Impfstart voraussichtlich 27. Dezember

Corona-Impfstoff auch gegen Mutation wirksam? Biontech-Chef spricht Klartext

  • Violetta Sadri
    vonVioletta Sadri
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Ugur Sahin ist Chef der Firma Biontech und damit einer der ersten, der einen Corona-Impfstoff auf den Markt gebracht hat. In einem Interview spricht er über das langersehnte „Gegenmittel“.

Im Kampf gegen das Coronavirus warten viele nur noch auf eins: den langersehnten Impfstoff. Der Vorreiter unter den Impfstoffherstellern ist die Firma Biontech aus Mainz. Chef Ugur Sahin und seine Frau Özlem Türeci entwickelten das „Gegenmittel“, welches schon in Großbritannien und den USA im Einsatz ist. Am Sonntag, 27. Dezember, soll es dann schließlich auch in Deutschland mit dem Impfen losgehen*, denn die EU erteilte grünes Licht für den Impfstoff. echo24.de* berichtet darüber.

Impfstoff gegen Coronavirus von Biontech: Chef Ugur Sahin über Impfstart

Kurz nach Bekanntgabe der Zulassung des Corona-Impfstoffs sprach bild.de mit Ugur Sahin. „Wir sind sehr glücklich, dass wir mit vielen, vielen Menschen, die in unserem Unternehmen zusammenarbeiten, aber auch mit den vielen Kooperationspartnern, in der Lage waren, in dieser kurzen Zeit einen wirksamen und verträglichen Impfstoff zu entwickeln“, sagte der 55-Jährige.

Doch warum muss Deutschland noch fünf Tage auf den Impfstoff warten, wieso kann es nicht schon früher losgehen? Laut Sahin braucht es diese Zeit, da es sehr viel mit der Logistik verbunden ist. Auch mussten zuerst noch die letzten Tests durchgeführt werden. „Jede freigegebene Arzneimittelcharge muss auch nochmal getestet werden.“

Die ersten Lastwagen sind laut Biontech-Chef schon gestern Abend losgefahren. Die Vorbereitungen laufen also auf Hochtouren, sodass man am Sonntag, 27. Dezember, mit den ersten Impfungen gegen das Coronavirus starten kann. Sahin selbst ist noch nicht gegen das Coronavirus geimpft und möchte abwarten bis er an der Reihe ist. Seine Mitarbeiter sollten jedoch schnellstmöglich geimpft werden, damit Covid-19 nicht die Produktionsprozesse behindert und diese ununterbrochen weiterlaufen können.

Doch wann kann der Impfstoff Covid-19 weit genug eindämmen, damit ein „normales“ Leben wieder möglich ist? Zuerst sollten sich genügend Menschen in Deutschland impfen lassen - rund 60 bis 70 Prozent. Eine Rückkehr zum normalen Leben könnte dann im Spätsommer 2021 der Fall sein. echo24.de erklärt, wie der Impfstoff im Körper wirkt*.

Biontech-Chef Ugur Sahin will 2021 1,3 Milliarden Impfdosen herstellen

Der Impfstoff von Biontech wurde in 27 Ländern zugelassen. Daher müssen jetzt auch mehr Impfdosen produziert werden, denn die Nachfrage ist riesig. Im zweiten Quartal 2021 soll auch in Marburg eine weitere Produktionsstätte eröffnen. Das Gebäude wird derzeit umgebaut. Sahin hofft, dass die Behörden die Produktionsstätte so schnell wie möglich genehmigen. Mindestens 1,3 Milliarden Impfdosen will Sahin im Jahr 2021 herstellen.

Es wird auch darüber nachgedacht, wie man noch mehr Impfstoff bei Biontech herstellen könnte. „Das bedarf aber einer extrem sorgfältigen Planung und Zusammenarbeit mit multiplen Unternehmen, mit Kooperationspartnern aus Deutschland in den USA mit Zulieferern – das ist eine sehr komplexe Angelegenheit und das ist, was uns momentan sehr beschäftigt.“

Ugur Sahin, Vorstandsvorsitzender von Biontech (Archiv)

Corona-Mutation aus England: Biontech hat bereits 20 verschiedene Mutationen getestet

In Großbritannien ist eine Mutation des Coronavirus aufgetreten, mit dem man sich nach ersten Informationen noch schneller infizieren kann*. Was bedeutet das für den Impfstoff und die Hoffnung auf eine Rückkehr zum normalen Leben? „Wir haben in der Zwischenzeit über 20 verschiedene Mutationen, die in den vergangenen 10 Monaten aufgetreten sind untersucht und haben jedes Mal festgestellt, dass die Wirkung des Impfstoffs dadurch nicht beeinträchtigt ist.“ Dieser Test soll nun auch mit der neuen Virus-Mutation aus Großbritannien durchgeführt werden.

Rund um die Uhr in Schichten arbeitete Sahins Team bei Biontech an der Entwicklung des Corona-Impfstoffs. Sie wussten zu Beginn der Pandemie, sie könnten den ersten Impfstoff auf den Markt bringen - und das haben sie geschafft. Zumindest in Europa. *echo24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Biontech/dpa

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