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Gefahr durch Mücken – Vorsicht vor Malaria in diesen Urlaubsländern

Mücke
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Malaria ist eine gefährliche Krankheit, die durch Stechmücken übertragen wird. (Symbolbild)
  • Christina Rosenberger
    VonChristina Rosenberger
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Stechmücken sind lästig und schon abends auf der eigenen Terrasse ein echter Störfaktor. Doch in vielen Urlaubsgebieten sind Mückenstiche auch extrem gefährlich...

Dengue-Fieber, West-Nil- oder Zikavirus – diese teils lebensbedrohlichen Krankheiten werden von bestimmten Stechmücken-Arten übertragen. Eine von ihnen ist die Asiatische Tigermücke, die kürzlich auch in Heilbronn gesichtet wurde. Doch das Umweltbundesamt schätzt das Übertragungsrisiko durch die Tigermücke hier in Deutschland bisher als eher gering ein. Dagegen sind Stechmücken in tropischen Urlaubsgebieten, die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als Malariagebiete eingestuft sind, richtig gefährlich.

Denn Malaria ist eine lebensbedrohliche Krankheit, die auch als „Sumpffieber“ oder „Tropenfieber“ bezeichnet wird. Wer an Malaria erkrankt, leidet zunächst oft unter grippeähnlichen Symptomen. Diese können vielfältig sein und Kopfschmerzen, Fieber, Zittern, Gelenkschmerzen, Erbrechen, Gelbsucht, Krämpfe oder Netzhautstörungen umfassen. Die Symptome treten etwa 8 bis 25 Tage nach der Infektion auf und müssen zügig behandelt werden.

Gefahr durch Stechmücken im Urlaub: Malaria an diesen Symptomen erkennen

Denn treten Komplikationen auf, dann entwickeln sich bei vielen Patienten zusätzlich Atembeschwerden, Lungenödeme, Lungenentzündungen oder schwere Anämien. Besonders kritisch wird es dann, wenn es sich bei der Infektion um die besonders gefährliche Malaria-Art „Malaria tropica“ handelt. Laut Robert Koch-Institut (RKI) kann es dabei sogar zu Bewusstseinstrübungen bis hin zum Koma kommen. Auch Nierenversagen oder Kreislaufkollaps können dazu beitragen, dass der Krankheitsverlauf tödlich endet.

Doch in welchen Urlaubsländern muss man sich gezielt vor Malaria schützen? Dazu gibt es eine ausführliche Liste auf der Homepage des Deutschen Tropeninstituts. Mit dabei sind beliebte Reiseziele wie Ägypten, Argentinien, Brasilien, China, die Dominikanische Republik, Haiti, Indien, Mauritius, Thailand oder auch Südafrika. Die Liste ist schier endlos und umfasst besonders die bevölkerungsreichen Länder in Afrika, Asien und Lateinamerika.

Gefahr durch Mücken im Urlaub: Diese Länder und Regionen sind Malaria-Gebiete

Manche dieser Urlaubsländer sind allerdings mehr betroffen als andere – deshalb unterscheiden sich auch die Maßnahmen, die man vor Reiseantritt ergreifen sollte. Hier eine Liste besonders beliebter Urlaubsländer:

  • Ägypten: Für Reisende besteht ein geringes, saisonales und regionales Infektionsrisiko. Ansteckungen erstrecken sich von Juni bis Oktober in der Gegend von El Faiyum. Eine Malariaprophylaxe ist zurzeit nicht erforderlich.
  • Kenia: Hier besteht ein hohes regionales Infektionsrisiko, sich mit der gefährlichen Malaria tropica anzustecken. Hier sollte dringend vor der Reise mit einem Arzt abgeklärt werden, welche Anti-Malaria-Mittel prophylaktisch eingenommen werden sollten. Außerdem sollte man ein Notfallmedikament einpacken.
  • Türkei: Hier besteht ein geringes, saisonales und regionales Infektionsrisiko. Zwar benötigt man aktuell vor der Reise kein Malaria-Mittel, doch empfiehlt das Tropeninstitut, sich mit hochwirksamem Mückenschutz und beispielsweise einem imprägnierten Moskitonetz zu schützen.
  • Peru: Im Amazonasbecken besteht ganzjährig ein hohes Risiko, sich mit Malaria zu infizieren. Auch in den Grenzregionen zu Brasilien und Bolivien ist das Ansteckungsrisiko hoch. Malaria frei sind dagegen Lima und die touristischen Hochlandgebiete wie Cuzco, Titicacasee und Machu Picchu. Abhängig davon, in welche Region Perus man reist, sollte mit einem Arzt abgeklärt werden, welche Medikamente in den Urlaub mitgenommen werden sollten, und ob eine Prophylaxe vor Reiseantritt nötig ist.
  • Südafrika: Für Reisende besteht ein hohes regionales Infektionsrisiko, besonders von September bis Mai. Über die genauen Risikogebiete sollten sich Touristen dringend im Vorfeld informieren. Außerdem empfiehlt das Tropeninstitut, vor der Reise immer die nötigen Medikamente mit einem Reisemediziner abzusprechen. Immer wird die Mitnahme eines Notfallmedikamentes empfohlen, in manchen Gebieten wird allerdings auch eine prophylaktische Behandlung im Vorfeld benötigt.
  • Thailand: Besonders in den Touristengebieten im Goldenen Dreieck, sowie der Südhälfte des Landes, im Khao Sok National Park und auf den meisten Inseln wie zum Beispiel Koh Phangan, besteht ein geringes Risiko. Das Tropeninstitut empfiehlt, besonders in diesen Regionen ein Notfallmedikament in den Urlaub mitzunehmen. Außerdem empfiehlt das Institut, vor Reiseantritt mit einem Reisemediziner über das genaue Vorgehen zu sprechen.

Gefahr durch Stechmücken im Urlaub: So schützt man sich vor Malaria

In jedem Fall empfiehlt das Tropeninstitut immer, in von Malaria gefährdeten Gebieten ein hochwirksames Mückenmittel sowie Mücken-Schutzkleidung mit im Gepäck zu haben. Außerdem sind Moskitonetze, besonders für die Nächte, ein bewährtes Mittel, um sich gegen Mücken jeglicher Art zu schützen. Sogar Anti-Insekten-Schlafsäcke gibt es zu kaufen. Auch das prophylaktische Vorgespräch mit einem Arzt, der über weitere Maßnahmen beraten kann, ist laut Tropeninstitut zu empfehlen.

Doch auch von anderen Faktoren hängt ein Urlaub in diesem Jahr ab – denn die Corona-Pandemie ist noch immer auf dem Vormarsch und in verschiedenen Ländern gelten unterschiedliche Regeln. Spanien und die Niederlande beispielsweise gelten als Hochinzidenzgebiete – und auch für die Reise in die Türkei gibt es Corona-Regelungen. Sogar die Fahrt in unser Nachbarland Österreich hängt aktuell an gewissen Bestimmungen.

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