Corona-Impfstoff von Astrazeneca

Erstmals mit Astrazeneca-Impfstoff in Großbritannien geimpft: Was ist dabei anders?

  • vonLisa Klein
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Der erste Brite wurde nun mit dem erst kürzlich zugelassenen Corona-Impfstoff des Konzerns Astrazeneca geimpft. Was ist anders an dem britischen Impfstoff?

  • Der erste Brite wurde mit dem Impfstoff der Uni Oxford und des Pharmakonzerns Astrazeneca geimpft.
  • Der Corona-Impfstoff von Astrazeneca hatte in der vergangenen Woche in Großbritannien eine Notfallzulassung erhalten.
  • In der EU ist der alternative Impfstoff zu dem der Firma Biontech bisher noch nicht zugelassen.

Bereits am Mittwoch, den 30. Dezember 2020, hat Großbritannien den Corona-Impfstoff der Universität Oxford und des Pharmakonzerns Astrazeneca zugelassen. Die britische Aufsichtsbehörde für Arzneimittel (MHRA) hat dem Impfstoff laut der Deutschen Presse-Agentur eine Notfallzulassung erteilt. Nun wurde der erste Brite in England mit dem Astrazeneca-Impfstoff geimpft. Ein 82-jähriger Dialyse-Patient, Brain Pinker aus Oxford, erhielt in der Uniklinik am Montagmorgen die erste Impfdosis des britischen Impfstoffes.

„Ich freue mich so, heute die Covid-19-Impfung zu bekommen, und ich bin wirklich stolz, dass sie in Oxford erfunden wurde“, sagte Pinker laut Pressemitteilung. Der britische Gesundheitsminister Matt Hancock sagte gegenüber dem Sender Sky News: „Der Tag rückt näher, an dem wir wieder ein normales Leben führen können. Das Vakzin ist unser Ausweg aus der Pandemie.“ Er sei sehr zuversichtlich, dass bis zum Frühling genügend Risikogruppen, also vor allem ältere Menschen und Pflegepersonal, geimpft werden könnten.

Der 82-jährige Brian Pinker erhält im Churchill Hospital als erster Brite den Corona-Impfstoff der Universität Oxford und des Pharmakonzerns Astrazeneca von der Krankenschwester Sam Foster.

Der Vorteil des neuen Corona-Impfstoffes von Astrazeneca

Es gibt einige Unterschiede zwischen dem Corona-Impfstoff des Pharmakonzerns Astrazeneca und der bereits zugelassenen Impfstoffe. Der Impfstoff von Astrazeneca kann bei niedrigeren Kühlschranktemperaturen gelagert werden und benötigt keine Kühlung bei minus 80 Grad. Dadurch ist eine Impfdosis deutlich billiger als die bereits zugelassenen.

Britische Medien nennen einen Preis von 3 Pfund (3,32 Euro) pro Dosis, das Biontech/Pfizer-Mittel kostet demnach 15 Pfund. Eine belgische Staatssekretärin hatte kürzlich publik gemacht, dass eine Impfdosis des Biontech/Pfizer-Vakzins 12 Euro koste, das Mittel von Astrazeneca hingegen nur 1,78 Euro. So oder so kostet der Astrazeneca-Impfstoff im Vergleich zum Biontech-Impfstoff in etwa nur ein Fünftel.

Wie wirkt der neue britische Corona-Impfstoff von Astrazeneca?

Allerdings gibt es auch einen entscheidenden Haken: Der Astrazeneca-Impfstoff habe in Studien eine geringere Wirksamkeit aufgewiesen als der bereits zugelassene Impfstoff des Mainzer Pharmaunternehmens Biontech und des US-Konzerns Pfizer. Das Astrazeneca-Vakzin soll nach den ersten Studiendaten im Mittel einen 70-prozentigen Schutz vor Covid-19 bieten.

Anders als die Corona-Impfstoffe von Biontech und Pfizer sowie der US-Firma Moderna gehört das britisch-schwedische Präparat nicht zu den mRNA-Impfstoffen. Der von Astrazeneca eingesetzte Wirkstoff AZD1222 beruht auf der abgeschwächten Version eines Erkältungsvirus von Schimpansen. Es enthält genetisches Material eines Oberflächenproteins, mit dem der Erreger Sars-CoV-2 an menschliche Zellen andockt. Das Mittel wirkt zweifach: Es soll sowohl die Bildung von spezifischen Antikörpern als auch von T-Zellen fördern – beide sind für die Immunabwehr wichtig.

Erster Brite mit Corona-Impfstoff von Astrazeneca geimpft: Das ist der Impfplan in Großbritannien

Die britische Regierung erhofft sich durch die Zulassung des neuen Impfstoffs eine erhebliche Beschleunigung ihrer Impfkampagne. Seit mehr als drei Wochen läuft in Großbritannien bereits eine Massenimpfung mit dem Biontech/Pfizer-Mittel. Es wurden bereits mehrere Hunderttausend Menschen geimpft. Zudem sollen beide verfügbaren Impfstoffe zunächst nur in einer ersten Dosis verabreicht werden, um schneller mehr Menschen zu schützen

Eine zweite Impfdosis werde nach spätestens zwölf Wochen geimpft, hieß es in einer Pressemitteilung des Gesundheitsministeriums. Astrazeneca hat sich laut Deutscher Presse-Agentur zur Lieferung von 100 Millionen Dosen an Großbritannien verpflichtet, die in Hunderten von Krankenhäusern und Arztpraxen ab dieser Woche gespritzt werden sollen.

Coronavirus: Wann kommt der Astrazeneca-Impfstoff nach Deutschland?

In der EU ist der Impfstoff bisher noch nicht zugelassen. Deutschland hat sich im Rahmen einer EU-Bestellung bereits vorab rund 56,2 Millionen Dosen des Impfstoffes von Astrazeneca gesichert. Ein Termin, wann die EU-Arzneimittelbehörde EMA das Mittel freigibt, ist noch nicht bekannt.

Großbritannien ist eines der am schwersten von der Corona-Pandemie betroffenen Länder in Europa. Beinahe 80.000 Menschen sind dort bereits mit oder an Covid-19 gestorben. Die Zahl der Neuinfektionen nahm zuletzt drastisch zu.

Rubriklistenbild: © Steve Parsons/PA Wire/dpa

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