Wann darf man wieder zurück ins Büro?

Kein Ende für Homeoffice-Pflicht? Scholz schockt mit möglichem End-Datum

  • Lisa Klein
    vonLisa Klein
    schließen

Der SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz beharrt auf eine Homeoffice-Pflicht bis Ende Juni. Kollegen kritisieren die Forderung und plädieren stattdessen für ein Recht auf Homeoffice.

Die einen lieben es, die anderen hassen es und manche hätten gerne die Möglichkeit dazu — die Rede ist von Homeoffice als Maßnahme in der Corona-Pandemie. Doch inzwischen sind die Infektionszahlen nicht nur in Baden-Württemberg, sondern bundesweit am Sinken. Zudem haben in Deutschland bereits 43 Prozent der Bevölkerung eine Erstimpfung erhalten, 17,6 Prozent der Gesamtbevölkerung sind bereits vollständig geimpft (Stand: 31. Mai). Sowohl bei Arbeitgebern als auch Arbeitnehmern dürfte sich nun so langsam die Frage stellen: Wie geht es jetzt weiter? Wann dürfen Mitarbeitende wieder ins Büro?

Aktuell gilt: Wer die Möglichkeit zur Arbeit im Homeoffice hat, sollte diese nutzen. Der Arbeitgeber darf seine Arbeitnehmer nicht zum Homeoffice zwingen, muss seinen Mitarbeitenden allerdings gewähren, nach Möglichkeit von Zuhause zu arbeiten, wenn prinzipiell nichts eindeutig dagegen spricht. Zudem gilt die dringende Empfehlung, das Homeoffice-Angebot als Arbeitnehmer anzunehmen. Doch wie lange wird diese Regelung noch bestehen bleiben?

Corona-Pandemie: SPD-Kanzlerkandidat beharrt auf Homeoffice-Pflicht bis Ende Juni

Bundesfinanzminister Olaf Scholz lehnt Forderungen aus der Wirtschaft nach einer frühzeitigen Aufhebung der Homeoffice-Pflicht ab, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet. Der SPD-Kanzlerkandidat beharrt darauf, dass Arbeit im Homeoffice bis mindestens Ende Juni die Regel bleiben soll.

„Jetzt dürfen wir nicht leichtsinnig werden. Das Virus ist noch nicht besiegt. Deshalb halte ich es für absolut richtig, wie vereinbart die Pflicht zum Homeoffice beizubehalten“, sagte Scholz gegenüber der Bild am Sonntag. Die Regelung läuft nach bisheriger Planung ohnehin am 30. Juni aus.

FDP-Fraktionsvize Michael Theurer fordert Recht auf Homeoffice statt Homeoffice-Pflicht

FDP-Fraktionsvize Michael Theurer kritisierte die Haltung von Scholz. „Wer Biergärten richtigerweise öffnet, darf nicht an der Homeoffice-Pflicht festhalten“, sagte er. Die Position des SPD-Kanzlerkandidaten wirke laut seiner Aussage „geradezu anachronistisch“. Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt legte hingegen einen Drei-Punkte-Plan zur Modernisierung der Arbeitswelt nach der Corona-Pandemie vor. Kernforderung in dem Papier ist die Umwandlung der Homeoffice-Pflicht in ein „Recht auf Homeoffice“.

Daneben schlägt Göring-Eckardt vor, Unternehmen etwa mit Investitionszuschüssen bei der Digitalisierung zu unterstützen und die Infrastruktur im ländlichen Raum zu stärken, um dort mehr offene Gemeinschaftsbüros (Coworking-Spaces) zu schaffen. „Die zum Schutz der Beschäftigten in der Pandemie eingeführte Homeoffice-Pflicht muss bei einer weiteren Entspannung der Pandemielage auslaufen“, heißt es dem Bericht zufolge in dem Konzept.

Eine moderne Arbeitswelt sollte für geeignete Tätigkeiten ein Recht auf selbstbestimmtes, mobiles Arbeiten beinhalten, wobei die Inanspruchnahme jederzeit freiwillig und den Beschäftigten überlassen bleibt.

Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt

Göring-Eckardt kritisierte gegenüber den Funke-Zeitungen: „Die Bundesregierung hat keine Rezepte für eine moderne Arbeitswelt. Nach der Krise einfach alles auf den Status Quo zurückdrehen zu wollen, anstatt auf den Erfahrungen von Beschäftigten und Unternehmen aufzubauen, das ist ideenlos, kraftlos und rückständig. Um den Übergang in eine Zeit nach Corona zu gestalten, braucht es eine Zukunftsoffensive für die Arbeitswelt.“

Rubriklistenbild: © Annette Riedl/dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema