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Wetter in extremer Form: Gewitter – Entstehung, Arten und Folgen

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Von: Dominik Jahn

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Blitz bei einem Gewitter
Gewitter: Die extreme meteorologische Erscheinung birgt immer auch Gefahren. © Hermann Dobler/dpa

Gewitter gelten als besonderes Wetterphänomen. Experten sehen in bestimmten Monaten des Jahres eine Häufung von Blitz und Donner über Deutschland.

Gewitter gehören unter den zahlreichen unterschiedlichen Wetterphänomenen durchaus zu den extremsten meteorologischen Erscheinungen, die es gibt. Ihre bekanntesten Merkmale sind dabei meist dunkle Wolken in Verbindung mit Blitzen und Donner. Doch wie entsteht ein Gewitter und wann treten sie besonders häufig auf?

WetterphänomenGewitter
seltenste ArtTrockengewitter
bekannteste ArtWärme-, Hitzegewitter
Häufigkeit in Deutschland20 bis 30 Gewittertage im Jahr

Wichtig ist laut Experten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) der Unterschied zwischen Gewitter und Unwetter. Was macht Wetter zum Unwetter? Laut DWD-Wetterlexikon wird Unwetter als ein Sammelbegriff zur Bezeichnung von unterschiedlichen Extremwetterereignissen beschrieben. Gewitter ist also ein Teil des Unwetters.

Gewitter: Meteorologische Voraussetzungen für das Wetterphänomen

Es gibt unterschiedliche Faktoren, die zu einem Gewitter führen können. Folgt man den Ausführungen der Fachleute, dann gilt die Sonneneinstrahlung als ein thermischer Auslöser und tritt hauptsächlich im Sommer auf. Als weiterer Faktor wird eine relativ warme Wasseroberfläche im Herbst und Winter genannt. Aber auch eine sogenannte Hebung der Luft an Gebirgen oder eine dynamische Hebung an bestehenden Wetterfronten kann zu einem Gewitter führen.

Treten mehrere der Faktoren gleichzeitig als Auslöser auf, so ist laut DWD „mit schweren Gewittern zu rechnen“. Abhängig von der Intensität sind Gewitter mit Wolkenbildung und Niederschlag verbunden. Diese Schauer treten als Regen, Starkregen, Graupel oder Hagel auf. Im Winter ist auch Schneefall möglich.

So entsteht ein Gewitter: Die Sonne ist entscheidend

Ganz charakteristisch für ein Gewitter ist eine mächtige Quellwolke (Cumulonimbus). Diese bildet sich, wenn warme Luft aufsteigt und dabei abkühlt. Im Zentrum dieser Wolke kommt es dabei zu Spannungen. Diese Spannungen bauen sich dann in Form von Blitzen ab. Ursprung eines Gewitters ist dabei immer die Sonne. Sie erwärmt die Luft in Bodennähe.

Die Luft dehnt sich aus, steigt nach oben und kühlt bei diesem Prozess wieder ab. Das Wasser in der Luft verdampft und wird optisch als Quellwolke wahrgenommen. Wie wetteronline.de erklärt, steigt die Wolke dann immer weiter in die Höhe und bildet bald einen oft über zehn Kilometer hohen Wolkenturm.

Begleiterscheinungen vom Gewitter: Heftige Winde

Neben den Schauern bringen Gewitter häufig auch starke Winde mit. Das Portal wetter.com schreibt von heftigen Fallböen mit teils Orkanstärke, die sich dann bilden können, wenn Starkregen in einem Abwindbereich auftritt. Die Regentropfen reißen die Luft mit sich und beschleunigen sie. Das Wasser in diesem Bereich verdunstet und kühlt dabei die Luft ab. Sie wird schwerer und nimmt an Geschwindigkeit zu. 

Tritt der Fall auf, dass der Aufwindbereich in Rotation versetzt wurde, sprechen die Experten von einem Tornado. Dafür benötigt es aber eine extrem große Gewitterzelle. Diese hätte laut wetter.com, bereits Eigenschaften von kleinen Tiefdruckgebieten entwickelt. Fachleute unterscheiden in Kategorien, die von Wind bis zum Hurrikan reichen.

Gewitter werden in unterschiedliche Arten eingeteilt

Gewitter ist nicht gleich Gewitter. Das Wetterphänomen wird in unterschiedliche Arten eingeteilt. Dabei kommt es auf die jeweilige Entstehungsart und welche der bekannten Auslösefaktoren bei der Entwicklung entscheidend waren. Insgesamt gibt es vier Arten:

Ein eher seltenes Phänomen in Deutschland ist laut DWD das Trockengewitter. Hierfür muss dem Bericht nach in einer sehr trockenen Luftmasse der gesamte Regen zwischen Wolkenuntergrenze und Boden verdunstet, bevor er den Boden erreicht. Diese Form des Gewitters findet sich häufiger über der Iberischen Halbinsel und im Westen der Vereinigten Staaten.

Gewitter: Häufigkeit im Sommer deutlich höher

Wie der Deutsche Wetterdienst erklärt, treten Gewitter in Deutschland besonders häufig in den Sommermonaten auf. Laut Statistik handelt es sich um die Monate Mai bis August. In diesem Zeitraum sind die Tage am längsten und damit in der Regel auch die Sonneneinstrahlung am stärksten.

Labile Schichtung

Der Deutsche Wetterdienst definiert die eine Schichtung der Luft als labil, wenn die Temperaturänderung eines Luftpaketes bei Vertikalbewegungen kleiner ist als die seiner Umgebungsluft. Ein aufsteigendes Luftpaket ist dann immer wärmer und ein absteigendes stets kälter als seine Umgebungsluft.

Es ist daher im Sommer dem DWD-Bericht zufolge möglich, an jedem fünften bis sechsten Tag ein Gewitter zu beobachten. Die Luft ist durch die höheren Temperaturen in Bodennähe vertikal labiler geschichtet als im Winter. Mit Blick auf den Tagesverlauf entwickeln sich Gewitter häufig am späten Nachmittag oder am frühen Abend.

Gewitter-Radar: Schutz vor dem Wetterphänomen

Immer wieder sorgen Gewitter für massive Schäden an Gebäuden, Autos und der Infrastrukturen von Städten. Und auch Menschen kommen häufig zu Schaden, wenn Blitz und Donner über das Land ziehen. Unwetterwarnungen und Verhaltenshinweise sollten daher immer beachtet werden. Zahlreiche Wetter-Portale bieten hierfür ein Gewitter-Radar an und geben entsprechende Warnungen heraus.

Ein Gewitter, in welcher Art auch immer, bringt stets eine sehr komplexe Gefahrensituation mit sich. Neben Maßnahmen im Freien gibt es auch Schutzmaßnahmen in der eigenen Wohnung, die getroffen werden sollten. Für den Aufenthalt im Freien gilt:

So stellt man die Entfernung vom Gewitter fest

Um festzustellen, wie schnell sich ein Gewitter bewegt – ob es auf einen zukommt oder wegzieht – gibt es laut mehrerer Fachportale eine bekannte und einfache Möglichkeit zur Überprüfung. Unter anderem rät weather.com dazu, „in Gedanken die Sekunden zwischen einem Blitzeinschlag und dem darauffolgenden Donner“ zu zählen. Dieser Methode liegt die Schallgeschwindigkeit zugrunde.

Heißt: Der Schall legt circa 330 Meter pro Sekunde zurück. Das bedeutet dann bei zehn Sekunden Differenz zwischen Blitz und Donner eine Entfernung des Gewitters von etwa noch 3,3 Kilometern. Doch die Experten warnen: Zu 100 Prozent ist auf die Zähl-Methode kein Verlass. Blitze treten bei Gewitter nicht immer nur im Zentrum auf. Es ist auch denkbar, dass sie sich mehrere Kilometer nach oder auch vor einem Gewitter entladen.

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