Geschmacklose Verkleidung

Kinder-Kostüm „Flüchtling“ bei Amazon: Dunja Hayali stinksauer

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Flüchtlingskostüme auf Amazon sorgen bei Twitter für Empörung.

„Was muss denen fehlen, die das verkaufen???“ Dunja Hayali empört sich über ein geschmackloses Kinderkostüm, das bei Amazon verkauft wird. Der Fall weckt Erinnerungen.

Alle Jahre wieder: Das Wetteifern um besonders originelle Kinderverkleidung zur Faschingszeit driftet mitunter in die Geschmacklosigkeit ab. Schon 2015 und 2016 sorgten Kriegsflüchtlingskostüme, die es im Internet zu kaufen gab, für einen Aufschrei im Netz.

Dunja Hayali.

Nun ist die ZDF-Moderatorin Dunja Hayali beim Online-Versandhändler Amazon auf ein Angebot gestoßen, das in dieser zweifelhaften Tradition steht: “Kinder-Kostüm ‘Flüchtling – 1./2. Weltkrieg’ für Mädchen und Jungen – Faschingskostüm”. Die 43-Jährige zeigt sich bei Twitter empört: „Was muss denen fehlen, die das verkaufen??? “, so der Wortlaut.

Die Kostüme sollen Flüchtlingskinder in der Zeit des Ersten und Zweiten Weltkrieges darstellen - normale Zivilkleidung eigentlich, dazu Umhängetaschen oder Koffer.

Online-User: „Ekelhaft und peinlich!“

Die Kommentare und Bewertungen der Produkte bei Amazon gehen in eine ähnliche Richtung. So schreibt der User C. Riexinger: „Das ist nicht mal schlechte Satire! Das ist menschenverachtend, ekelhaft und peinlich!“ und bewertet ein Kostüm für vier- bis zwölfjährige Mädchen mit einem von fünf möglichen Sternen. Andere User schreiben: „Flucht und Vertreibung ist KEIN Spaß“ - oder fordern Amazon auf, den Verkauf sofort einzustellen.

Kostüm wird von britischem Sub-Unternehmen verkauft

Hinter den kontroversen Produkten steht allerdings nicht Amazon selbst, sondern britische Verkäufer, die den Marktplatz nutzen. Die Nutzerin „Machtwort“ versucht deshalb  unter Hayalis Tweed, den Sachverhalt einzuordnen und die Aufregung zu dämpfen: „Das sind überwiegend Firmen aus UK. Dort gibt es in den Dörfern noch viele Veranstaltungen, auf denen die Kriegszeiten zelebriert werden.“ Dazu der Hashtag „#KeepcalmAndCarryOn“. Und der Satz: „Es gibt im Moment ganz andere Baustellen, über die man sich aufregen kann.“

Unabhängig von der Frage, wie berechtigt die Kritik ist: Der Fall erinnert sehr an den Skandal um die Wehrmachtsartikel, die über den Onlineshop von Real vertrieben wurden - auch hier stammten die umstrittenen Produkte von externen Anbietern.

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