Corona-Pandemie und Haustiere

Lockdown und Homeoffice: Freuen sich Hund und Katze über unsere Präsenz?

Drei Hunde liegen zusammen an einer Wiese.
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Freuen sich Hunde und Katzen über unsere Dauerpräsenz oder sind unsere Vierbeiner eher genervt von uns? Eine australische Studie hat das genauer untersucht. (Symbolbild)
  • Lisa Klein
    VonLisa Klein
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Corona-Lockdown bedeutet für viele mehr Zeit mit ihren Haustieren. Aber freuen sich Hunde und Katzen über unsere Präsenz? Eine australische Studie kommt zu einem interessanten Ergebnis.

Auch wenn vielen im Homeoffice* die Decke auf den Kopf fällt und die Corona-Pandemie doch wenig positive Aspekte mit sich bringt, sehen viele Haustier-Besitzer immerhin einen großen Vorteil: mehr Zeit für und mit Hund und Katz‘. Doch was halten eigentlich unsere Vierbeiner davon, dass wir dauerhaft zu Hause sind? Australische Forscher haben sich des Themas angenommen und untersucht, ob sich Hunde und Katzen über unsere Dauerpräsenz freuen – oder auch nicht.

Dass Hunde ihre Menschen vergöttern und Katzen vergöttert werden wollen, ist wohl unter Haustierbesitzern kein großes Geheimnis. Und die Vierbeiner spalten die Gesellschaft zum Großteil in Hunde- und Katzenliebhaber – nicht selten wird es zur Diskussion, welches Haustier das bessere ist. Nun könnte, wie echo24.de* berichtet, anhand der Persönlichkeitsmerkmale der Vierbeiner die These aufgestellt werden, dass sich Hunde wohl eher über die Anwesenheit ihrer Familie freuen als Katzen. Oder freuen sich Katzen doch über die 24-Stunden-Bereitschaft ihrer Bediensteten? Australische Forscher sind zu einem interessanten Ergebnis gekommen.

Homeoffice in der Pandemie: Freuen sich Hund und Katze über unsere Awesenheit?

Eine Studie aus Australien hat unter der Leitung der Psychologie-Dozentin Jessica Oliva herausgefunden, wie Hunde und Katzen mit der Dauerpräsenz ihrer Besitzer während der Lockdowns umgehen. Dafür befragten Forscher der James Cook Universität in Townsville fast 400 allein lebende Menschen und untersuchten gleichzeitig, welchen Effekt der Besitz von Haustieren auf die Menschen hatte, wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) berichtet.

Das Ergebnis scheint wohl weniger überraschend zu sein: Alle Hundebesitzer, also volle Hundert Prozent, haben bei der Befragung angegeben, dass ihre Hunde glücklich waren, sie zu sehen. Bei den Katzenbesitzern sah das schon anders aus: Die Hälfte der Besitzer gab an, dass ihre Vierbeiner sich nicht gefreut haben, sie zu sehen. Die Katzen sollen ihren Besitzern wohl des Öfteren die kalte Schulter gezeigt haben – wobei das auch ohne Lockdown nicht unbedingt ein ungewöhnliches Verhalten bei Katzen ist.

Australische Studie: Welche Wirkung hat unsere Anwesenheit auf unsere Haustiere?

Doch die Psychologie-Dozentin hat in ihrer Studie nicht nur die Wirkung von Besitzern auf ihre Haustiere während des Corona-Lockdowns untersucht, sondern auch, welchen Effekt Hunde und Katzen in der Pandemie auf den Menschen haben. Das Ergebnis: Ein Haustier um sich zu haben und somit nicht völlig alleine zu sein, hat sich positiv auf die Menschen ausgewirkt.

Wer ein Haustier hat, kennt das vermutlich – Hunde und Katzen sind hervorragende Gesprächspartner und mit ihnen kann sich prima unterhalten werden. Wer kein Tier besitzt, wird vermutlich an dieser Stelle den Kopf schütteln. Doch wer einen Vierbeiner zu Hause hat, neigt eher dazu, laut zu sprechen – auch wenn in dem Sinne niemand (menschliches) im Raum ist. Das Interessante hierbei: Was die einen für völlig bescheuert halten mögen, ist durchaus positiv. Denn laut Jessica Oliva fördert lautes Reden beziehungsweise Denken die Konzentration und Leistung bei kognitiven Aufgaben.

Einen weiteren positiven Effekt auf den Menschen hatten vor allem Hunde, denn die Vierbeiner müssen wohl oder übel in Begleitung ihrer Besitzer täglich raus. Dadurch kam es dazu, dass sich Hundebesitzer laut der Studie weniger alleine gefühlt haben als Katzenbesitzer. Denn ein Hund zwingt einen aufzustehen, das Haus zu verlassen und sich zu bewegen, was wiederum gut für die mentale Gesundheit ist.

Unter anderem mag das ein Grund sein, warum sich während des Lockdowns auch in Deutschland zahlreiche Menschen einen Vierbeiner zugelegt haben. Doch auch die Psychologie-Dozentin warnt: Die Entscheidung, sich ein Haustier anzuschaffen, sollte nicht leichtfertig getroffen werden. Denn Hunde und Katzen sind lebenslange Wegbegleiter und brauchen auch intensive Betreuung, wenn Reisen wieder uneingeschränkt möglich ist und Homeoffice reduziert wird. Tierschützer fürchten bereits einen Ansturm in den Tierheimen* aufgrund von unüberlegten Haustier-Anschaffungen.

Hunde und Katzen: Genervt von unserer Anwesenheit im Lockdown?

Ob Hunde und Katzen letztendlich wirklich hin und wieder genervt von unserer Dauerpräsenz sind, kann am Ende natürlich nicht eindeutig gesagt werden. Auch wenn wir gerne viel in das Verhalten unserer lieben Vierbeiner hineininterpretieren – sprechen können sie letztendlich doch nicht. Sicher ist aber, dass Hunde und Katzen vor allem das Wohlbefinden von Menschen steigern können und zur geistigen Gesundheit beitragen.

Und sollte doch mal das Gefühl aufkommen, dass unsere Haustiere keine Lust mehr auf uns haben, empfiehlt es sich, den Tieren einfach mal eine Pause zu gönnen und jederzeit einen Rückzugsort zu bieten. Denn auch wir möchten nicht dauerhaft in Anspruch genommen werden. Doch so oder so, auch wenn Hund und Katz‘ mal von unserer Anwesenheit in ihrem Reich genervt sein sollten: Spätestens wenn die Futtertüte raschelt oder die Dose beim Aufmachen knackt, lieben uns Hund und Katze gleichermaßen wieder und umgarnen uns. *echo24.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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