Neue Infotafeln zeigen beste Fahrtroute 

Kein Stau mehr auf A6, A5 und Co.? Technik-Neuheit bei Heilbronn soll Lösung sein

Neue Technik soll im Kampf gegen Stau-Monster A6 helfen.
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Neue Technik soll im Kampf gegen Stau-Monster A6 helfen.

Gerade an wichtigen Schnittstellen, wie dem Weinsberger Kreuz, sollte der Verkehr fließen. Eine neue Steuerungsanlage soll dem Stau-Problem entgegen wirken. 

  •  Das Weinsberger Kreuz bei Heilbronn ist mit über 6.000 Stau-Kilometern der unangefochtene Spitzenreiter in Deutschland.
  • Eine hochmoderne Steuerungsanlage soll am Stau-Knotenpunkt mit Anzeigetafeln Abhilfe schaffen.
  • Das Anti-Stau-Projekt kostet den Steuerzahler rund 2,8 Millionen Euro.

Autobahnviereck/Weinsberger Kreuz: Neuer "Stau-Schreck" in Betrieb genommen

Heilbronn - Bald freie Fahrt am Autobahnviereck A5/A6/A8 und A81 zwischen Weinsberg und Karlsruhe? Was für viele wie ein schlechter Scherz klingt, soll durch ein neue, hochmoderne Steuerungsanlage Realität werden. 

Wie echo24.de* berichtet, wurde der neue Stau-Schreck jedenfalls am Montag von Staatssekretär Steffen Bilger, dem baden-württembergischen Verkehrsminister Winfried Hermann und dem Tübinger Regierungsvizepräsident Dr. Utz Remlinger in Stuttgart in Betrieb genommen. Ob damit der aus der ADAC Bilanz ermittelte Stau-Rekord-Halter von seinem Podest gestoßen werden kann? Die kommenden Wochen sollen Aufschluss geben.

Autobahnviereck/Weinsberger Kreuz: Weniger Stau, mehr Verkehrssicherheit

Laut Bilger sei es das Ziel, den "Verkehr optimal fließen lassen." Das sei gerade am Autobahnkreuz Weinsberg besonders sinnvoll. So soll die neue Steuerungsanlage den Verkehr intelligent steuern. Heißt konkret: weniger Staus und mehr Verkehrssicherheit beim Stau-Monster. Tödliche Unfälle, wie beispielsweise am 5. Februar, als ein Kleintransporter das Stauende auf der A6 übersah, können so vielleicht verhindert werden.

Landesverkehrsminister Winfried Hermann bezeichnet die neue Steuerungsanlage am Kreuz Weinsberg als einen "Gewinn für alle". Ob sich der Gewinn auszahlt? Kommende Stau-Hotspots, wie beispielsweise der Wintersport-Verkehr, werden die neue, hochmoderne Steuerungsanlage erstmal auf Herz und Nieren prüfen müssen.

Autobahnviereck/Weinsberger Kreuz: Anzeigetafeln sind kleine Navis

Hermann: "Zukünftig wird den Verkehrsteilnehmern, die das Autobahnviereck A5/A6/A8 und A81 zwischen dem Autobahnkreuz Weinsberg und dem Autobahndreieck Karlsruhe befahren, am zentralen Knotenpunkt Autobahnkreuz Weinsberg die aktuell geeignetste Fahrtroute in Echtzeit angezeigt. Als Grundlage für die neue Steuerungsanlage dienen Informationen über aktuelle Störungen und Vollsperrungen entlang der Routen über Walldorf (A6 und A5) oder Stuttgart (A81 und A8) sowie Reisezeithinweise auf der jeweils anderen Route.

Für die Autofahrer am Weinsberger Kreuz sind jetzt ab sofort Anzeigetafeln sichtbar. Inhaltlich zeigten diese jeweils einen Hinweis mit anschlussstellenscharferLage und Länge einer vorausliegenden Störung auf einer der beiden Routen auf. Eine Umleitungsempfehlung wird zusätzlich angezeigt. Bei großen Störungen mit vergleichbaren aktuellen Reisezeiten auf beiden Routen erfolgt jeweils ein Hinweis auf die am nächsten gelegene Störung - jedoch ohne weitere Empfehlung.

Autobahnviereck/Weinsberger Kreuz: aktuelle Reisezeiten als Futter für den Stau-Schreck

Aktuelle, streckenbezogene Reisezeiten sollen als Futter für den Stau-Schreck dienen. Diese werden in einem Rechenmodell, das unter anderem die Störungsmeldungen des Verkehrswarndienstes und die vorhandenen Baumaßnahmen berücksichtigt, verarbeitet und gegenübergestellt. Gibt es in der durch die Modellrechnung für die jeweilige Alternativroute signifikante Zeitvorteile, wird dies durch die Straßenverkehrszentrale des Landes in Stuttgart ein entsprechender Hinweis angezeigt. 

Gleiches Spiel auch am Autobahndreieck Karlsruhe. Dort soll noch in diesem Jahr ebenfalls in Richtung Basel einehochmoderne Steuerungsanlage installiert werden. Damit könnten künftig Mega-Staus am Weinsberger Kreuz - wie es erst vergangenen Woche der Fall war, als es nach einem schweren Lkw-Unfall zwei Tote gab - vermieden oder zumindest weniger dramatisch werden.

Autobahnviereck/Weinsberger Kreuz: Stau-Schreck kostet 2,8 Millionen Euro

Mit 2,8 Millionen Euro sind die hochmodernen Steuerungsanlagen eine teuere Geburt für den Steuerzahler. Getragen werden die knapp drei Millionen vom Bund. Kleine Entlastung: Aufgrund der Bedeutung der Anzeigetafeln, auch für großräumige Korridore in Deutschland und Europa, wurde derBau durch EU-Mittel gefördert

"Dank der guten Zusammenarbeit konnte das Projekt innerhalb eines Jahres fertiggestellt werden", erklärt das Verkehrsministerium Baden-Württemberg. In seiner jetzigen Form ist das Projekt in Deutschland einmalig

*echo24.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Von Jason Blaschke

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