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ADAC-Test: Hessen offenbaren große Wissenslücken bei Verkehrsregeln

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Von: Niklas Hecht

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Eine Umfrage des ADAC offenbart große Wissenslücken bei Autofahrern in Hessen. Nur drei Prozent der Teilnehmer lagen fast immer richtig.

Hessen - „Welchen Seitenabstand müssen Sie beim Überholen von Fußgängern und Radfahrern einhalten?“ Können Sie diese Frage richtig beantworten? Dann gehören Sie zu einer Minderheit der hessischen Autofahrer. Denn: Bei der großen ADAC-Umfrage „Autofahrerwissen 2022“ gaben nur 32 Prozent der befragten Hessen an, dass Pkw innerorts mindestens anderthalb Meter und außerorts mindestens zwei Meter Abstand zu Fußgängern und Radfahrern einhalten müssen.

Diese und weitere Ergebnisse seiner Umfrage zum Wissensstand der deutschen Autofahrer veröffentlichte der ADAC in der vergangenen Woche. Und die Resultate haben es in sich. Im Schnitt konnten nur zwei Prozent der repräsentativ ausgewählten Befragten die Testfragen zu mehr als 80 Prozent richtig beantworten.

Autofahrer in Hessen: ADAC-Befragte zeigen große Wissenslücken

Auch die befragten hessischen Autofahrer offenbarten gravierende Wissenslücken. Nur drei Prozent der Hessen konnten mehr als 80 Prozent der Fragen richtig beantworten. Mehr als Dreiviertel der Befragten erhielten von den zu erreichenden 20 Punkten höchstens 12. Die größten Defizite hatten die Hessen bei Fragen zu den Themen Kennzeichnungspflicht in Umweltzonen, Telefonieren während des Fahrens und Nutzung von Nebelscheinwerfern.

ADAC-Umfrage: Niedersächsische Autofahrer schneiden besser als Hessen ab

Gute Ergebnisse erzielten die Hessen hingegen in wichtigen Sicherheitsfragen, wie dem richtigen Abstand zum Vorderfahrzeug oder bei der Frage, wie lange es dauert, bis sich Alkohol im Blut abgebaut hat. Hier wussten 88 Prozent, dass 1,0 Promille Alkohol erst nach etwa zehn Stunden vollständig aus dem Blutkreislauf verschwunden ist. Mit im Schnitt 9,8 richtig beantworteten Fragen lag Hessen über dem bundesweiten Durchschnitt von 9,7 richtigen Antworten. Das beste Ergebnis erzielten die befragten Autofahrer aus Niedersachsen, die im Schnitt bei 10,3 Fragen richtig lagen.

Auffällig war laut ADAC, dass besonders jene Autofahrer, die angaben, sich mit den Verkehrsregeln gut auszukennen, bei der Umfrage besonders schlecht abschnitten. Junge Autofahrer hingegen, die den Führerschein erst in den vergangenen zwei Jahren gemacht hatten, hätten deutlich weniger Probleme mit der Beantwortung der Fragen gehabt, als Menschen mit einem über 20 Jahre alten Führerschein.

Daher rät der Automobilclub, Kenntnisse über Verkehrsregeln und korrektes Fahrverhalten regelmäßig aufzufrischen – auch weil sich viele Regeln mit der Zeit ändern. Eine Mehrheit der Deutschen geht sogar noch weiter und wünscht sich laut einer Umfrage von AutoScout24 sogar eine regelmäßige Fahrtauglichkeitsüberprüfung bei Senioren.

Mehrere Verkehrsschilder stehen an einer Straße. (Symbolbild)
Bei einer Umfrage des ADAC offenbarten hessische Autofahrer große Wissenslücken bei den Verkehrsregeln. © IMAGO / Future Image

ADAC: Teilnehmer mussten Original-Fragen aus Theorieprüfung beantworten

Für die Umfrage „Autofahrerwissen 2022“ sprach der ADAC mit 3.547 repräsentativ ausgewählten Personen ab 17 Jahren, die im Besitz eines Führerscheins sind. Es wurden jeweils mindestens 200 Personen aus jedem Bundesland befragt. Voraussetzung war, dass die Befragten mindestens drei Tage im Jahr mit dem Auto fahren. Damit wurden auch Personen ausgewählt, die selten am Steuer sitzen, denen die Verkehrsregeln aber ebenso präsent sein müssen wie Vielfahrern. Die Befragten mussten 20 Original-Fragen aus der Führerschein-Theorieprüfung beantworten. (Niklas Hecht)

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