Geimpfte könnten Vorteile verlieren

Impfzertifikat bald befristet: Das müssen Geimpfte unbedingt beachten

  • Jason Blaschke
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Das Impfzertifikat und so auch der digitale Impfnachweis wird laut der EU-Kommission ab Februar 2022 befristet. Die Booster-Impfung wird enorm wichtig.

Update, 22. Dezember: Es wurde beschlossen – ab 1. Februar wird der Impfnachweis in der EU befristet. Wer sich dann nicht neun Monate nach seiner Grundimmunisierung boostern lässt, verliert sein Impfzertifikat. In der letzten Woche hatte die EU-Kommission diese Maßnahme angekündigt. Offen war bislang noch, ab wann die neue Regelung zur Impfnachweis-Befristung in Kraft treten soll. Die Befristung sei mit allen EU-Staaten abgesprochen worden, heißt es aus der Kommission.

Auffrischungsimpfungen gegen das Coronavirus werden spätestens sechs Monate nach der Grundimmunisierung empfohlen. Das EU-Impfzertifikat soll aber noch drei Monate länger gültig sein, damit Geimpfte auch genügend Zeit haben, sich boostern zu lassen – daher auch die Frist mit neun Monaten. In Deutschland und anderen EU-Staaten werden Corona-Booster-Impfungen mittlerweile schon nach drei Monaten empfohlen. Grund ist die sehr ansteckende Corona-Mutation ‚Omikron‘ aus Südafrika.

Befristung für Impfzertifikat: So wird der Nachweis in der App aktualisiert

Die Ständige Impfkommission (Stiko) passte ihre Empfehlung zur Corona-Boosterimpfung bereits an. Wer sich in Deutschland seine Auffrischungsimpfung geben lässt, bekommt im Anschluss ein neues Impfzertifikat mit QR-Code ausgestellt. Statt 2/2 steht dann im Impfnachweis 3/3 unter der Rubrik ‚Nummer der Impfung‘. Wer einen digitalen Impfnachweis benutzt – zum Beispiel die CovPass-App der EU oder die Corona-Warnapp – muss den neuen QR-Code mit der entsprechenden App abscannen.

Das digitale Impfzertifikat aktualisiert sich anschließend automatisch und zeigt an, dass der Inhaber die Boosterimpfung gegen das Coronavirus erhalten hatte. Meist wird das neue EU-Impfzertifikat nach der Auffrischungsimpfung dort ausgestellt, wo der Patient geimpft wird. Geboosterte können aber auch mit ihrem gelben Impfpass in die Apotheke gehen und sich ein neues Impfzertifikat ausstellen lassen. Der einheitliche EU-Impfnachweis ist mittlerweile für Geimpfte fast unerlässlich.

Denn innerhalb der Europäischen Union ist der Nachweis in allen Ländern gültig. Und mittlerweile erkennen sogar auch viele Länder außerhalb der EU das Impfzertifikat an. Gerade Reisen werden dadurch enorm erleichtert. Es spielt übrigens keine Rolle, ob der EU-Impfnachweis digital oder in Papierform vorgezeigt wird. Denn Polizei, Ordnungsamt oder Veranstalter scannen immer nur den QR-Code ab – egal ob vom Smartphone oder vom Papier. Der gelbe Impfpass wird nicht mehr benötigt.

Befristung für Impfzertifikat: EU-Kommission macht Knallhart-Ansage

Erstmeldung, 17. Dezember: Fast kein anderes Thema wird aktuell so stark diskutiert, wie die Booster-Impfung. Gerade mit Blick auf die neue Corona-Mutation „Omikron“ aus Südafrika empfehlen viele Experten, sich sechs Monate nach der zweiten Impfung noch einmal impfen zu lassen. Die Personen – welche mit Johnson & Johnson geimpft wurden – wird die Booster-Impfung sogar schon nach vier Wochen empfohlen. Es ist zudem möglich, sich schon nach fünf Monaten die Auffrischungsimpfung geben zu lassen.

Eine neue Studie enthüllt, welcher Corona-Impfstoff als Booster eher ungeeignet ist und welche Vakzine stattdessen für die dritte Impfung infrage kommen. Das Thema Booster-Impfung – es wird kontrovers diskutiert. Und die neue Knallhart-Ansage aus der EU-Kommission könnte die Diskussionen um die Auffrischungsimpfung noch weiter befeuern. Konkret geht um das Impfzertifikat, das laut EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen bald eine Befristung bekommen soll.

Befristung für Impfzertifikat: Wer schon bald als ‚ungeimpft‘ gelten könnte

Bisher ist es so, dass sich vollständig Geimpfte nach ihrer zweiten Impfung ein Impfzertifikat ausstellen lassen können, das zugleich auch für die Erstellung eines digitalen Impfnachweises nötig ist. Einmal ausgehändigt ist das Impfzertifikat unbefristet gültig. In der EU ermöglicht es zum Beispiel die Einreise ohne Test oder erleichtert Restaurant- sowie Kinobesuche, für die ein 2G-Nachweis fast überall notwendig ist. Das Impfzertifikat – digital oder in Papierform – ersetzt das gelbe Impfheft.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen informiert nach Beratungen in Brüssel über die Pläne der Kommission.

Vielerorts wird auch bloß noch das Impfzertifikat als Impfnachweis anerkannt und nicht mehr wie früher auch das Impfheft. So soll verhindert werden, dass Impfpassfälscher ein leichtes Spiel haben. Auch in Baden-Württemberg wird bloß noch das Impfzertifikat anerkannt – oder eben der digitale Impfnachweis. Umso wichtiger ist es, ein Impfzertifikat zu besitzen. Doch wer sich nicht seinen dritten Piks geben lässt, könnte schon bald das Nachsehen haben, wenn er seinen Impfnachweis vorzeigen muss.

Befristung für Impfzertifikat: Wann Booster-Impfung spätestens fällig wird

Der Grund: Die EU-Kommission plant, dass das Impfzertifikat künftig nach neun Monaten seine Gültigkeit verlieren soll, sofern sich die betroffene Person nicht boostern lässt. „So werden Auffrischungsimpfungen spätestens sechs Monate nach der vollständigen Impfung empfohlen und die Bescheinigung wird darüber hinaus noch drei Monate lang gültig sein“, sagte von der Leyen Berichten des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) zufolge am Donnerstag nach Beratungen in Brüssel.

Allerdings kann die EU-Kommission nicht alleine die Befristung für die Impfzertifikate bestimmen. Geplant ist deshalb, ins Parlament einen Rechtsakt einzubringen. Erst, wenn die Parlamentarier im EU-Parlament grünes Licht geben, tritt die Befristung in Kraft. Über die Pläne der Kommission seien die Staats- und Regierungschef informiert worden, teilte von der Leyen mit. In Deutschland werden die Impfstoffe von Biontech und Moderna für die Booster-Impfung verwendet – unabhängig vom Vakzin der ersten Impfungen.

Befristung für Impfzertifikat: Booster auch bei Valneva und Novavax nötig?

Eine Auffrischungsimpfung wird übrigens auch nötig sein, wenn eine Person mit Valneva oder Novavax geimpft wird. Zwar sind die Corona-Impfstoffe in der EU noch nicht zugelassen, Daten zur Wirksamkeit und zur Dauer der Immunisierung liegen aber schon vor. Eine neue Booster-Studie zu Valneva enthüllt sogar schon, wie wirksam eine dritte Dosis des Vakzins ist. Solche Studien existieren auch für die Corona-Impfstoffe von Biontech, Moderna, AstraZeneca oder auch Johnson & Johnson.

Rubriklistenbild: © Stefan Puchner/dpa

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