche Gesundheitspolitik heftig.

Das RS-Virus sorgt in vielen Krankenhäuser und Kinderkliniken für überfüllte Stationen, Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach forderte rasche Hilfe. Für Eltern bleibt die Frag: Wie gefährlich ist die Erkrankung wirklich? Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte findet deutliche Worte zu der Welle an Atemwegsinfektionen wie dem RS-Virus, das berichtet die „Deutsche Presse-Agentur“.

„Es ist tatsächlich so, dass im Moment die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen und auch das Leben ordentlich gefährdet sind“, sagte Bundessprecher Jakob Maske am Montag dem „Deutschlandfunk“. Maske übte massive Kritik an der Gesundheitspolitik der vergangenen Jahre, auch unter Gesundheitsminister Karl Lauterbach. Das Gesundheitssystem werde seit Jahren „gegen die Wand gefahren“.

Versorgung in Kinder- und Jugendmedizin wird schlechter – Krise bisher durch Corona kaschiert

Bei den Kinder- und Jugendärzten sei extra stark gespart worden. Es seien sehr viele Betten abgebaut worden, weil sich Kinder- und Jugendmedizin nicht lohne. Seit der Übernahme des Ressorts durch Lauterbach werde die Versorgung weiterhin immer schlechter. Das drücke sich genau in diesen Krisenzeiten aus, sagte Maske.

Die grundsätzliche Krise des Systems sei durch Corona kaschiert worden. Das sei nun aber vorbei. „Wir haben jetzt einen ganz normalen Anstieg, wie wir ihn jeden Winter sehen von Infektkrankheiten - und die Systeme brechen zusammen“, sagte Maske. Schwerstkranke Kinder müssten über Hunderte Kilometer aus Berlin verlegt werden, weil es keine Betten gebe. Die Behauptung, dass derartige Aussagen Panikmache seien, wollte er nicht gelten lassen. „Das ist nicht Panikmache, das ist unser tägliches Leben.“

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach kündigt Hilfe für Kinderstationen an

Lauterbach hat bereits Hilfsmaßnahmen angekündigt. So soll Pflegepersonal aus Erwachsenen- in Kinderstationen verlegt werden. Er forderte die Krankenkassen auf, Vorgaben zur Personalbesetzung vorerst nicht zu prüfen und Sanktionen auszusetzen. Zudem appellierte er an Eltern und Kinderärzte, nicht unmittelbar nötige Vorsorgeuntersuchungen zu verschieben.

Der Vorschlag der Verlegung von Personal in die Kinderstationen hilft laut Maske „überhaupt“ nicht. Ein Erwachsenen-Pfleger könne kein Frühgeborenes mit 600 Gramm Körpergewicht pflegen. „Das ist völliger Humbug und wird auch keine Entlastung bringen.“

Neues Gesetzespaket soll mehr Geld für Kinderkliniken bringen

Am Freitag hatte der Bundestag ein Gesetzespaket zu Krankenhäusern beschlossen, das mehr Geld für Kinderkliniken und Entlastungen bei dringend benötigten Pflegekräften bringen soll. Für Kinderkliniken soll es 2023 und 2024 jeweils 300 Millionen Euro zusätzlich geben.

Diese Pläne hält Maske erst einmal für in Ordnung. Insgesamt seien 300 Millionen Euro aber „nicht so wahnsinnig viel Geld“. In den Plänen werde aber auch nur die klinische Medizin bedacht und nicht die ambulante. Die ambulanten Kinder- und Jugendmediziner behandelten aber 85 bis 90 Prozent der Erkrankten.

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