Wie wirksam ist der Corona-Impfstoff AstraZeneca?

Neue Studie: AstraZeneca korrigiert Wirksamkeit des Corona-Impfstoffs

Astrazeneca
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Ampullen mit dem Impfstoff des schwedisch-britischen Pharmakonzerns Astrazeneca.
  • Simon Mones
    vonSimon Mones
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Der AstraZeneca-Impfstoff stand zuletzt heftig in der Kritik. Nach einer Studie aus den USA wurde die Wirksamkeit korrigiert. Wie wirksam ist der Impfstoff wirklich?

Am Montag war es wieder einmal so weit, Angela Merkel und die Ministerpräsidenten trafen sich zum digitalen Corona-Gipfel*. Wie echo24.de* berichtete, wurde der Lockdown erwartungsgemäß einmal mehr verlängert. Über Ostern sollten die Maßnahmen sogar noch einmal verschärft werden, doch nur wenige Tage später ruderte die Bundeskanzlerin wieder zurück*.

Um die Corona-Pandemie nun endlich in den Griff zubekommen, ist allerdings eine ständige Lockdownverlängerung nicht der Weisheit letzter Schluss. Stattdessen liegt die Hoffnung in den Impfstoffen gegen das Coronavirus, wie auch der Impf-Gipfel in der vergangenen Woche zeigte*.

Impfstoff von AstraZeneca: Vakzin mit angeschlagenem Image

Dieser war aufgrund der Thrombose-Debatte um den Impfstoff von AstraZeneca verschoben worden, weil man die Entscheidung der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) abwarten wollte. Inzwischen kommt das Vakzin auch in Deutschland wieder zum Einsatz* und soll künftig auch bei den Hausärzten geimpft werden.

Doch das Image des Impfstoffs von AstraZeneca ist inzwischen ziemlich angeschlagen und das nicht nur wegen der Thrombose-Fälle. Auch aufgrund der im Vergleich zu Biontech niedrigen Wirksamkeit ist das Vertrauen in der Bevölkerung nicht besonders hoch.

Impfstoff von AstraZeneca: Nach USA-Studie - Wirksamkeit von Vakzin gesenkt

Zuletzt kamen zudem Zweifel an einer groß angelegten US-Studie zur Wirksamkeit des Vakzins von AstraZeneca auf, darauf hat das britisch-schwedische Unternehmen nun reagiert und neue Daten vorgelegt. Das führt allerdings dazu, dass die Wirksamkeit weiter nach unten korrigiert werden muss.

Anders als bislang angenommen, schützt der Impfstoff von AstraZeneca nicht zu 79 Prozent vor einer Infektion mit dem Coronavirus, sondern nur zu 76 Prozent. Wie das Pharmaunternehmen mitteilte, liegt dieser Wert bei den über 65-Jährigen hingegen bei 85 Prozent.

Impfstoff von AstraZeneca: US-Behörde übt Kritik an Studie

Trotz des geringeren Impfschutzes sieht AstraZeneca durch die neuen Daten die hohe Wirksamkeit seines Vakzins gegen das Coronavirus bestätigt. Wie ntv.de berichtet, hatten zuvor US-Experten kritisiert, dass für die Studie möglicherweise veraltete Daten genutzt wurden.

Der Pharmakonzern AstraZeneca korrigiert die Angaben zu der Wirksamkeit leicht nach unten. (Symbolbild)

Ein internes Kontrollgremium des US-Instituts für Allergien und Infektionskrankheiten (NIAID) äußerte hingegen Bedenken, dass durch die „Berücksichtigung von veralteten Informationen“ ein „unvollständiges Bild der Wirksamkeit vermittelt“ worden sein könnte.

Impfstoff von AstraZeneca: Vakzin schützt weiter vor schwerem Verlauf

Derweil bekräftigt AstraZeneca nach der Veröffentlichung seiner Phase-III-Studie in den USA, dass er Impfstoff weiterhin zu 100 Prozent gegen eine schwere Erkrankung mit dem Coronavirus schütze. Zudem wehrt sich der Pharmakonzern gegen die Vorwürfe der NIAID und erklärte, zeitnah weitere Daten veröffentlichen zu wollen.

Andere Studien, die dem Impfstoff von AstraZeneca ebenfalls eine gute Wirksamkeit bescheinigen, wurden von der NIAID indes nicht angezweifelt. An der nun veröffentlichten Phase-III-Studie von AstraZeneca nahmen laut dem Unternehmen 32.449 Probanden teil. Zwei Drittel der Teilnehmer der Studie wurden geimpft.

Impfstoff von AstraZeneca: Studie weist kein erhöhtes Thrombose-Risiko nach

Etwa 20 Prozent waren demnach 65 Jahre oder älter, weitere 60 Prozent litten unter einer Vorerkrankung wie Diabetes und hatten somit ein höheres Risiko für einen schweren Verlauf der Coronavirus-Erkrankung. Die Studie konnte zudem kein erhöhtes Thrombose-Risiko bei den 21.583 Probanden nachweisen, die mindestens einmal mit AstraZeneca geimpft wurden.

Anders als in Europa ist das Vakzin von AstraZeneca in den USA bislang noch nicht zugelassen. Das Pharmaunternehmen bereitet aber bereits einen Antrag auf eine Notfallzulassung vor. Dieser solle in den kommenden Wochen eingereicht werden. Dennoch dürften die neuen Daten wohl einen weiteren Rückschlag für den Impfstoff von AstraZeneca darstellen. *echo24.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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