Impfgipfel am 27. Mai

Impfgipfel mit Merkel: Impfungen bald für Kinder? Entscheidung gefallen

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Bei dem Impfgipfel (27. Mai) ging es vor allem um eine Perspektive für Kinder und Jugendliche, aber auch um Auffrischungsimpfungen und den digitalen Impfpass. Das wurde beschlossen.

Update, 27. Mai, 19:00 Uhr: Die Impfungen für Kinder und Jugendliche waren das zentrale Thema des heutigen Impfgipfels zwischen Bund und Ländern. Dabei ging es um die Frage, ob und ab wann eine Impfung für die Schüler ab 12 Jahren möglich sein sollt, dabei ist noch nicht einmal klar, ob die europäische Arzneimittelbehörde (EMA) den Impfstoff von Biontech für die jüngere Altersgruppe zulässt.

Sollte die EMA am Freitag - wie erwartet - grünes Licht geben, könnten die Corona-Impfungen von Kindern und Jugendlichen mit dem Biontech-Vakzin ab dem 7. Juni beginnen, wie ntv.de berichtet. An diesem Tag soll auch die Impfpriorisierung in Deutschland aufgehoben werden. Unmittelbar nach der Entscheidung soll dann auch die Ständige Impfkommission beraten, wie Bundeskanzlerin Angela Merkel nach den Beratungen mitteilte.

Impfgipfel heute: Digitaler Impfpass soll Ende Juni oder Anfang Juli kommen

Neben den Impfungen von Kindern und Jugendlichen berieten Bund und Länder auch die Lieferpläne der einzelnen Impfstoff-Lieferanten. Merkel erklärte, dass diese bislang im Großen und Ganzen eingehalten würden. Lediglich bei Johnson & Johnson gebe es laut ntv.de noch Unsicherheiten, da aufgrund einer Produktionspanne in den USA immer noch zahlreiche Dosen auf eine Freigabe durch die dortigen Behörden warten.

Zudem wurde über den digitalen Impfpass diskutiert, dieser soll laut Zusage von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn Ende Juni oder Anfang Juli zur Verfügung stehen. Das Zertifikat kann dann in eine separate App oder in die Corona-Warn-App geladen werden.

Impfgipfel mit Merkel heute: Impfungen bald für Kinder? Millionen Dosen vorgesehen

Update, 27. Mai, 16:40 Uhr: Seit 14 Uhr beraten Bund und Länder im Rahmen des Impfgipfels über Auffrischungsimpfungen, den digitalen Impfpass sowie Impfungen für Kinder und Jugendliche. Bis Ende August sollen demnach alle Kinder ab zwölf Jahren die Möglichkeit haben, sich zumindest einmal gegen das Coronavirus impfen zu lassen.

Das Bundesgesundheitsministerium geht davon aus, dass für die Erst- und Zweitimpfung von Kindern und Jugendlichen mehr als sechs Millionen Impfdosen des Vakzins von Biontech benötigt werden. Das berichtet ntv.de unter Berufung auf Unterlagen hervor, die die Länder zur Vorbereitung des Impfgipfels vom Ministerium erhalten haben.

Impfgipfel heute: Zusätzliche Impfdosen für Kinder und Jugendliche

Das Gesundheitsministerium rechnet in der Altersgruppe der 12- bis 18-Jährigen mit einer Impfbereitschaft von 60 Prozent. Insgesamt sind 5,3 Millionen Kinder und Jugendliche impfberechtigt, somit würde für die Erst- und Zweitimpfung jeweils 3,18 Millionen Dosen des Biontech-Impfstoffs benötigt.

Wie ntv.de berichtet, sollen diese den Ländern „schrittweise aus den Gesamtliefermengen für Juni, Juli und August zusätzlich zur Verfügung“ gestellt werden. Alleine in der ersten Juni-Woche sind eine Million Dosen des Corona-Impfstoffs für Kinder und Jugendliche reserviert, wie das Ministerium der taz erklärte.

Impfgipfel heute: Impfungen für Kinder? Zeitlicher Abstand noch nicht klar

Allerdings macht das Gesundheitsministerium den Start der Impfungen von der Zulassung durch die Europäische Arzneimittelbehörde EMA abhängig. Diese will am Freitag entscheiden, ob der Impfstoff von Biontech eine auch eine Zulassung für Jugendliche zwischen 12 und 15 erhält. Bislang ist das Vakzin in der EU ab 16 Jahren zugelassen.

In welchem zeitlichen Abstand die beiden Impfungen gegen das Coronavirus erfolgen sollen, steht bislang noch nicht fest. Wie ntv.de berichtet, sind in den USA und Kanada drei Wochen vorgesehenen. Für Erwachsene empfiehlt die Stiko in Deutschland bei einer Impfung mit einem mRNA-Vakzin - wie dem von Biontech - einen Abstand von sechs Wochen.

Impfgipfel mit Merkel heute: Impfungen bald für Kinder? Experten-Streit droht

Erstmeldung, 27. Mai: Bereits vor dem Impfgipfel am heutigen Donnerstag (27. Mai) von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Ministerpräsidenten der Länder gibt es zahlreiche Diskussionen über Corona-Impfungen bei Kindern und Jugendlichen. Während sich andeutet, dass die Ständige Impfkommission (STIKO) keine allgemeine Impf-Empfehlung für alle Kinder abgeben könnte, gab es auf der anderen Seite Forderungen nach einem schnellen Impfangebot, vor allem für Schüler, wie *echo24.de berichtet.

Laut Deutscher Presse-Agentur (dpa) wird angestrebt, bis Ende August allen Kindern ab zwölf Jahren ein Impfangebot zu machen. Über das genaue Vorgehen soll beim heutigen Impfgipfel — geplant für 14 Uhr —beraten werden. Die EU-Arzneimittelbehörde (EMA) wird voraussichtlich bereits an diesem Freitag über eine entsprechende Zulassung für den Impfstoff von Biontech/Pfizer ab 12 Jahren entscheiden.

Für die Regierung gilt es beim Impfgipfel zu klären, wie die konkrete Organisation von Impfungen für Jugendliche beispielsweise über Schulen oder Arztpraxen ablaufen könnte. Weitere Themen der Beratungen sollen unter anderem mögliche Auffrischungsimpfungen und der digitale Impfpass sein.

Impfgipfel am 27. Mai: STIKO-Empfehlung für eine Impfung bei Kindern könnte ausbleiben

Auch für den Fall einer EMA-Zulassung behält sich die STIKO eigene Klärungen für eine mögliche Impfempfehlung vor*, wie auch heidelberg24.de* berichtet. Ihr Mitglied Rüdiger von Kries erwartet derzeit nicht, dass es eine allgemeine Impf-Empfehlung für alle Kinder geben werde — bislang ist erst wenig über die Nebenwirkungen von Corona-Impfungen bei Kindern bekannt.

Bei unklarem Risiko kann ich zurzeit noch nicht vorhersehen, dass es eine Impfempfehlung für eine generelle Impfung geben wird.

Rüdiger von Kries, Mitglied der Ständigen Impfkommission.

Auch Ärztepräsident Klaus Reinhardt sieht noch Klärungsbedarf. „Die Datenlage zu Risiken und Nutzen einer möglichen Corona-Impfung bei Kindern und Jugendlichen ist derzeit noch so unzureichend, dass man keine Empfehlung abgeben kann“, sagte der Chef der Bundesärztekammer. Natürlich wäre es hilfreich, möglichst vielen noch vor Beginn des nächsten Schuljahres ein Impfangebot machen zu können. „Aber wir haben uns immer für eine Impfstrategie ausgesprochen, die wissenschaftliche Sorgfalt vor Geschwindigkeit setzt.“

Impfgipfel: Empfehlung und Perspektive für Schüler dringend notwendig

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach äußerte Kritik an den STIKO-Überlegungen, den Biontech-Impfstoff nach seiner erwarteten Zulassung für zwölf bis 15-Jährige nur für Jugendliche mit Vorerkrankungen zu empfehlen. Dem Spiegel sagte er, er fände es „enttäuschend“, wenn die Ständige Impfkommission keine grundsätzliche Empfehlung zur Impfung der Kinder ausspräche und die Verantwortung somit auf die Eltern und die Ärzte abgäbe.

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) reagierte mit Unverständnis auf die Signale der STIKO. „Kinder und Jugendliche können sich infizieren und das Virus weitergeben, deshalb müssen sie ein Impfangebot bekommen — sofern eine Zulassung vorliegt, bei der Nutzen und Risiken abgewogen wurden“, sagte Weil dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). „Dass die ständige Impfkommission nun plötzlich den Sinn einer flächendeckenden Impfung von Schülerinnen und Schülern grundsätzlich infrage stellt, irritiert mich und auch viele andere Menschen.“

Impfgipfel heute: Baden-Württemberg möchte noch vor den Sommerferien Schüler impfen

Baden-Württemberg will noch vor den Sommerferien mit Impfungen gegen das Coronavirus für Schüler beginnen — sobald ein Impfstoff für Jugendliche zugelassen ist. „Im engen Austausch mit Kultusministerin Theresa Schopper und dem Bund sind wir hier auf der Zielgeraden“, sagte eine Sprecherin des Sozialministeriums am Mittwoch. Details etwa zur Impfkampagne, zur Logistik und zur Verteilung des Impfstoffs würden in Kürze kommuniziert.

Wegen der unterschiedlichen Ferientermine in den Bundesländern müsse allerdings auf eine gerechte Verteilung der vorhanden Impfstoffdosen geachtet werden. Im Juli seien Engpässe zu befürchten, da zahlreiche Zweitimpfungen bevorstehen. Generell könnte es im Sommer zu logistischen Schwierigkeiten kommen, da bereits in wenigen Monaten die ersten Auffrischungsimpfungen fällig sind.

Baden-Württemberg: Forderung nach einer Impf-Perspektive für Studierende

Baden-Württembergs Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (Grüne) fordert von Bund und Ländern auch Impf-Perspektiven für Studenten. „Beim Impfgipfel heute mit Kanzlerin Merkel muss nicht nur über die Schüler, sondern auch über die Studierenden geredet werden“, sagte Bauer gegenüber der Rhein-Neckar-Zeitung.

Die Studierenden haben bewiesen, dass sie Solidarität können. Jetzt aber ist die Zeit gekommen, die wachsenden Spielräume zu nutzen. Die jungen Leute müssen Perspektiven haben,

Baden-Württembergs Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (Grüne).

Damit bis zum Semesterbeginn im September beziehungsweise Oktober Studenten vollständig geimpft sind, müssten sie die erste Dosis im Laufe des Julis bekommen und die zweite im August oder September. „Ich kann nicht in die Kristallkugel schauen. Wenn aber Lieferungen wie zugesagt kommen und auch die neuen Anbieter wie CureVac an den Start gehen, bin ich zuversichtlich“, sagte Ministerin Bauer.

Die Alternative wären aus ihrer Sicht engmaschige Tests. „Wir können aus den Komponenten Impfen, Testen, Abstandsregeln mehr machen“, sagte Bauer der Zeitung. „Wir müssen nicht 500 Leute in die großen Hörsäle setzen zu einem Zeitpunkt, an dem die Pandemie noch nicht überwunden ist. Das Seminar aber, in dem man miteinander in Austausch tritt, das muss möglich sein.“ Der Grundsatz müsse sein, dass die Studenten wieder an den Ort des Studiums kommen und studieren — „und nicht mehr im Kinderzimmer zu Hause bei Mama und Papa“. *echo24.de und heidelberg24.de sind Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Michael Kappeler/dpa

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