Giftschlangen in Deutschland

Schlangen in Deutschland: Hier leben Kreuzotter, Würfelnatter und Co.

  • Simon Mones
    VonSimon Mones
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Sieben Schlangenarten sind in Deutschland heimisch. Doch wo leben sie eigentlich - und welche sind giftig?

Wenn es um Schlangen geht, denken die meisten Menschen wohl zunächst einmal an Länder im Süden oder gar Australien, doch auch in Deutschland sind die Reptilien heimisch. Sieben Arten gibt es hierzulande, zwei davon sind sogar giftig! Dennoch sind Schlangen ein seltener Anblick geworden. Einige Arten stehen mittlerweile unter Naturschutz, weil sie vom Aussterben bedroht sind.

Die wohl am meisten verbreitete Schlange ist die Ringelnatter, sie kommt fast überall in Deutschland vor. Besonders in der Nähe von Feuchtgebieten wie langsam fließenden Gewässern, Seen, Teichen, Sümpfen, Feuchtwiesen, Mooren sowie deren Umgebung fühlt sich diese Schlangenart wohl.

Schlangen in Deutschland: In diesen Gebieten kann man auf die Tiere treffen

Ähnliches gilt für die Barrenringelnatter, die lange als eine Unterart der Ringelnatter galt. Wie t-online.de berichtet, ist erst seit 2017 klar, dass es sich bei der untern andrem in Westdeutschland beheimateten Schlange um eine eigene Art handelt. Die Barrenringelnatter bevorzugt lichte Laubwälder, Feuchtwiesen, naturnahe Weiher, alte Fischteiche, Bruchwälder und die schilfreichen Uferzonen größerer Seen als Lebensraum.

Auch die Würfelnatter - die ihren Namen der typischen Musterung auf ihrem Rücken verdankt - findet sich in der Nähe von Gewässern, immerhin handelt es sich hierbei um eine Wasserschlange. In Deutschland kommt die Würfelnatter laut GEO nur noch in Rheinland-Pfalz, an den Nebenflüssen von Lahn, Mosel und Rhein und an der Elbe in Sachsen vor.

Schlangen in Deutschland: Lebensraum der Äskulapnatter bedroht

Doch die Würfelnatter ist nicht die einzige Schlange, die nur noch regional vorkommt, auch die Äskulapnatter ist nur noch im Rheingau und dem Odenwald vertreten. Vereinzelt ist die Schlange auch noch an der Donau zu finden. Ihr Lebensraum wurde durch den Menschen stark eingeschränkt, weswegen die Äskulapnatter auf Rettung angewiesen ist. Mit bis zu 1,80 Meter Länge ist die vom Aussterben bedrohte Art zudem die längste in Deutschland lebende Schlange.

Die kleinste Schlangenart in Deutschland ist dagegen die Glatt- oder Schlingnatter, sie kommt grade einmal auf eine Länge von 60 bis 70 Zentimetern. Die Schlingnatter lebt jedoch versteckt und ist in der Natur nur selten zu sehen. Wie die Ringelnatter ist auch diese Schlangenart in Deutschland relativ weit verbreitet und bevorzugt trockene und warme Lebensräume. Optisch lässt sich die ungiftige Schlingnatter auf den ersten Blick mit der giftigen Kreuzotter verwechseln.

Schlangen in Deutschland: Giftschlangen vom Aussterben bedroht

Allerdings bevorzugt die vom Aussterben bedrohte Kreuzotter gänzlich andere Lebensräume wie lichte Wälder, Ränder von Mooren, Flussauen und Gebirgslandschaften oberhalb der Baumgrenze. Sie fühlt sich aber auch an Dämmen oder in Steinbrüchen wohl. In ihren Lebensräumen sucht die Kreuzotter bevorzugt wärmere Stellen wie Heiden oder helle Lichtungen auf. Sie ist jedoch hauptsächlich im Norden Deutschlands beheimatet und kommt nur vereinzelt im Süden und Mittelgebirge vor.

Die Kreuzotter ist eine von zwei Giftschlangen in Baden-Württemberg. (Symbolbild). 

Noch seltener zu finden als die Kreuzotter ist die ebenfalls vom Aussterben bedrohte Aspisviper. Diese Schlangenart kommt in Deutschland nur noch im Schwarzwald in Baden-Württemberg vor. Am wohlsten fühlt sich die Aspisviper in trockener, warmer und steiniger Umgebung.

Doch wie verhält man sich richtig, wenn man doch mal auf eine Schlange trifft? Zunächst einmal muss man keine Angst haben, denn die in Deutschland lebenden Schlangen beißen nur in Notwehr. Zudem ist ihr Gift kaum gefährlich, dennoch sollte man, falls man gebissen wird, bestimmte Regeln beachten. Um einen Biss zu vermeiden, empfiehlt es sich, das Tier möglichst wenig zu stören, statt nach der Schlange zu greifen, wie es ein 12-jähriges Mädchen in Österreich getan hat.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa-tmn

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